David Kross im Interview

Daumendrücken für die Oscars

published: 16.02.2012

David Kross sprach mit Unikosmos über "Gefährten" und die Oscars (Foto: Public Address) David Kross sprach mit Unikosmos über "Gefährten" und die Oscars (Foto: Public Address)

Nach "Der Vorleser" ist der deutsche Schauspieler David Kross wieder in einem Oscar-nominierten Film zu sehen: In dem 147-Minuten-Epos ""Gefährten"" von Steven Spielberg verkörpert der 21-Jährige den Soldaten Günther. Der Film läuft seit dem 16. Februar in den deutschen Kinos. Er erzählt die Geschichte des Pferdes Joey im Ersten Weltkrieg. Unikosmos sprach mit dem jungen Hollywood-Star.

Welcher Spielberg-Film hat Dir als Kind besonders gefallen?
David Kross: "Viele Filme von Spielberg haben mir sehr gut gefallen. Aber ich weiß noch, dass ich besonders 'E.T.' extrem gut fand, der hat mich sehr fasziniert. Witzigerweise sehe ich eine kleine Ähnlichkeit von 'E.T.' und 'Gefährten': die ungewöhnliche Perspektive. 'E.T.' erzählt alles aus der Sicht eines Aliens und 'Gefährten' aus der Sicht des Pferdes."

Gefährten - Offizieller Trailer https://www.facebook.com/movie.de Gefährten ("War Horse") von Steven Spielberg - Offizieller Trailer "Gefährten" (Originaltitel: "War Horse") ist der neue Film von Steven Spielberg und den Dreamwo Gefährten - Offizieller Trailer

Trailer zu "Gefährten"


Hast Du eine besondere Beziehung zu dem Pferd entwickelt?
"Ja, das ist automatisch passiert. Ich habe mich zwei Monate lang vorbereitet. Ich habe für die Rolle gut reiten lernen müssen. Zusammen mit dem ganzen anderen Cast, viele kamen aus England, aber es waren auch ein paar deutsche Schauspieler dabei, haben wir uns alle in einer Farm in der Nähe von London vorbereitet. Wir sind da jeden Tag zum Reiten gegangen - das hast sich dann zwischendurch ein bisschen so angefühlt, als wenn man in den Reiterferien wäre. Es waren tolle, super trainierte Pferde, es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich weiß noch, dass ich auf dem Pferd von Russell Crowe aus 'Robin Hood' geritten bin, dem weißen Pferd aus dem Film. Das war cool."

David Kross (19 Bilder)

David Kross
David Kross
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Erinnerst Du Dich noch an den Moment, als Du Spielberg zum ersten Mal begegnet bist? Wie hast Du Dich da gefühlt?
"Ich war natürlich wahnsinnig aufgeregt, als es losging. Das Treffen fand in einem Hotel in London statt: Die ganzen Schauspieler haben darauf gewartet, dass sie ihn das erste Mal treffen. Ich bin dann zusammen mit Leonard Carow, der meinen kleinen Bruder spielt, in das Zimmer gegangen. Da waren Spielberg und die Produzentin und ich war wahnsinnig aufgeregt, weil für mich ein Traum in Erfüllung gegangen ist, einmal mit Spielberg zusammenzuarbeiten. Es war aber einfach sehr, sehr angenehm und sehr, sehr nett. Er war enthusiastisch und wollte diesen Film unbedingt machen. Das war einfach schön zu sehen, dass jemand noch so enthusiastisch sein und sich fast wie ein Kind über den Stoff freuen kann."

Hat Spielberg erzählt, woher er Dich kannte?
"Wir haben auch kurz über den 'Vorleser' geredet, den hatte er gesehen und den fand er gut. Das hat mich natürlich sehr gefreut."

Gab es bei den Dreharbeiten zu "Gefährten" eine besondere Situation, die Dir noch sehr gut in Erinnerung ist?

