Kino-Tipp

"Robin Hood"

published: 08.01.2019

Taron Egerton als Titelheld (r.) und Jamie Fox als Little John (l.) kämpfen in "Robin Hood" gegen die Ausbeutung des Volkes durch den Sheriff von Nottingham (Plakat: Studiokanal Germany) Taron Egerton als Titelheld (r.) und Jamie Fox als Little John (l.) kämpfen in "Robin Hood" gegen die Ausbeutung des Volkes durch den Sheriff von Nottingham (Plakat: Studiokanal Germany)

Als überraschend modernen Kämpfer gegen soziale Ungerechtigkeiten inszeniert Regisseur Otto Bathurst die legendäre Figur Robin Hood im gleichnamigen neuen Film, der am 10. Januar in die deutschen Kinos kommt. Die Story in Kurzform: Robin von Locksley (Taron Egerton) kehrt von den Kreuzzügen aus Syrien nach Nottingham zurück. Er findet sein Anwesen geplündert vor. Zudem hat ihn seine Freundin verlassen, da er als gefallen galt. Von nun an bestiehlt und beraubt Robin die Reichen und Mächtigen und beschenkt die Armen. Den Helden verkörpert der junge Schauspieler Taron Egerton, den die "Kingsman"-Filme in die erste Liga Hollywood katapultierten. Nach dem Best Ager Russell Crowe glänzt der Bogenschütze aus Nottingham im neuen "Robin Hood" also wieder mit jugendlichem Charme.

Kinotrailer "Robin Hood"


Die Neuverfilmung weist zahlreiche weitere Änderungen auf: So muss der Zuschauer zunächst einmal von der Vorstellung Abschied nehmen, dass Robin Hood und seine Gang im Wald hausen. Der Sherwood Forest kommt erst ganz am Ende dieses Films vor und ist eher ein ironisches Zitat als - wie früher - das Haupt-Setting. Robins wichtigster Verbündeter ist zudem ein mutiger arabischer Flüchtling. Auf diesen geht auch die Idee der Raubzüge zurück. Und die Motivation dazu ist nicht in erster Linie Robins hehrer Idealismus, sondern persönlicher Natur: Er will zum einen Rache am Sheriff nehmen, der ihn in die Kreuzzüge schickte und ihm seinen Besitz nahm. Und zum zweiten will er sein Ex-Freundin, Maid Marian, beeindrucken, die sozial äußerst engagiert ist und Essen an Bedürftige verteilt.

Szenenbilder aus "Robin Hood" (26 Bilder)

Szenenbilder aus "Robin Hood"
Szenenbilder aus "Robin Hood"
Szenenbilder aus "Robin Hood"
Szenenbilder aus "Robin Hood"


Der böse Sheriff von Nottingham ist hier der Typ aalglatter Politiker, machtversessen, gierig und korrupt. Marian hat der Sheriff jedoch - wie etwa in früheren Leinwandversionen der Geschichte - keinesfalls ent- oder verführt. Marians Herz hat stattdessen der schmucke Will Scarlet (Jamie Dornan) erobert, der sich ebenfalls gegen die Ausbeutung des Volkes wehrt.
 

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Interessant ist übrigens auch die Garderobe in der neuen Robin-Hood-Verfilmung. Die Strumpfhosen wird wohl niemand vermissen, aber die Klamotten sind doch arg heutig. Und die vielen Kampf- und Actionszenen sind spannend in Szene gesetzt, ufern jedoch aus. Wer wegen "Robin Hood" ins Kino geht, will nicht unbedingt einen Kriegsfilm präsentiert bekommen. Mit Maid Marian war zudem das Potenzial für eine starke Frauenrolle gegeben, doch ihr Part entpuppt sich wie gewohnt als passiv und dekorativ. Der wichtigste Kritikpunkt am Film: Eine erheblich größere Dosis Humor hätte ihm gutgetan.
 

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Robin Hood im Film

Das Kino hat den Helden in Strumpfhosen schon immer geliebt. Bereits 1912 fand die erste Stummfilmadaption des Mythos' statt. 1922 schlüpfte dann Douglas Fairbanks in die Rolle des kecken Wegelagerers, allerdings immer noch tonlos. 16 Jahre später, 1938, setzte Errol Flynn in Michael Curtiz' und William Keighleys "Robin Hood, König der Vagabunden" einen charmanten Hollywood-Meilenstein. Der Klassiker erhielt drei Oscars. Später verkörperten auch Lex Barker (1960), Sean Connery (1976), Kevin Costner (1991) und Russell Crowe (2010) den Bogenschützen. Selbst das Rat Pack aus Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis, Jr. machte sich mit Bing Crosby an eine Persiflage der Robin-Hood-Geschichte. Zudem hatten professionelle Komiker von Monty Python über Mel Brooks bis Otto ihren Spaß mit dem Stoff. Nun erleben wir also Taron Eagerton als Schlitzohr von Sherwood. Viel Spaß! Pointer-Tipp: Auch mal die Fassung mit Errol Flynn anschauen.
 

