Kino-Tipp

"Drei Tage und ein Leben"

published: 01.09.2020

Der kleine Antoine (Jérémy Senez) muss darum fürchten, dass sein Geheimnis ans Tageslicht kommt (Foto: Nicolas Schul / 2019 Mahi Films – Gaumont - France 3 Cinema- Ganapati - La Company – Umedia - Nexus Factory) Der kleine Antoine (Jérémy Senez) muss darum fürchten, dass sein Geheimnis ans Tageslicht kommt (Foto: Nicolas Schul / 2019 Mahi Films – Gaumont - France 3 Cinema- Ganapati - La Company – Umedia - Nexus Factory)

So sehr man es sich auch wünscht, die Fragen, was richtig und falsch, was gut und böse ist, sind selten so klar zu beantworten, wie es auf den ersten Blick erscheint. Diese Tatsache hält das französische Kriminaldrama "Drei Tage und ein Leben" in Person des kleinen Jungen Antoine den Zuschauern eindrucksvoll vor Augen. Der Film ist eine Infragestellung von Moral und Schuld und erscheint am 3. September in den deutschen Kinos.

Drei Tage und ein Leben - Deutscher HD-Trailer


Die Handlung: In einem kleinen Dorf in den Ardennen verschwindet der kleine Rémi spurlos. Eine großangelegte Suchaktion bleibt ergebnislos, nachdem am dritten Tag nach dem Verschwinden des Jungen ein Sturm die gesamte Region erschüttert. Lediglich der zwölfjährige Antoine weiß, was geschehen ist. 15 Jahre später kehrt Antoine nach Hause zurück. Bei Aufräumarbeiten wird eine schreckliche Entdeckung gemacht. Antoine muss sich entscheiden: Soll er endlich die Wahrheit sagen? Doch Antoine scheint nicht der einzige zu sein, der etwas zu verbergen hat.
 

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Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des französischen Autors Pierre Lemaitre, der auch das Drehbuch schrieb. Im Film steht allerdings nicht die Aufklärung des Geheimnisses im Vordergrund. Vielmehr konzentriert sich Regisseur Nicolas Boukhrief auf die Frage nach der Moral. Gut und Böse verschwimmen bis zur Unkenntlichkeit, doch macht das keine der Figuren frei von Schuld und der Frage, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat.

Dieser Effekt geht auf die Zuschauer über. Geschickt werden die Kinobesucher hier zu Zeugen des Verschwindens, sie sollen genauso von dem Geschehenen betroffen sein, wie Antoine es ist. Sie erleben mit, was der Junge verschweigt und mit welchen Konsequenzen er zu kämpfen hat. Und auch sie stellen letztlich wohl fest, dass der Preis für das Schweigen möglicherweise zu hoch ist. Antoines Fehler lassen ihn nie richtig los.
 

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Dieses Gefühl wird von Pablo Pauly, dem Schauspieler, der den erwachsenen Antoine verkörpert, beeindruckend eingefangen. Fast noch beeindruckender ist allerdings Jérémy Senez als junger Antoine, der die Last und das Grauen des Geschehenen mit seiner Mimik unglaublich nachvollziehbar vermittelt. Der Zuschauer erlebt hier die echte Angst eines kleinen Jungens mit. Auch der Vaters des verschwundenen Jungen wird mitreißend dargestellt, gespielt von Charles Berling.

Die Zuschauer lernen sehr schnell das Dorf und seine Bewohner kennen und fühlen sich ihnen verbunden. Es wirkt lebendig. Jede relevante Figur scheint ihre Geheimnisse zu haben, auch Nebenfiguren sind nicht bloße Karikaturen. Allerdings ist nicht alles im Film gelungen. So lebendig das Dorf auch erscheint, so unglaubwürdig ist der Sturm, der die Region heimsucht. Stark überzogen und surreal inszeniert, reißt das offensichtlich unwirkliche Wetter die Kinobesucher aus der Realität des Filmes heraus, die sonst so überzeugend geschaffen wird.
 

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Dies ist allerdings nur ein kleiner Wermutstropfen eines ansonsten gelungenen und emotional mitreißenden Kinoerlebnisses. "Drei Tage und ein Leben" wirft viele Fragen auf und beantwortet die wenigsten. Es liegt in der Hand der Zuschauers, ein Fazit zu ziehen und die Frage nach richtig und falsch zu beantworten.

Originaltitel: "Drei Tage und ein Leben"; Kriminaldrama; FR 2019; Regie: Nicolas Boukhrief; Drehbuch: Pierre Lemaitre; Darsteller: Sandrinne Bonnaire, Pablo Pauly, Charles Berling, Philippe Torreton, Margot Bancilhon, Jeremy Senez, Dimitri Storoge, Arben Bajraktaraj; Laufzeit: 119 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; Kinostart: 3. September 2020; Verleih: Atlas Film

Der Autor: Jakob Baumgardt

Der Autor: Jakob Baumgardt

Als gebürtiger Hamburger ist Jakob manchmal etwas kurz angebunden. Er brennt schnell für ein Thema, wenn es um Sport oder Musik geht. Jakob probiert sich gerne kreativ aus und in seiner Freizeit geht ihm nichts über entspannte Abende und laute Boxen. In seinem Studium lernt er neben Journalismus und PR auch die negativen Seiten der Medien kennen. Er kann sich durchaus vorstellen, später einmal auszuwandern.

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