Kino-Tipp

"Terminator: Dark Fate"

published: 23.10.2019

Dani (Natalia Reyes, l.) soll vom Terminator getötet werden. Grace (Mackenzie Davis, Mitte) und Sarah Connor (Linda Hamilton) wollen das nicht zulassen (Foto: Twentieth Century Fox) Dani (Natalia Reyes, l.) soll vom Terminator getötet werden. Grace (Mackenzie Davis, Mitte) und Sarah Connor (Linda Hamilton) wollen das nicht zulassen (Foto: Twentieth Century Fox)

Das "Terminator"-Franchise war in den vergangenen Jahren recht gut darin, seine Fans zu enttäuschen. James Cameron hatte mit "Terminator" (1984) und "Terminator 2 – Tag der Abrechnung" (1991) zwei Meilensteine des Science-Fiction-Kinos geschaffen. Die Charaktere wurden klug weiterentwickelt und die Story sinnvoll erzählt. Die Geschichte hätte mit dem zweiten Film zu Ende sein können. So sah es vielleicht auch James Cameron, der seinen Fokus im Anschluss auf andere Projekte lenkte. Doch in der "Terminator"-Reihe wurden drei weitere Teile veröffentlicht - damit folgten Probleme alternativer Zeitstränge und uneingelöster Versprechen. Im dritten Teil heißt es, Sarah Connor, die von Linda Hamilton gespielte Hauptfigur der ersten beiden Teile, sei gestorben – nur um sie im fünften Teil, von Emila Clarke verkörpert, wieder lebendig werden zu lassen. Eigentlich sollte Teil 5, "Terminator Genisys", den Start eines Reboot des Franchise markieren, doch die Pläne wurden eingestampft.

Terminator: Dark Fate | Offizieller Trailer 2


Nun also der sechste Film der Reihe - und bei "Terminator 6: Dark Fate" ist James Cameron wieder als Produzent dabei, während Tim Miller ("Deadpool") auf dem Regiestuhl Platz nahm. Die Logikprobleme der Filme nach "Terminator 2" haben die Macher mehr oder minder elegant beiseite geschoben. Gegenüber "The Hollywood Reporter" erklärte Cameron, man tue so, als seien die in seiner Abwesenheit produzierten Filme ein schlechter Traum oder ein alternativer Zeitstrang. Kurzum: "Dark Fate" ist "Terminator 3", und die Teile drei bis fünf hat es nie gegeben. Somit steht der Rückkehr von Linda Hamilton nichts im Wege.
 

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Die Handlung des Films ist schnell erzählt und wirkt weitgehend vertraut. 27 Jahre nach den Ereignissen des zweiten Teils wird der tödlichste Terminator, den wir bisher gesehen haben, ein Rev-9 (Gabriel Luna), in der Zeit zurück geschickt. Sein Auftrag ist es, Daniella "Dani" Ramos (Natalia Reyes), eine junge Frau, die in Mexiko bei einem Autohersteller arbeitet, zu töten. Zeitgleich erreicht Grace (Mackenzie Davis), eine aufgemotzte Supersoldatin aus der Zukunft des Rev-9, die Gegenwart, um Dani zu beschützen. Das Schicksal der Menschheit hängt von Danis Überleben ab. Es beginnt eine Flucht vor dem Terminator. Alle Zeichen stehen unausweichlich auf einem Showdown zwischen Mensch und Maschine.
 

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She’s back. #TerminatorDarkFate

— terminator May 26, 2019

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Die große Vertrautheit mit der Handlung, die sich beim Schauen des Films einstellt, ist die logische Konsequenz dessen, dass für den Film so ziemlich jede halbwegs schlaue Idee aus allen bisher erschienen "Terminator"-Filmen – auch jenen, die es nie gegeben haben soll – aufgegriffen wurde. Die Prämisse zweier Zeitreisender, ein Terminator und ein Beschützer, ist praktisch die DNA des Franchises. "Der Tag der Abrechnung" ("Judgement Day") wurde mit dem Ende des zweiten Teils offenbar doch nicht verhindert, sondern höchstens aufgeschoben. Diesen Ansatz verfolgte auch "Terminator 3 – Rebellion der Maschinen". Die Idee, eine Art Cyborg in den Film zu integrieren, ist aus "Terminator: Die Erlösung" (Teil 4) bekannt, und die menschliche Hülle eines T-800 ist bereits in "Terminator: Genisys" gealtert. Nur Skynet gibt es nicht mehr. Dafür gibt es jetzt eine Künstliche Intelligenz, die die Menschheit auslöschen will, womit es Skynet also doch gibt - unter neuem Namen. Eine echte Neuerung ist, dass dem vermeintlichen Opfer des Rev-9 dieses Mal drei Beschützende zur Seite stehen.
 

