David Kross im Interview

"Lust auf Reisen"

published: 18.12.2009

David Kross gab Pointer ein Interview (Foto: Public Address) David Kross gab Pointer ein Interview (Foto: Public Address)

In der Rolle des Rucksacktouristen Ben verliebt sich David Kross in seinem neuen Film in eine Kambodschanerin. "Same Same But Different" ist bereits sein dritter Film mit Regisseur Detlev Buck - und sein erster nach dem internationalen Durchbruch mit "Der Vorleser" an der Seite von Kate Winslet. Unikosmos sprach mit dem sympathischen 19-Jährigen über die Dreharbeiten, Reisen, sein Schauspielstudium und darüber, wie er mit dem Berühmtsein umgeht.

• Wie gefällt Dir Dein neuer Film "Same Same But Different"?
David Kross: "Bei den Dreharbeiten in Kambodscha ist es manchmal richtig drunter und drüber gegangen. Wenn man dann den fertigen Film sieht, weiß man, wofür man das alles gemacht hat. Ich finde ihn großartig. Er hat wahnsinnig schöne Bilder und tolle Musik. Wenn ich ihn sehe, macht er mir immer Lust auf Reisen."

• Bist Du selbst schon mal als Rucksacktourist unterwegs gewesen?
"Nicht wie Benjamin Prüfer in der Geschichte, der drei Monate in Asien war – richtig weg von Zuhause, nur mit dem Rucksack unterwegs. So etwas Extremes habe ich noch nicht gemacht, hätte aber eigentlich auch mal Lust dazu. Am liebsten mit ein paar Freunden nach Südamerika."

• Was hat während der Dreharbeiten in Kambodscha den stärksten Eindruck auf Dich gemacht?
"Kambodscha verändert sich gerade stark, aber als wir dort waren, war es noch sehr ursprünglich und einfach. Dort haben die Menschen eine ganz andere Mentalität. Es gibt ganz wenig Regeln dort, verglichen mit Deutschland. Beispielsweise im Verkehr: Dort gibt es praktisch gar keine Regeln. Jeder fährt im Prinzip so, wie er will - und trotzdem funktioniert es irgendwie."

David Kross (4 Bilder)

David Kross
David Kross
David Kross
David Kross

• Im Film fällt Dein britischer Akzent auf – Ben unterhält sich ja mit anderen Touristen und Sreykeo auf Englisch. Wo hast Du die Sprache so gut gelernt?
"Das kommt wahrscheinlich von 'Der Vorleser'. Das war ja mein erster englischsprachiger Film und wir haben auch auf Englisch gedreht - die deutsche Fassung habe ich erst im Nachhinein gemacht. Meine ganze Vorbereitung damals war darauf fixiert, dass ich Englisch lerne. Ich hatte einen Coach, der mit mir das Drehbuch durchging und mir die verschiedenen Laute erklärt hat. Aber wenn ich in England bin, hören die Leute dort schon noch, dass ich aus dem Ausland komme (lacht)."

• Du hast ein Studium an der London Academy of Music and Dramatic Art angefangen, nicht wahr?
"Ja, aber das habe ich abgebrochen. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Im Moment ist das nicht die beste Form für mich, mich weiterzubilden. Die Schule ist sehr Theater-orientiert, es ist keine Filmschule. Dort hätte ich zwar noch viel lernen können, aber heute ist nicht der richtige Zeitpunkt. Vielleicht will ich in drei Jahren oder so unbedingt zum Theater und mache dann eine Ausbildung dafür. Jetzt muss ich erstmal gucken, was ich mir suche und als nächstes machen möchte."

Ein Grußwort von David Kross

Public Address

• Wie lautet Dein Rat für junge Leute, die ebenfalls gerne Schauspieler werden wollen?
"Man braucht auf jeden Fall Leidenschaft für den Beruf, Entschlossenheit und eine wahnsinnig große Selbstdisziplin, weil man ja häufig Pausen hat, die man sinnvoll nutzen sollte. Ich finde, es ist ein sehr schwieriger Beruf und es gibt auch sehr viele Schauspieler. Im Endeffekt kommt es einfach darauf an, dass man ein bisschen Glück hat."

