TV-Tipp

"Papa und Mama"

published: 08.12.2005

Fritz Karl spielt im TV-Tipp "Papa und Mama" den Scheidungsanwalt Dr. Peter Ullrich  (Foto: Public Address) Fritz Karl spielt im TV-Tipp "Papa und Mama" den Scheidungsanwalt Dr. Peter Ullrich (Foto: Public Address)

Der erfolgreiche Scheidungsanwalt Dr. Peter Ullrich ist fassungslos, als er nach Hause kommt und seine Frau Katja mitsamt der beiden Kinder verschwunden ist. Sie hat sich ohne Vorankündigung von ihm getrennt. Bislang hatte die Familie glücklich gewirkt. Nun wird sie zunehmend in einen Strudel der Zerrüttung gerissen.

Schon vorher fiel es Katja und Peter schwer, Probleme zu bereden. Jetzt wird es nicht leichter: Hin- und hergeworfen zwischen Sehnsucht nach dem Partner und Ablehnung, eskalieren ihre Treffen immer wieder. Die 13-jährige Julia und der siebenjährige Philipp leiden am meisten unter der Trennung der Eltern. Deswegen erzählt Dieter Wedel die Geschichte aus deren Perspektive.

Mit dem Jurastudenten Thomas, Peters Referendar, knüpft sich eine weitere Geschichte an, bei der die Trennung der Eltern von bereits erwachsenen Kindern zur Sprache kommt. Thomas hatte gedacht, seine Eltern seien schon "jenseits von Gut und Böse", als der Vater plötzlich die Mutter verlässt. Trotzdem bleibt Thomas gelassen und kümmert sich nicht nur rührend um die traurige Mutter, sondern auch um die Kinder seines Mentors, mit denen er sich durch das gemeinsame Schicksal verbunden fühlt.

"Papa und Mama" veranschaulicht das Thema Scheidung nicht an einer einzigen Familiengeschichte, sondern an mehreren Handlungssträngen, die durch die Charaktere miteinander verknüpft sind. Auf diese Weise spricht Wedel ganz unterschiedliche Facetten einer Scheidung an: Geldgierige Scheidungsanwälte hetzen auf, anstatt zu vermitteln. Ein Mann, gespielt von Heinz Hoenig, bringt seine Ex-Frau um.

Sehnsucht und Schmerz der Getrennten und deren Kinder erlebt man hautnah. Man sieht, wie sich der Verlassene an einen neuen Partner des anderen gewöhnen muss. Überspitzt wirkt allerdings, dass Peter selbst Scheidungsanwalt ist - ein erfolgreicher und zunächst eiskalter. Seine eigenen Erlebnisse ändern seine Perspektive zunehmend.

Die Geschichten von Thomas, seinen Eltern und der gespaltenen Familie Ullrich greifen ineinander über. Die Ereignisse überschlagen sich, wodurch der Zuschauer vehement emotional mit dem Thema Scheidung konfrontiert wird. Es gibt kaum eine Minute, in der nichts Damatisches passiert. In dieser etwas überzogenenen Aufeinanderfolge von Ereignissen freut man sich über plötzliche humorvolle Szenen, die kurz aufzulockern vermögen.

Wedel besetzte die Hauptrollen seines Films bewusst nicht mit den bekanntesten Schauspielern, um mehr Authentizität zu schaffen. Die Rolle des Peter wird von Fritz Karl, Ehefrau Katja von Silke Bodenbender gespielt. Anna Hausburg spielt die 13jährige Julia und Maximilian Brückner den Referendar Thomas. In Nebenrollen finden sich jedoch bekannte Gesichter wie die von Heinz Hoenig, Jochen Busse oder Barbara Becker. Der Fernsehzweiteiler dauert je 90 Minuten. Das ZDF strahlt den ersten Teil am 2. Januar, den zweiten Teil am 4. Januar 2006 um jeweils 20.15 Uhr aus.

[Nora Erlenbach]

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