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Know-how: Die Handlung von "Robin Hood":

Der junge Robin (Taron Egerton) lebt zufrieden und glücklich in seinem edlen Anwesen in Nottingham. Er ist hoch angesehen und schwer verliebt – in Marian (Eve Hewson). Als England jedoch zu den Kreuzzügen ruft, zieht der pflichtbewusste Lord in den Krieg nach Syrien. Die zutiefst besorgte Maid Marian verspricht, auf ihn zu warten. Doch es kommt alles anders. In Syrien wird Robin in blutige Metzeleien und brachiale Kämpfe verwickelt. Schon bald plagen ihn erste Zweifel, ob er sich wirklich für eine gerechte Sache einsetzt. Als sein Vorgesetzter willkürlich einen jungen Mauren hinrichten lassen will, geht er mutig dazwischen. Er kann den Tod des Jungen zwar nicht verhindern, macht durch sein gewissenhaftes Eingreifen aber den niedergeschmetterten Vater (Jamie Foxx) auf sich aufmerksam, einen stolzen und tapferen Sarazenenkrieger.
 

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Für Robin ist der Krieg vorbei, doch er hat seine Spuren hinterlassen. Traumatisiert kehrt er nach Jahren in seine Heimat zurück, wo ihn der nächste Schock erwartet. Das Nottingham, das er kannte, gibt es nicht mehr – sein altes Leben auch nicht. Die Machteliten leben auf Kosten des geknechteten Volkes im Luxus. Robin wurde enteignet und für tot erklärt, woraufhin Marian eine neue Liebe gefunden hat: Will Scarlet (Jamie Dornan), ein aufstrebender Politiker, der sich für die Rechte der Armen einsetzt. Robin ist am Boden zerstört, fühlt sich ausgenutzt, betrogen.
 

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Shooting-Star und Naturtalent Taron Egerton schlüpft in die Rolle des legendären ROBIN HOOD – ab 10. Januar im Kino! 🏹

— studiocanal.de December 17, 2018

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Dann hält ihn ein geheimnisvoller Fremder an. Es ist der Sarazenenkrieger aus Syrien, der sich nach England geschmuggelt hat, um Rache für seinen Sohn zu nehmen und Robin die Augen für die schreiende Ungerechtigkeit und Korruption öffnet, die in Nottingham herrscht. Die Kreuzzüge dienen nur dazu, den Reichen noch mehr Reichtum und Macht zu verschaffen, die Soldaten werden sinn- und gewissenlos geopfert. Anfangs ist Robin dem Fremden gegenüber misstrauisch, doch er erkennt, dass ihn und Little John, wie er schon bald genannt wird, mehr verbindet als trennt.
 

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Beide wollen den Krieg der Reichen gegen die Armut stoppen, die Unterdrückung beenden. John bringt Robin die Kampf- und Schießkünste seines Volkes bei und weiß, dass man die Eliten am härtesten trifft, indem man ihnen ihr Geld abnimmt. Robin beginnt ein gefährliches Doppelleben: Tagsüber mischt er sich als Lord von Locksley in die besseren Kreise, die er nachts als mysteriöser, mit Kapuze getarnter The Hood ausraubt. Die Beute verteilt er unter den Armen, die am Stadtrand in Slums hausen und sich in den angrenzenden Minen zu Tode schuften. Seine edlen Taten machen schnell die Runde, in Nottingham tauchen erste Kapuzen als Symbol des Widerstands auf.
 

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Das gefällt dem Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) überhaupt nicht. Der sadistische Despot, der Kontakte in höchste Kirchenkreise pflegt und das Volk brutal ausbeutet, sieht seine Macht in Gefahr. Wer ist der geheimnisvolle Dieb? Er ahnt nicht, dass er direkt vor ihm sitzt. Robin hat sich sein Vertrauen erschlichen, sogar ein Kopfgeld auf sich selbst ausgesetzt und bekämpft das System von innen. So erfährt er immer, wo am meisten zu holen ist und schlägt dann zu. Auch Marian hat er mittlerweile wiedergetroffen, beide empfinden noch etwas füreinander und nähern sich langsam wieder an, was Will skeptisch beobachtet. Und Robin ist nicht der Einzige, der sich heimlich auf die Seite der Unterdrückten stellt. Auch Bruder Tuck (Tim Minchin), ein alter Freund der Familie Locksley, gibt sich dem Sheriff und der machthabenden Kirche loyal, gehört aber zum Kreis der Widerstandsbewegung, mit der Will und Marian die bestehenden Machtverhältnisse ändern wollen. Da stoßen sie auf eine unglaubliche Verschwörung: Der Sheriff und der Kardinal (F. Murray Abraham) planen, den König zu stürzen. Ein gigantischer Geld- und Goldtransport, für den der Sheriff gnadenlos die Minen plündern lässt, soll in Kürze Nottingham verlassen. Das ist der große Überfall, auf den Robin und John gewartet haben.
 

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Während die Vorbereitungen laufen, heizt sich die Stimmung gegen die Willkürherrschaft in der Stadt immer weiter auf, und die Situation spitzt sich zu. Kämpfe brechen aus, in deren Verlauf John gefangen genommen und vom Sheriff gefoltert wird, damit er die Identität von The Hood verrät. Robin von Locksley spürt, dass die Zeit gekommen ist, sein Geheimnis zu lüften, und gibt sich zu erkennen. Er führt die Unterdrückten als Robin Hood in eine Revolution, wie sie Nottingham noch nie gesehen hat.



Original-Titel: "Robin Hood"; Genre: Action, Abenteuer; USA 218; Regie: Otto Bathurst; Drehbuch: Ben Chandler, David James Kelly; Kamera: George Steel; Produktion: Leonardo DiCaprio, Jennifer Davisson; Darsteller: Taron Egerton, Jamie Foxx, Eve Hewson, Ben Mendel­sohn, Paul Anderson; Laufzeit: 116 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; Kinostart: 10. Januar 2019; Verleih: Studiocanal

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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