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DVD-Tipp

"Referees At Work"

published: 06.07.2010

"Referees At Work – Schiedsrichter im Fokus" (Edel)"Referees At Work – Schiedsrichter im Fokus" (Edel)

Nicht nur jetzt bei der Weltmeisterschaft in Südafrika schaut man bei den Schiedsrichtern genau hin. Auch schon bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz schimpften Fußballfreunde aller Länder über die Männer mit der Pfeife. Dieser Dokumentarfilm von Jean Libon und Yves Hinant hat sich der geheimnisvollen Spezies angenähert und beobachtete die Referees beim Training, bei der Arbeit, beim Bier nach dem Spiel, beim Debriefing mit den UEFA-Offiziellen und bei ihrer Familie.

Platzverweis für Löw

Erhellend ist es allemal, was man hier sieht: Auch die Schiedsrichter-Teams sind vor dem Gang aufs Spielfeld nervös, bilden einen Kreis und wünschen sich Glück, haben ihren Talisman oder Rituale, auf die sie vertrauen. Dann die Gänsehaut-Atmosphäre auf dem Spielfeld und die atemberaubende Schnelligkeit, mit der Entscheidungen getroffen werden müssen. "Referees At Work" ist dabei, wenn Schiedsrichter ihre Assistenten abkanzeln, Abseits-Tore geben, Fouls übersehen oder Übeltäter aus den Augen verlieren. Der Film hat kuriose Szenen eingefangen, etwa als eine Fahne des Linienrichters kaputtging oder der tschechische Spieler Milan Baros das Kunststück fertig brachte, sich, auf der Reservebank sitzend, eine Gelbe Karte einzuhandeln. Auch Jogi Löws berühmte Verbannung auf die Tribüne ist enthalten. Manuel Mejuto Gonzalez hieß der spanische Schiri, der ihn zusammen mit Österreichs Coach Josef Hickersberger der Coaching Zone verwies.

Gefährlicher Job

Dass die spanische Mannschaft ins Finale kam, bedeutete für diesen Gonzalez dann das EM-Aus und die Heimfahrt. Sein Ende der Einsätze war für den englischen Schiedsrichter Howard Webb mit weitaus mehr Sorgen verbunden. Mit dessen Erlebnissen zeigt der Film, dass die Emotionalisierung der Massen bei sportlichen Großveranstaltungen auch gefährliche Züge tragen kann. Webb hatte im Spiel Polen gegen Österreich in der 93. Minute einen Elfmeter für Österreich gegeben, der zum Ausgleich führte. Anschließend montierten anonyme Absender im Internet einen Hitlerschnurrbart auf Webbs Foto und schickten ihm sogar Morddrohungen. Selbst der polnische Premier Donald Tusk attackierte den Referee öffentlich über Gebühr, indem er sagte, er habe Webb nach diesem "offensichtlichen Fehler" umbringen wollen. Der Engländer und seine Familie in England brauchten daraufhin erhöhten Polizeischutz.

Ein Fazit drängt sich auf: Die "Männer in Schwarz", die 2008 allerdings mehrheitlich blaue oder gelbe Trikots trugen, sind der ständigen Kritik derer ausgesetzt, die weitaus bessere Möglichkeiten haben, eine Situation - zudem im Nachhinein - zu beurteilen. Über Zeitlupe und fünf verschiedene Kameraeinstellungen verfügen die Referees nun einmal nicht. Sie müssen sich auf das potenziell falsche Wort ihrer Linienrichter verlassen. Wie sagte Schiedsrichter Massimo Busacca, der ein Abseits-Tor für Schweden gegeben hatte, nach dem Abpfiff gegenüber einem Spieler Griechenlands: "Es tut mir wirklich leid. Wir sind nicht Gott, wir machen Fehler!" Schlimmstenfalls steht der Referee als Schuldiger an der Schande einer ganzen Nation da und bestenfalls als einsamer Held. Die interessanteste Frage beantwortet der Film übrigens nicht: Warum jemand überhaupt Schiedsrichter werden will.

"Referees At Work – Schiedsrichter im Fokus" ist einer von sechs Filmen, der in der zweiten Ausgabe der DVD-Kollektion "6 Fußballklassiker" des Magazins "Elf Freunde" enthalten ist.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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