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Nun stellt sich die Frage, wie sehr man Originalität als Kriterium für einen sechsten Teil, der ein dritter sein will, gewichtet. Für Miller und Cameron war das Ziel, den nunmehr über 30 Jahre alten Stoff angemessen ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Dabei soll, vergleichbar zu den "Star Wars"-Sequels, der Staffelstab an eine jüngere Generation übergeben werden. Man kann nun also die Perspektive einnehmen, dass besondere Originalität erst von den möglicherweise folgenden Fortsetzungen erwartet werden sollte, dieser Film die Übergangsphase markiert und einer neuen Generation von Filmfans die Story der "Terminator"-Reihe aufbereitet. Doch so sehr man versucht, diese Perspektive einzunehmen, das Gefühl, etwas zu sehen, das man so schon mehrfach gesehen hat, lässt sich nicht abschütteln. Es ist sogar stärker als bei "Star Wars: Das Erwachen der Macht".
 

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😃👍🏻 You don’t often see movie legend @schwarzenegger on a bus here in the UK... but there he goes! @terminator #TerminatorDarkFate hits the cinemas on 23rd October! Arnie is back!!!!! #ArnoldSchwarenegger #Terminator #TheTerminator

— uktoycollector October 18, 2019

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Wie auch bei "Star Wars" ist den Machern von "Terminator: Dark Fate" die Einführung einer neuen Generation ebenso so gut gelungen wie die Rückkehr der alten Heldinnen und Helden. Kleinere Gags sind gut platziert und bieten den Fans der ersten Stunde Anlass zur Nostalgie. Einzig Arnold Schwarzenegger kommt als Carl, der T-800, stellenweise etwas klamaukig rüber. Das lockert den Film jedoch angenehm auf. Glücklicherweise wurde der infantile Humor aus "Terminator 3" dieses Mal nicht ausgepackt. Sarah Connor ist hingegen nicht die Frau, die im alternativen Ende des zweiten Films zu sehen war. Stattdessen ist sie eine gealterte Version der toughen Kämpferin. Sie reist durch die Welt und tötet jeden Terminator, der ihr vor die Flinte läuft. Die Begründung dafür ist nachvollziehbar erzählt. Auch die Charakterentwicklungen der beiden neuen Hauptfiguren Grace und Dani sind stimmig. Daniella ist zwar schon zu Beginn des Films tough und smart. Killer-Roboter und eine schicksalhafte Rolle für die Zukunft will sie aber anfangs nicht so recht annehmen. Grace sieht am Anfang keine Möglichkeit, den Terminator zu besiegen, weswegen sie Dani am liebsten einfach verstecken möchte. Mit der Zeit realisiert sie jedoch, dass es kein Entkommen geben kann, und nimmt den Kampf an.
 

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Soll man auf eine Fortführung der Reihe mit den neuen Figuren hoffen? Das kann funktionieren, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass für die neuen Filme das Recyclen des alten Stoffes ein Ende findet. Nur dann ist es eventuell auch verzeihlich, dass dieser Film so sehr nach aufgewärmtem Essen vom Vortag schmeckt. "Terminator: Dark Fate" ist ein passabler Action-Streifen mit gut geschriebenen Figuren. Es ist aber mehr als schade, dass es dem Film an Originalität mangelt. So bleibt der Eindruck bestehen, dass der neue "Terminator"-Film eher ein Remake denn ein Sequel ist. Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nichts.

Szenenbilder aus "Terminator: Dark Fate" (13 Bilder)

Szenenbilder aus "Terminator: Dark Fate"
Szenenbilder aus "Terminator: Dark Fate"
Szenenbilder aus "Terminator: Dark Fate"
Szenenbilder aus "Terminator: Dark Fate"


Originaltitel: "Terminator: Dark Fate"; USA 2019; Regie: Tim Miller; Produzenten: James Cameron, David Ellison; Drehbuch: James Cameron, David S. Goyer, Justin Rhodes, Billy Ray; Darsteller: Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger, Mackenzie Davis, Natalia Reyes, Gabriel Luna, Diego Boneta; Laufzeit: 128 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; Kinostart: 24. Oktober 2019; Verleih: Twentieth Century Fox

[Hauke Koop]

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