• Wie ist es für Deine Geschwister, dass Du berühmt bist?
"Ich finde, dass sie damit wahnsinnig gut umgehen. Die Aufmerksamkeit hält sich jetzt auch wieder im Rahmen. Während der Berlinale wurde ich gehypt, aber das ist nur eine Blase, die irgendwann platzt. Dann wird es wieder für eine Zeit ruhiger. Während der Berlinale war es wirklich so, dass Journalisten vor der Haustür standen. Wenn meine Geschwister in so einer Situation die Tür aufmachen, wären sie ja schutzlos. Deshalb muss man ihnen sagen, dass sie immer fragen und gucken sollen, wer da ist. Aber sie sind sehr gut damit umgegangen. Und ich vertraue ihnen auch, dass sie nichts über mich erzählen, was ich nicht möchte."

Obwohl David als internationaler Kinostar gilt, ist er bescheiden und bodenständig geblieben (Foto: Public Address/Jan Northoff)Obwohl David als internationaler Kinostar gilt, ist er bescheiden und bodenständig geblieben (Foto: Public Address/Jan Northoff)

• In einer Szene des Films in Hamburg in einem Redaktionsbüro spielst Du mit Mario Adorf. Wie war das?
"Das war sehr lustig und ich muss an dieser Stelle auch immer lachen, wenn ich den Film sehe. Ich stehe da neben ihm und sage, wie ich mich freue und will ihm von Kambodscha erzählen. Er überlegt lange und sagt dann einfach nur: 'Gut!' Man merkt, dass er mit seinen Gedanken ganz woanders ist. Das ist eine wirklich lustige Szene geworden. Mario Adorf ist ein großartiger Schauspieler. Es war mir eine große Ehre, neben ihm diese Szene zu haben. Er war auch sehr konzentriert… Man hat gemerkt, dass er diesen Beruf schon länger macht."

• Mit dem Regisseur Detlev Buck hast Du ja schon mehrere Filme gedreht. Inwiefern würdest Du sagen, dass Ihr eine besondere Beziehung habt?
"Wir sind schon auf eine bestimmte Art vertraut. Es wird einfacher, weil man sich besser kennt. Ich verstehe jetzt schneller, was er meint. Ich kann gut verstehen, dass manche Regisseure öfter mit denselben Schauspielern zusammen arbeiten, beispielsweise Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz. Dann sind sie nämlich ein Team. Allerdings möchte ich Detlev Buck und mich nicht mit diesen beiden vergleichen! Ich habe wahnsinnig großen Respekt vor Detlev Buck. Ich finde, er sucht sich immer tolle, interessante Stoffe aus und setzt sie sehr offen um, immer anders. Er versetzt sich sehr gut in die verschiedenen Genres hinein."

• Warum hast Du keine eigene Homepage – etwa davidkross.de?
"Weiß ich nicht. Ich glaube, das brauche ich nicht. Was soll ich denn da schreiben? Vielleicht könnte ich Bilder vom Dreh dort reinstellen… Hmm, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Bei davidkross.de würde ich mir vorkommen wie ein Unternehmen - und so fühle ich mich einfach nicht."

Hier kannst Du Dich kostenlos zur exklusiven Preview von "Same Same But Different" anmelden - und den Film am 13. Januar um 20 Uhr mit einer Begleitperson Deiner Wahl in Berlin, Hamburg, München, Köln oder Essen schon vor dem offiziellen Kinostart sehen.

Hier geht es zur Homepage des Films.
In der Rolle des Rucksacktouristen Ben verliebt sich David Kross in Detlev Bucks neuem Film "Same Same But Different" in eine junge Kambodschanerin. Unikosmos sprach mit ihm über die Dreharbeiten, Reisen, sein Schauspielstudium und darüber, wie er mit dem Berühmtsein umgeht.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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