TV-Tipp

„Terra X“ mit neuen Folgen

published: 14.11.2005

"Terra X" macht seit über 20 Jahren Geschichte (Foto: ZDF)"Terra X" macht seit über 20 Jahren Geschichte (Foto: Weisse Wüste von Padmanaba01 lizensiert durch CC BY-SA 2.0) "Terra X" macht seit über 20 Jahren Geschichte (Foto: ZDF)"Terra X" macht seit über 20 Jahren Geschichte (Foto: Weisse Wüste von Padmanaba01 lizensiert durch CC BY-SA 2.0)

Zog Jesus nach seinem biblisch dokumentierten Auftritt als 12-Jähriger im Tempel möglicherweise mit einer Karawane nach Indien? Oder was steckt hinter den Thesen von „Sakrileg“-Autor Dan Brown? Diesen Fragen und vielen mehr geht die Wissenschafts-Doku „Terra X“ in sechs neuen Folgen nach.

Dabei werden in gewohnter Manier Fachleute wie der Tübinger Professor Dr. Peter Pfälzner bei ihrer Arbeit begleitet. Der Archäologe hatte im Herbst 2002 riesiges Forscherglück: Bei einer Ausgrabung in Syrien stieß er mit seinem Team auf eine völlig unversehrte Grabanlage der Könige von Qatna - ein für die Archäologie seltener Glücksfall: Lassen sich doch durch eine geschlossene Grabkammer - in der Fachsprache auch geschlossener Fund genannt - alle ausgegrabenen Grabbeigaben in einen zeitlichen Zusammenhang bringen. Handelt es sich wie hier um ein ganzes Gräberfeld, können so zahlreiche Aussagen über den Alltag der Menschen in dem antiken Stadtstaat gemacht werden.

Doch „Terra X“ sucht nicht nur nach Erfolgsstorys in der Wissenschaft, sondern hat auch eine eigene zu vermelden. Als die erste Sendung am 17. Januar 1982 lief, rechnete wohl keiner der Autoren mit einem derartigen Erfolg. Seit über 20 Jahren macht das Magazin des Mainzer Senders inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte. Über 75 Dokumentationen wurden bereits ausgestrahlt. Auch im Ausland schätzt man die Qualität von „Terra X“, denn in über 60 Länder wurde das Format schon verkauft.

An den Universitäten genießt die Dokumentation dagegen einen populärwissenschaftlichen Ruf. Zu gerne wird dem Zuschauer mit computeranimierten Bildern ein eindeutiges Bild der Vergangenheit vorgegaukelt. Solche Aussagen, wie sie durch Rekonstruktionsmodelle oder Zeichnungen getroffen werden, lassen sich aber in der archäologischen Praxis selten formulieren. Unter Wissenschaftlern wird deshalb nach Grabungen eine hitzige Debatte über den richtigen weil naturgetreuen Aufbau von Gebäuden getroffen. Wenn sich „Terra X“ am 25. Dezember 2005 zur gewohnten Sendezeit um 19.30 Uhr mit den Hügel- und Pyramiden-Bauten von nordamerikanischen Indianern befasst, ist also Vorsicht geboten.

Trotzdem wird die Folge wieder einige interessante Überraschungen für die Zuschauer bereithalten. So wussten wohl bisher die Wenigsten, dass einer der ersten Forscher auf dem Gebiet der Prärie-Indianer der dritte Präsident der Vereinigenten Staaten war. Thomas Jefferson begann 1781 mit der Grabung an einem kegelförmigen Hügel auf dem Gebiet seiner Farm in West-Virginia.

Die neue Staffel von „Terra X“ beginnt am 20. November 2005 mit der Folge „Flammen über Qatna“ und endet am 22. Januar 2006 mit der Folge „Die Minen des Hephaistos“. Alle sechs Ausgaben laufen wie gewohnt sonntags um 19.30 Uhr im ZDF.

[Jörg Römer]

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung