Kino-Tipp

"Das Lied in mir"

published: 10.02.2011

Maria (Jessica Schwarz) will von Anton (Michael Gwisdek) die Wahrheit wissen  (Foto: Schwarz-Weiß Filmverleih) Maria (Jessica Schwarz) will von Anton (Michael Gwisdek) die Wahrheit wissen (Foto: Schwarz-Weiß Filmverleih)

Die Deutsche Maria (Jessia Schwarz) strandet bei einer Zwischenlandung auf dem Flughafen in Buenos Aires. Dort hört die 31-Jährige ein spanisches Kinderlied, das überraschend Erinnerungen in ihr weckt. Wie kann das sein? Woher könnte sie dieses Lied kennen? Schließlich hat sie nie Spanisch gelernt! Verstört unterbricht sie ihre Reise und bleibt in der fremden Stadt.

Als sie ihrem Vater Anton (Michael Gwisdek) telefonisch davon erzählt, setzt der sich sofort in den nächsten Flieger zu ihr nach Argentinien. Auf Marias Fragen nach ihrer Vergangenheit antwortet er zunächst ausweichend. Doch Maria bohrt nach der Wahrheit und schließlich erzählt Anton, was man ihr bislang verschwiegen hatte: Er beichtet seiner Tochter, dass sie ihre ersten drei Lebensjahre in Buenos Aires verbrachte und er und seine Frau nicht ihre leiblichen Eltern sind. Diese verschwanden 1980 als Opfer der argentinischen Militärdiktatur. Anton, der damals in einer argentinischen Firma arbeitete, und seiner Frau adoptierten Maria und brachten sie nach Deutschland.

Das Lied in mir - Trailer Die junge Deutsche Maria hört bei einer Zwischenlandung in Buenos Aires ein spanisches Kinderlied und bricht zusammen. Maria hat nie Spanisch gelernt und erkennt doch das Lied. Fast 30 Jahre hat ein Das Lied in mir - Trailer

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Ungeachtet Antons Drängen, schnell wieder nach Deutschland zurückzukehren, macht sich Maria vor Ort auf die Suche nach ihrer argentinischen Familie. Bald stößt sie auf Estela (Beatriz Spelzini), die sie als Tochter ihrer verschwundenen Schwester Marcella erkennt. Glückselig feiert man das Wiedersehen. Doch die Freude wird getrübt, als sich bei der mühsamen Verständigung mithilfe des deutsch sprechenden Polizisten Alejandro (Rafael Ferro) zunehmend Widersprüche zu Antons Geschichte auftun…

Dieser spannende Film berührt die Zuschauer wohl deshalb so tief, weil er um die existenziellen Fragen kreist, wer wir sind, woher wir kommen und was uns ausmacht. Auf der Suche nach ihren Wurzeln und ihrer Identität begleiten wir Jessica Schwarz als Maria. Sie spielt die Zerrissenheit der Figur absolut glaubwürdig – in dem Dilemma, einerseits die Wahrheit über ihre Herkunft erfahren und andererseits ihren Ziehvater Anton beschützen zu wollen.

"Das Lied in mir" (16 Bilder)

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Zumindest auf Festivals legte der Film schon eine beachtliche Karriere hin: "Das Lied in mir" erhielt in Montréal die Kritikerauszeichnung FIPRESCI Preis und den Publikumspreis. Beim Filmfestival Zürich sowie bei den Internationalen Hofer Filmtagen kam er ebenfalls gut an und bekam u.a. den Kodak Eastman Förderpreis. Bei den Biberacher Filmfestspielen schnitt Florian Cossens Werk als bester Debütfilm ab. Auch kommerziellen Erfolg verdient "Das Lied in mir". Also auf ins Kino!

"Das Lied in mir"; Drama - Deutschland/Argentinien 2010; Regie: Florian Cossen; Drehbuch: Elena von Saucken, Florian Cossen; Kamera: Matthias Fleischer; Darsteller: Jessica Schwarz, Michael Gwisdek, Rafael Ferro, Beatriz Spelzini; Laufzeit: 95 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; Kinostart: 10. Februar 2011; Verleih: Schwarz-Weiß Filmverleih

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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