Kino-Tipp

"Melancholia"

published: 06.10.2011

Justine (Kirsten Dunst) ist nicht nach Hochzeitsfeier zumute  (Foto: 2011 Concorde Filmverleih GmbH) Justine (Kirsten Dunst) ist nicht nach Hochzeitsfeier zumute (Foto: 2011 Concorde Filmverleih GmbH)

Bereits im Prolog verrät Regisseur Lars von Trier zur Musik von Richard Wagners "Tristan und Isolde", wie der Film ausgeht: Alle sterben, die Menschheit wird vernichtet, weil ein unheilvoller Planet mit dem Namen "Melancholia" auf die Erde prallt. Vor dem drängenden Hintergrund dieser kosmischen Katastrophe erzählt der Däne bildgewaltig und metaphernreich über 130 Minuten, wie die Schwestern Justine (Kirsten Dunst) und Claire (Charlotte Gainsbourg) zueinander finden.

Mit großem Tamtam will Justine ihre Hochzeit mit Michael (Alexander Skarsgård) feiern. Doch schon die Anfahrt zum Landsitz von Claire und ihrem Ehemann John (Kiefer Sutherland) gerät ins Stocken: Die Stretch-Limousine ist einfach zu lang für den gewundenen Waldweg. Auch andernorts tun sich vermehrt Risse in der vermeintlich heilen Fassade auf: Justines Vater Dexter (John Hurt) stellt den Damen an seinem Tisch nach, seine Ex-Frau Gaby (Charlotte Rampling) wird von ihrem Schwiegersohn fast vor die Tür gesetzt und Justine zieht sich, von Vorahnungen geplagt, immer öfter von der Party zurück. Auf dem Golfplatz hat sie schließlich Sex mit einem Fremden. Ein Alptraum für den Hochzeitsplaner (Udo Kier).

MELANCHOLIA | Trailer | Deutsch Das Meisterwerk von Lars von Trier. Jetzt als DVD, Blu-ray und VoD: Amazon: http://amzn.to/HvZW59 iTunes: https://geo.itunes.apple.com/de/movie/melancholia/id517139303?at=1010l4Pn&mt=6 http://www.fac MELANCHOLIA | Trailer | Deutsch

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Als bekannt wird, dass der riesige Planet Melancholia mit beachtlichem Tempo auf die Erde zurast, reagieren die Gäste und Familienmitglieder völlig unterschiedlich. Während John zunächst Optimismus verbreitet, überwältigt Angst die sonst so besonnene Claire. Ausgerechnet die depressive Justine findet angesichts des drohenden Zusammenstoßes innere Ruhe.

"Melancholia" (10 Bilder)

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Schade, dass Lars von Trier, der selbst an Depressionen leidet, im Mai bei der Vorstellung von "Melancholia" in Cannes so idiotische Sachen sagte wie er sei ein Nazi und verstehe Hitler. Infolgedessen erhielt der Mitbegründer des "Dogma"-Kinos zum einen auf dem Festival Hausverbot. Zum anderen wandte sich die mediale Aufmerksamkeit hin zu ihm, dem plötzlich tragisch gescheiterten Provokateur, und ab von seinem aktuellen Werk. Sehr bedauernswert, wie gesagt: Denn der Film ist äußerst gelungen.

"Melancholia"; Drama/Science Fiction; Dänemark/Schweden/Frankreich/Deutschland 2011; Regie und Drehbuch: Lars von Trier; Kamera: Manuel Alberto Claro; Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Charlotte Rampling, John Hurt, Alexander Skarsgård, Stellan Skarsgård, Brady Corbet, Udo Kier; 136 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; Kinostart: 06. Oktober 2011; Verleih: Concorde

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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www.melancholia-derfilm.de

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