Kino-Tipp

"Scary Stories to Tell in the Dark"

published: 29.10.2019

Vier Freunde finden in "Scary Stories to Tell in the Dark" ein Buch, dessen Geschichten mit Blut geschrieben sind (Foto: eOne Germany) Vier Freunde finden in "Scary Stories to Tell in the Dark" ein Buch, dessen Geschichten mit Blut geschrieben sind (Foto: eOne Germany)

Am 31. Oktober kommt, pünktlich zu Halloween, der Film "Scary Stories to Tell in the Dark" in die deutschen Kinos. Der Film, der bereits im August 2019 dem US-Publikum zugänglich gemacht wurde, basiert auf dem gleichnamigen Buch von Alvin Schwartz. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Grusel- und Horrorgeschichten für Kinder und Jugendliche. Das Buch mit Illustrationen von Stephen Gammell hat mit "More Scary Stories to Tell in the Dark" und "Scary Stories 3: More Tales to Chill Your Bones" zwei Fortsetzungen erhalten. Die Filmadaption enthält Kurzgeschichten aller drei Bände. Während die Bücher eine Sammlung von kleinen, in sich geschlossenen Geschichten ist, haben der norwegische Regisseur André Øvredal und das Produzententeam um Guillermo del Toro die Geschichten in ein übergreifendes Metanarrativ gestrickt.

Scary Stories To Tell In The Dark | Offizieller HD Trailer| Deutsch German | (2019)


Es ist Halloween in Mill Valley, Pensylvania, und die Freunde Stella (Zoe Colletti), Chuck (Austin Zajur) and Auggie (Gabriel Rush) fühlen sich noch ein letztes Mal nicht zu alt für Kostüme und Candy. In den vergangen Jahren wurden sie von ihrem Mitschüler Tommy (Austin Abrams) und seiner Gang malträtiert, doch für dieses Halloween haben sie sich einen Plan zurechtgelegt, um das Spielchen umzudrehen. Ihr Plan gelingt etwas zu gut, und sie müssen vor den Rowdys, in deren Schlepptau auch Auggies Schwester Ruth ist, flüchten. Bald treffen sie auf Ramon, der seinerseits auf der Flucht ist, und bereits von Polizeichef Turner (Gil Bellows) mit argwöhnischem Blick begrüßt wurde. Gemeinsam brechen die vier auf, um ein Geisterhaus auszukundschaften. Das Anwesen gehörte einst der Familie Bellows, deren Tochter Sarah früher im Keller eingesperrt wurde. Der Legende nach erzählte Sarah Bellows Kindern durch die Mauer des Gebäudes gruselige Geschichten. Die Kinder verschwanden daraufhin und Sarah Bellows schrieb die Geschichten mit ihrem Blut in ein Buch. Als Stella und die drei Jungs in der verlassenen Villa jenes Buch finden, nehmen die schaurigen Ereignisse ihren Lauf. Es scheint, als wäre das Buch zum Leben erwacht.
 

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Was passiert, wenn Geschichten nicht einfach Geschichten bleiben? Scary Stories ab Halloween im Kino! #ScaryStories #ScaryStoriesToTellInTheDark #eOne #Halloween #Horrorfilm

— scarystories.derfilm September 24, 2019

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Dass eine Gruppe von Teenagern in ein gespenstisches altes Haus einbricht, weswegen sich dann allerlei Spuk Bahn bricht, ist ein altbekanntes Motiv in Horrorfilmen. Dennoch sollte man diesen Film deswegen nicht als alten Hut abtun. Nicht nur, dass das Mädchen in der Gruppe in diesem Film nicht das nervig-ängstliche Anhängsel geben muss, ein Klischee, das so viele Filme dieses Genres bedienen, Stella Nicholls ist die treibende Kraft der Geschichte. Zwar fehlt es ihr am Anfang an Selbstvertrauen, weswegen sie ihre Texte nicht in der Schülerzeitung veröffentlichen will, gegenüber ihren beiden pubertären Freunden hat sie aber am meisten Reife. Das verwundert nicht, muss sie doch den Haushalt schmeißen, seit ihre Mutter sie und ihren Vater, Deputy Roy Nicholls (Dean Norris), verlassen hat. Stella ist dabei nicht die einzige Figur mit einer vernünftigen Hintergrundgeschichte. Auch Ramon hat eine interessante Story, die sich im Verlauf des Films entfaltet. Die Charaktere Chuck und August kommen dabei etwas kürzer, die Identifikation gelingt aber auch mit ihnen.
 

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Neugier kann tödlich sein. Auch für euch! Scary Stories to Tell in the Dark - ab Halloween im Kino. #ScaryStories #ScaryStoriesToTellInTheDark #eOne #Halloween #Horrorfilm

— scarystories.derfilm October 7, 2019

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Bisweilen hat die Handlung zwischen den einzelnen Scary Stories ihre Längen, aber nie so, das wirklich Langeweile aufkommt. Der Film versteht es, Spannung immer weiter aufzubauen. Auch die Rahmenhandlung basiert lose auf einer der Geschichten aus Schwartz' Büchern. Besondere Liebe zum Detail haben die Macher aber nicht nur bei der Umsetzung der Geschichten walten lassen, sondern vor allem bei der Gestaltung der Monster. Die Illustrationen von Stephen Gammell wurden vom Filmteam wahrhaftig zum Leben erweckt. Statt sich komplett auf die Möglichkeiten moderner CGI Technik zu verlassen, wurden die Horror-Figuren von Künstlern verkörpert. Der "Jangly Man" wird beispielsweise von Troy James gespielt, der mit seinen unnatürlichen Verrenkungen schon die Jury von "America's Got Talent" zum Staunen brachte. Auch bei den anderen Figuren kamen Schauspieler zum Einsatz. Sie trugen Masken und Kostüme, die sich sehr eng an den Kohlezeichnungen der Bücher orientieren. Erst in der Postproduktion wurde den Monstern der letzte Schliff verpasst. Der zurückhaltende Einsatz von CGI Effekten steht dem Film ausgesprochen gut und fügt sich hervorragend in das Ambiente ein.
 

