Kino-Tipp

"The New Mutants": Ein etwas anderer "X-Men"-Film

published: 11.09.2020

"The New Mutants" versucht sich an einem alternativen Ansatz im "X-Men"-Universum (Foto: Disney) "The New Mutants" versucht sich an einem alternativen Ansatz im "X-Men"-Universum (Foto: Disney)

Jeder Teenager hat mit Problemen zu kämpfen. Ängste, Schuld und schlimme Erfahrungen sind nur einige der Dinge, mit denen man im Laufe des Lebens konfrontiert wird. Dass dies für jeden gilt, zeigt der neue "X-Men"-Ableger "The New Mutants". Er zeigt dem Zuschauer in klassischer Coming-of-Age-Manier den Umgang junger Mutanten mit ihren Fähigkeiten und ihren vergangenen Traumata, bevor er in eine weniger gelungene Mischung aus Horror und Action abdriftet. Der Film ist ab sofort im Kino zu sehen.

The New Mutants | Official Trailer | 20th Century FOX


Nachdem ihr Cheyenne-Reservat von einem mysteriösen Sturm zerstört wurde, wacht die junge Dani Moonstar (Blu Hunt) in einer Klinik auf. Dort lernt sie, dass sie eine Mutantin ist - und lernt direkt einige weitere kennen. Für sie wie für ihre Mitinsassen Illyana (Anya Taylor-Joy), Sam (Charlie Heaton), Roberto (Henry Zaga) und Rahne (Maisie Williams) gilt es zu lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren, um sich wieder frei bewegen zu können. Aber ist das wirklich der Fall?
 

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Der Film glänzt in seiner Charakterisierung der Teenie-Mutanten, die allesamt mit vergangenen Traumata zu kämpfen haben. Während sich diese immer öfter zeigen, lernt der Zuschauer viel über die Gefühle der Angst und Schuld, die als Folge dieser Ereignisse bleiben. "The New Mutants" hat seine Stärken als Charakterstudie.
 

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Die Botschaft ist klar: Es gilt, seine Ängste zu überwinden und mit der eigenen Schuld zu leben. Es gilt, erwachsen zu werden. Das ist insbesondere an der Liebesbeziehung zwischen Hauptfigur Dani und der schottischen Mutantin Rahne zu sehen. Nicht nur offenbaren die Schauspielerinnen hier viel Chemie, der Zuschauer erlangt außerdem einen noch tieferen Einblick in die Gefühlswelt beider Mädchen. Und dafür braucht es nicht einmal besonders viele Worte.
 

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So wunderbar Regisseur Josh Boone dies auch gelingt, der Film versteht sich auch als Horror-Drama - und das ist er nur mit mäßigem Erfolg. Die Horror-Elemente dienen als wunderbare Visualisierung des inneren Konfliktes der Figuren, einen wahren Schocker sucht man allerdings vergeblich. Auch dem großen Showdown gegen Ende gelingt es nicht, wirklich Spannung zu erzeugen. Keine der Figuren scheint jemals wirklich in Gefahr zu sein, zu offensichtlich ist ein Ausweg zu erkennen.
 

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Es war bereits im Vorwege davon auszugehen, dass dieser Film kein Meisterstück werden würde. Zu viele Probleme gab es schon in der Vorproduktion, zu viele Verzögerungen beeinträchtigten nicht nur den Kinostart. Und doch gelingt es Regisseur und Cast hier mit dem Fokus auf dem Inneren des Menschen, den Film zu einem schönen Abschluss der "X-Men"-Saga zu erheben.
 

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Und das, ohne die Fehler seiner Vorgänger zu machen. Wo Action oft der einzige Sinn eines Filmes dieser Reihe zu sein schien, ist hier Action nur Mittel zum Zweck. "The New Mutants" fokussiert auf die Charaktere. Ihre Kräfte sind eine Manifestation ihrer Probleme. Das sorgt dafür, dass der Zuschauer sich den Figuren verbunden fühlt.
 

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Das größte Problem des Filmes ist sicherlich, dass er einen ungewollten Abschluss markiert. Er war nie als letzter "X-Men" vorgesehen. Er wirft zum Ende hin neue Fragen auf, die nach der Übernahme von 20th Century Fox (jetzt 20th Century Studios) durch Disney und dem damit verbundenen Ende der Reihe wohl nie beantwortet werden. Angesichts der Umstände ist "The New Mutants" wohl die bestmögliche Version seiner selbst und für jeden Fan einen Kinobesuch wert.
 

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Der Autor: Jakob Baumgardt

Der Autor: Jakob Baumgardt

Als gebürtiger Hamburger ist Jakob manchmal etwas kurz angebunden. Er brennt schnell für ein Thema, wenn es um Sport oder Musik geht. Jakob probiert sich gerne kreativ aus und in seiner Freizeit geht ihm nichts über entspannte Abende und laute Boxen. In seinem Studium lernt er neben Journalismus und PR auch die negativen Seiten der Medien kennen. Er kann sich durchaus vorstellen, später einmal auszuwandern.

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