"Es gab eine sehr schräge Situation für mich. Ich hatte eine Szene, wo ich mit zwei Pferden reiten musste. Auf dem einen galoppiere ich, das andere halte ich neben mir. Das hat immer gut geklappt. An dem Tag um fünf Uhr morgens haben wir das als erste Probe gemacht. Und dann haben sie leider einen Fehler gemacht und mir die falschen Pferde gegeben, die Stuntpferde! Die sind dann durchgedreht und ich konnte sie nicht mehr stoppen. Der Moment, in dem ich keine Kontrolle mehr habe, war nicht so angenehm. Ich musste eins loslassen und das ist dann in Wald gelaufen. Zum Glück haben sie es wieder bekommen. Am Ende haben sie die Pferde getauscht und alles hat wieder gut geklappt."

Welcher Schauspieler unter Deinen Kollegen hat Dich am meisten beeindruckt?
"Das ist ein super Cast gewesen, ganz tolle, feine Schauspieler. Als ich den Film gesehen habe, fand ich die Leistung von dem Franzosen, der den Großvater spielt, grandios. Aber auch Tom Hiddleston und Benedict Cumberbatch fand ich toll. Das sind alles echt gute, feine Schauspieler. Und sie waren auch einfach nett. Das waren Leute, mit denen man gerne am Set war."

Gibt es jemanden, mit dem Du unbedingt noch einmal drehen möchtest?
"Ich würde gerne mal mit Carey Mulligan spielen, mit der ich 2009 zusammen bei den Shootingstars der Berlinale war. Mit ihr würde ich wahnsinnig gerne mal spielen. Sie hat eine Superkarriere gemacht, sie hat bei 'Drive' mitgespielt und bei 'Shame'."

"Gefährten" ist für den Oscar als "Bester Film" nominiert. Wie schätzt Du die Chancen ein?
"Das ist schwierig. Es gibt ziemlich gute Filme, die da nominiert sind. Meistens ist es ja auch so, dass dieselben Filme auch für 'Beste Regie' nominiert werden. Und da Spielberg für 'Gefährten' nicht als Regisseur nominiert ist, glaube ich, sind die Chancen nicht so gut. Aber die Nominierung ist schon etwas Tolles. Ich würde mich natürlich wahnsinnig freuen, wenn es klappen würde."

Was ist Dein Oscar-Tipp?
"Ich glaube, 'The Artist' hat ziemlich gute Chancen. Ich würde mich auch wahnsinnig freuen, wenn Stephen Daldrys neuer Film 'Extrem laut und unglaublich nah' gewinnen würde. Der ist auch als 'Bester Film' nominiert."

Bei den Schauspielern konkurrieren George Clooney, Brad Pitt, Gary Oldman, Jean Dujardin aus 'The Artist' und Demián Bichir für 'A Better Life'. Bei der Kategorie "Beste männliche Hauptrolle" schaust Du doch als Schauspieler bestimmt genau hin. Wer ist Dein Favorit?
"Ich habe 'Dame, König, As, Spion' noch nicht gesehen. Aber ich habe nur Gutes gehört und bin sehr gespannt. Ich weiß, dass der Regisseur auch 'So finster die Nacht' gemacht. Das ist fast mein Lieblingsfilm. Ich glaube, Gary Oldman hat schon sehr gut Chancen, nachdem was ich so gehört habe."

Es ist ja gar nicht unwahrscheinlich, dass Du auch einmal für einen Oscar nominiert wirst. Was würde Dir das bedeuten?
"Das würde mir sehr viel bedeuten, aber ich kann es mir im Moment nicht vorstellen, dass das mal passiert. Es ist eine große Ehre und Anerkennung, aber es ist, glaube ich, natürlich auch eine Publicity-Aktion."

Wie wirst Du die Verleihung am 26. Februar verfolgen?
"Ich werde mir den Wecker stellen: Das läuft ja immer ziemlich spät bzw. ziemlich früh. Es gibt vielleicht mit Freunden einen Oscar-Abend, wo dann alle zusammen kommen und mit Champagner feiern. Dann feiern wir die Oscars zuhause."

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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