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Welche Scary Story wird dir zustoßen? Finde es an Halloween heraus! #ScaryStories #ScaryStoriesToTellInTheDark #eOne #Halloween #Horrorfilm

— scarystories.derfilm October 15, 2019

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Während das erste der Bücher im Jahr 1981 erschien, haben Øvredal und del Toro den Film im Jahr 1968 angesetzt. Die Ära, geprägt vom Wahlkampf Richard Nixons und dem Vietnamkrieg, wurde in "Scary Storys to Tell in the Dark" in ihrer Ästhetik sehr schön dargestellt. Darüber hinaus ist die Entscheidung, die Handlung des Films in dieser Zeit anzusetzen, kein Zufall. "Das ganze Ideal des amerikanischen Traums und der amerikanischen Unschuld veränderte sich. Denn die Welt wurde viel komplexer und auf neue Weise furchterregend,” beschreibt es del Toro. "Der Vietnamkrieg ist selbst eine Art von Gespenst, das über der Stadt aufzieht. Diese Kinder erleben ihre Initiationserfahrung in einer höchst unsicheren Zeit.” Die im Film erzählte Geschichte um die verschwundenen Kinder und die Schrecken, die damit einhergehen, steht somit in einem wechselseitigen Bezug zum allgemeinen Geschehen in der Zeit der Filmhandlung. Der Vietnamkrieg beschwörte auch allerlei Horror herauf, und die Kinder vieler amerikanischer Familien verschwanden unwiederbringlich.
 

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Auch Ramon bekommt das politische Klima der Zeit zu spüren, wenn er wiederholt offen rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist, etwa von Seiten des Police Chiefs. Doch Nixon, der Vietnamkrieg und Rassismus sind nicht mehr als Hintergrundrauschen und genügen nicht zu einem sozialkritischen Kommentar des Films. So wirkt die politische Komponente der Story einerseits dünn und andererseits sogar etwas ablenkend. Es bleibt offen, wohin die Macher mit diesen Elementen wollten, denn sie gehen höchstens den halben Weg. So scheint es beinahe Zeitverschwendung zu sein, diese Themen überhaupt im Film aufzugreifen.
 

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Das Tempo des Films variiert stark. Die Passagen zwischen den einzelnen Kurzgeschichten, während sich also die Rahmenhandlung entfaltet, wirken beinahe wie Verschnaufpausen für die Zuschauer, denn wenn sich im Buch eine neue Geschichte schreibt, wird das Tempo rasant angezogen. Die Kids können im Buch beobachten, wie die blutigen Lettern wie von Geisterhand auf dem Papier erscheinen, und die Geschichten so in ihrem Entstehungsprozess miterleben. Zeitgleich passiert das, was nun im Buch steht, auch tatsächlich und so bedeutet jede Horrorgeschichte ein Wettrennen gegen die Zeit, um ein Leben zu retten. Doch die Uhr tickt. Das Ende des Films lässt übrigens die Möglichkeit einer Fortsetzung offen.

Szenenbilder aus "Scary Stories To Tell In The Dark" (12 Bilder)

Szenenbilder aus "Scary Stories To Tell In The Dark"
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Szenenbilder aus "Scary Stories To Tell In The Dark"
Szenenbilder aus "Scary Stories To Tell In The Dark"


Fazit

"Scary Stories to Tell in the Dark" ist ein guter, von Guillermo del Toro produzierter Horrorfilm, der sich auch für etwas jüngere Horrorfans und jene Menschen eignet, die es nicht ganz so krass mögen. Man sieht ihm die Handschrift seines Produzenten und auch die des Regisseurs André Øvredal an. Für ein amerikanisches Publikum, das mit den Büchern von Schwartz aufgewachsen ist, hat der Film sicherlich eine größere Bedeutung als für ein Publikum, das mit den Werken nicht vertraut ist. Aber auch für sich genommen, ist der Film gelungen. Der Kinobesuch lohnt sich. Wer sich zu Halloween mit einem schön erzählten Film gruseln will, dem sei der Kinobesuch empfohlen. Wer aufgrund des Settings einen fundierten politischen Kommentar erwartet, wird hingegen enttäuscht.

Originaltitel: "Scary Stories to Tell in the Dark"; USA 2019; Regie: André Øvredal; Drehbuch: Guillermo del Toro, Dan Hageman, Kevin Hageman; Produzenten: Guillermo del Toro, Jason F. Brown, J. Miles Dale, Sean Daniel, Elizabeth Grave; Darsteller: Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Austin Zajur, Gabriel Rush, Natalie Ganzhorn, Austin Abrams, Dean Norris; Laufzeit: 107 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; Kinostart: 31. Oktober 2019; Verleih: Entertainment One Germany

[Hauke Koop]

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