Kino-Tipp

"Das Ding am Deich"

published: 23.08.2012

Die endgültige Abschaltung des Atomkraftwerks Brokdorf soll spätestens 2021 erfolgen  (Foto: Antje Hubert/die thede) Die endgültige Abschaltung des Atomkraftwerks Brokdorf soll spätestens 2021 erfolgen (Foto: Antje Hubert/die thede)

In den 70ern plant die deutsche Regierung, ein Atomkraftwerk in Brokdorf bei Itzehoe zu bauen. Daraufhin regt sich großer Widerstand innerhalb der kleinen Gemeinde, was letztlich zu Großdemonstrationen der Anti-AKW-Bewegung führt. 1981 versammeln sich trotz Protestverbots an die 100.000 Atomgegner in Brokdorf - das Ereignis führt zum bis dato größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Alle Mühen der Demonstranten sind jedoch vergebens: Kurz nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl geht das AKW Brokdorf 1986 ans Netz. Mit der Zeit nehmen die Proteste ab, doch die Angst vor einem Super-GAU bleibt. Als es 2011 in Japan zum Reaktorunfall kommt, wirkt sich das auch auf die deutsche Politik aus. Der Vorfall bestätigt die Befürchtungen der Brokdorfer.

"Das Ding am Deich – Vom Widerstand gegen ein Atomkraftwerk" dokumentiert die Ereignisse in Brokdorf von 1973 bis heute. Der Film zeigt mithilfe von historischem Archivmaterial und Interviews mit Zeitzeugen, wie sich die Existenz des Atomkraftwerks auf das Leben der ganzen Gemeinde auswirkte. Regisseurin Antje Hubert reiste Anfang 2010 in den kleinen Ort und sprach mit Anwohnern über deren Erfahrungen mit dem Kraftwerk und Anti-Atom-Protesten. Am Ende der Dreharbeiten kam es zum Reaktorunglück im japanischen Fukushima, woraufhin die deutsche Bundesregierung den Atomausstieg bis 2022 beschloss. Hubert beschreibt die Sichtweise der Brokdorfer darüber so: "Die Kehrtwende der Regierung Merkel vollzog sich vor ihren Augen wie ein absurdes Theater. Auch wenn sie auf ihre alten Tage gern ein Ende des Widerstands hätten, werden sie sich nicht mit einem Atomausstieg bis 2022 zufrieden geben. Sie wissen nur zu gut, dass es gefährlich ist, sich von Politikern beruhigen zu lassen".

Kinotrailer - "Das Ding am Deich"

imFilm


Die Regisseurin bekam für ihren Film den Förderpreis der DEFA-Stiftung beim Filmfestival Max Ophüls. Laut der Jury schuf sie mit ihrer Arbeit ein besonderes Zeitzeugendokument der jüngeren deutschen Geschichte.

Originaltitel: "Das Ding am Deich – Vom Widerstand gegen ein Atomkraftwerk"; Dokumentarfilm; Deutschland 2012; Regie/Drehbuch: Antje Hubert; Produktion: thede Filmproduktion; Montage: Magdolna Rokob; Kamera: Barbara Metzlaff; Laufzeit: 99 Minuten; FSK: ab 6 Jahre; Kinostart: 23. August 2012; Verleih: ImFilm

[Annika Linsner]

Links

Offizielle Website zu

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung