Der Film "Wanda, mein Wunder" begleitet die Pflegerin Wanda (Agnieszka Grochowska) bei ihrer Arbeit in einer komplizierten Familie: Sie pflegt den Patriarchen Josef (André Jung), der nach einem Schlaganfall bettlägerig ist (Foto: Zodica Pic. Ltd) Der Film "Wanda, mein Wunder" begleitet die Pflegerin Wanda (Agnieszka Grochowska) bei ihrer Arbeit in einer komplizierten Familie: Sie pflegt den Patriarchen Josef (André Jung), der nach einem Schlaganfall bettlägerig ist (Foto: Zodica Pic. Ltd)
Kino-Tipp

"Wanda, mein Wunder"

Wanda (Agnieszka Grochowska) arbeitet bei der Familie Wegmeister-Gloor als Pflegekraft für das Familienoberhaupt Josef (André Jung). Nach einem Schlaganfall ist dieser bettlägerig und ständig auf Wandas Hilfe angewiesen. Obwohl die Arbeit schlecht bezahlt ist, kehrt die Polin immer wieder zur Familie am Zürichsee zurück. Sie muss für ihre beiden Söhne und ihre Eltern in Polen sorgen.

Tag für Tag ist sie den Launen und Eigenheiten der Familienmitglieder ausgesetzt: dem zeternden Josef, der arroganten Ehefrau Elsa (Marthe Keller), Sohn Gregor (Jacob Matschenz), der bald das Familienunternehmen übernehmen soll, und der Tochter Sophie (Birgit Minichmayr). Diese interessant sich hauptsächlich für ihre Karriere und kommt die Familie nur selten besuchen. Wenn er nicht gerade auf Geschäftsreise ist, bringt sie ihren spießigen Ehemann Manfred (Anatole Taubman) mit. Bald ist es Wanda, die für mehr Tumult im Leben der Familie sorgt. Schau dir hier den Trailer zum Film an:

WANDA, MEIN WUNDER | Offizieller Trailer

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"Wanda!", schallt Josefs Ruf nachts durch das Babyfon – oder er dringt durch das gesamte Haus bis in den Garten. Und Wanda kommt. Auch nachdem Elsa bei den Gehaltsverhandlungen um jeden Euro feilschte, arbeitet die polnische Pflegerin weiterhin geduldig. Josefs Familie stellt sich bei ihren Versuchen, dem alternden Familienoberhaupt zu helfen, sehr ungeschickt an: Mal versucht sie es mit einem Fitnessrad, das dafür sorgen soll, ihn wieder beweglicher zu machen. Aber Josef will nur Wanda. "Die andere war eine Katastrophe, so laut und so grob", sagt er über seine vorherige Pflegekraft. Für Gefälligkeiten bezahlt er Wanda mit Geld, das er heimlich in einer Kiste neben dem Bett versteckt. Diese Möglichkeit zu Machtausübung und Selbstbestimmung ist dem pensionierten Geschäftsmann geblieben.
 


Bei der Feier zum 70. Geburtstag des Patriarchen muss die Pflegerin in der Küche bleiben und wird von Sophie herumgescheucht. Als alle auf "die Firma" anstoßen, liegt das Familienoberhaupt oben im Bett. "Wie du das alles hinkriegst, Elsa", loben die Gäste die Ehefrau – während Wanda das Essen vorbereitet und die Sektgläser spült. Zwischenzeitlich kehrt sie in ihre Heimat zurück, muss aber immer wiederkommen, wenn das Geld knapp wird. Die Nachricht von Wandas Schwangerschaft bringt das Verhältnis zwischen den Wegmeister-Gloors und der Pflegekraft dann endgültig durcheinander. Die familieninternen Beziehungen werden auf die Probe gestellt und treiben die Menschen buchstäblich in den Wahnsinn.

"Wanda, mein Wunder" zeichnet das Bild einer zerrütteten Familie. Durch Wandas Augen bekommt der Zuschauer einen so intimen Einblick in den Alltag mit einer pflegebedürftigen Person, wie man ihn selten im Kino gesehen hat. Jede Figur ist dabei auf ihre ganz eigene Weise unglücklich. Im Laufe des Films entwickelt man immer wieder neue Sympathien für jeden einzelnen - egal, wie abscheulich sich derjenige verhalten hat. Birgit Minichmayr spielt die ehrgeizige Sophie und deren Frustrationen mit so viel Energie, dass man ihr gerne dabei zuschaut – obwohl man sie am liebsten hassen würde. Auch Marthe Keller brilliert in ihrer Rolle als Ehefrau, die Haltung bewahren muss, aber am Ende daran scheitert. Untermalt wird das Ganze mit großartiger Musik, die auch dramatische Szenen skurril erscheinen lässt. Der Film überzeugt vor allem mit den vielen haarsträubenden Wendungen, die der Story Tempo verleihen und die Mischung aus Komödie und Drama perfekt machen.
 


Originaltitel: "Wanda, mein Wunder"; Drama; Schweiz 2020; Regie: Bettina Oberli; Drehbuch: Bettina Oberli, Cooky Ziesche; Darsteller: Agnieszka Grochowska, Marthe Keller, André Jung, Birgit Minichmayr, Jacob Matschenz, Anatole Taubman; Laufzeit: 112 Minuten; FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung; Verleih: X-Verleih

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.