Kino-Tipp

„Die Chroniken von Narnia“

published: 01.12.2005

Lucy (Georgie Henley), die jüngste der Geschwister, freundet sich mit dem Faun Mr. Tumnus (James McAvoy) an  (Foto: Buena Vista International) Lucy (Georgie Henley), die jüngste der Geschwister, freundet sich mit dem Faun Mr. Tumnus (James McAvoy) an (Foto: Buena Vista International)

Fantasy-Romane sind offenbar seit einiger Zeit die Lieblingslektüre von Hollywoods Regisseuren-Riege. Seit ein paar Jahren können sich die Kinozuschauer jedes Jahr zur Weihnachtszeit auf die Verfilmung eines neuen Werks freuen. Nur in diesem Jahr sah es bisher mau für das Kinovergnügen mit der ganzen Familie aus: „Herr der Ringe“ lief bereits im Jahr zuvor und Zauberlehrling „Harry Potter“ stürmte schon Anfang November die Kinos...

Abhilfe schafft da „Die Chroniken von Narnia“ aus der Feder des nordirischen Autors C.S. Lewis. In einer Mischung aus „Herr der Ringe“ und „Dschungelbuch“ verfilmte „Shrek“-Regisseur Andrew Adamson die Romanvorlage „The Lion, The Witch And The Wardrobe“, den ersten Teil der siebenbändigen Chronik.

Darin erzählt Lewis die Abenteuer der vier Pevensie-Geschwister Lucy (Georgie Henley), Edmund (Skandar Keynes), Susan (Anna Popplewell) und Peter (William Moseley) in England zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Beim Verstecken Spielen in einem Landhaus entdecken die Vier einen riesigen alten Kleiderschrank. Als sie ihn betreten, finden sie sich plötzlich in Narnia wieder, einer Fantasiewelt voller sprechender Tiere und Riesen.

Beherrscht wird Narnia von der Weißen Hexe Jadis (Tilda Swinton), die das Land vor über 100 Jahren in eine eisige Winterlandschaft verwandelte. Zusammen mit dem einstigen König von Narnia, dem weisen Löwen Aslan, nehmen die Kinder den Kampf gegen die übermächtig erscheinende Hexe auf. Sie wollen das Land für immer von dem eisigen Bann befreien. Laut Aslan sind die vier Geschwister auserwählt, die neuen Könige von Narnia zu werden.

Wie inzwischen in Fantasy-Verfilmungen üblich, ist auch das Werk von Adamson mit Spezial-Effekten gespickt. Es fängt bei den sprechenden Tieren an, die alle am Computer entstanden sind, und endet mit einer gigantischen Schlacht, wie wir sie aus „Herr der Ringe“ kennen. Überhaupt sind Parallelen zu Tolkiens Werk deutlich erkennbar. Das liegt sicher nicht nur am gleichen Genre, sondern auch daran, dass Lewis und Tolkien nicht nur Arbeitskollegen an der Universität von Oxford, sondern auch eng befreundet waren. Jedoch unterscheidet der Kinderbuchcharakter die Chroniken deutlich von Tolkiens Ring-Trilogie.

Dass Adamson sich verbiegen musste, damit der Spagat zwischen Kinderbuchvorlage und cineastischer Erwachsenen-Unterhaltung gelingt, merkt man der Verfilmung hier und da an. Wenn etwa aus heiterem Himmel der Weihnachtsmann auftaucht und magische Geschenke an die Geschwister verteilt, wird die Szene zwar Kinderherzen erfreuen, großen Zuschauern dagegen kitschig vorkommen. Die gigantische finale Schlacht der 100-Millionen-Dollar-Produktion ist dagegen eher für Erwachsene gemacht.

Trotzdem sind „Die Chroniken von Narnia“ ein zeitloses Abenteuer über Freundschaft und Verantwortung. Tolle Kamera-Schwenks über endlos weite Fantasie-Landschaften runden das Kinoerlebnis ab. Schauspielerisch ist vor allem die zehnjährige Georgie Henley eine Entdeckung, die als jüngste der Geschwister ihr Kinodebüt gibt. Das Beste an den Chroniken ist aber: Sollte der Film erfolgreich sein, warten möglicherweise sechs weitere Lewis-Bände auf ihre Verfilmung.

Wer sich für die Buchvorlage interessiert: „The Lion, The Witch And The Wardrobe“ ist in einer neuen deutschen Übersetzung unter dem Titel „Der König von Narnia“ erschienen.

[Jörg Römer]

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