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Kino-Tipp

"The Dark Knight"

published: 21.08.2008

Heath Ledger in seiner letzten vollständigen Rolle als Batmans Gegenspieler Joker  (Foto: Warner Bros.) Heath Ledger in seiner letzten vollständigen Rolle als Batmans Gegenspieler Joker (Foto: Warner Bros.)

Jetzt fliegt das Fledermaus-Kostüm auch durch die deutschen Kinos: Batman, der Held des Action-Spektakels "The Dark Knight", ist los. Seit die Titanic auf großer Leinwand unterging, hat kein Film in den Staaten soviel Geld in die Kinokassen gespült wie diese Comic-Verfilmung. Christopher Nolans Batman-Blockbuster profitiert dabei von drei Umständen.

Zum einen ist da der Totenkult um "Brokeback Mountain"-Star Heath Ledger. Der Schauspieler starb im Januar dieses Jahres mit 28 Jahren an einem Cocktail verschreibungspflichtiger Medikamente. "The Dark Knight" war der letzte Film, den er komplett zu Ende drehte. Ledger gibt den fiesen Joker und tut dies so diabolisch wie es nicht einmal Jack Nicholson anno 1989 schaffte.

Der zweite Grund für den Erfolg des Streifens ist der aktuell-politische Subtext. Die Figur des Joker repräsentiert das grundlos Böse. So sieht das reale Amerika gern den Terror in seinem Land. Batman (Christian Bale) verkörpert den guten Gegenspieler, der handelt und der dem Bösen etwas entgegensetzt. Darin ist er den USA unter George Bush mit ihren militärischen Präventionsschlägen vergleichbar. Eine dritte Position bezieht Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart). Er vertritt Ordnung und Gesetz der Gesellschaft und steht somit für die Position der Vereinten Nationen. Ob sich das Publikum über diese Bedeutungsebene im Klaren ist oder ob Christopher Nolan und die Autoren Jonathan Nolan und David S. Goyer sie bewusst einsetzten, ist für das Funktionieren unerheblich.

"You complete me", sagt der Joker beim Verhör zu Batman. Die beiden verkörpern zwei entgegengesetzte Extreme der menschlichen Natur - Gut und Böse (Foto: Warner Bros.)"You complete me", sagt der Joker beim Verhör zu Batman. Die beiden verkörpern zwei entgegengesetzte Extreme der menschlichen Natur - Gut und Böse (Foto: Warner Bros.)

Ausschlaggebend für den Erfolg von "The Dark Knight" ist aber letztlich, dass der Film den Zuschauer packt. Und das tut er nicht nur wegen der technischen Finessen, sondern weil sich die gesamten 152 Minuten zentral um die Tiefen der menschlichen Natur drehen. Der Joker will nicht einfach nur zerstören, er will zeigen, wie schlecht die Menschen sind. Wie Spielbälle benutzt er sie und manövriert sie in Dilemmata, in denen kein moralisch vertretbarer Ausweg bleibt. Solche Zwiespalte rütteln aus dem Kinosessel auf. Und beim Grundkonflikt zwischen den drei Positionen kämpft sowieso jeder mit. Denn etwas von Harvey Dent, etwas von Batman und – ja, auch das – etwas vom Joker stecken in uns allen.

"The Dark Knight"; USA 2008; Regie: Christopher Nolan; Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan, David S. Goyer; Kamera: Wally Pfister; Schnitt: Lee Smith; Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Aaron Eckhart, Morgan Freeman; Länge: 152 Min.; FSK: ab 12; Verleih: Warner; Kinostart: 21. August 2008

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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