Kino-Tipp

"Match Point"

published: 30.12.2005

Chris Wilton(Jonathan Rhys-Meyers) erklärt Nola (Scarlett Johansson) die Rückhand (Foto: Prokino) Chris Wilton(Jonathan Rhys-Meyers) erklärt Nola (Scarlett Johansson) die Rückhand (Foto: Prokino)

Eigentlich scheint es unmöglich und hört sich an wie ein Witz unter Filmbranchen-Insidern: Woody Allen dreht einen Film nicht in New York, nicht mal in Amerika sondern in London. Aber trotzdem ist es wahr: Allen, der in dutzenden Werken „seiner“ Stadt New York ein Denkmal setzte, der immer wieder betonte, er werde den „Big Apple“ nie verlassen, hat seinen neusten Film in London gedreht. Nach 38 Filmen verließ der „Großstadtneurotiker“ seine Heimat mit Newcomerin Scarlett Johansson im Gepäck und drehte in London mit einer sonst rein britischen Besetzung „Match Point“. Die Reise hat sich für beide gelohnt.

Chris und Nola (Scarlett Johansson) kommen sich im Kornfeld näher (Foto: Prokino)Chris und Nola (Scarlett Johansson) kommen sich im Kornfeld näher (Foto: Prokino)

Gerne sprachen Kritiker den letzten Allen-Werken ihre Relevanz ab („Anything Else“, Melinda und Melinda“). Der Gesellschafts-Thriller "Match Point" erntete dagegen bisher durchweg gute Bewertungen. Erzählt wird die Geschichte des jungen Tennislehrers Chris Wilton (Jonathan Rhys-Meyers). Der hat zwar jede Menge Talent aber ausgesprochen wenig sportlichen Ehrgeiz. Da der irische Ex-Profi aus einfachen Verhältnissen stammt, erhofft er sich einen gesellschaftlichen Aufstieg durch seine Arbeit als Tennislehrer in einem der vornehmsten Clubs in London. Dort freundet er sich schnell mit Tom Hewett (Matthew Goode) an, der Spross einer reichem Familie ist.

Bald lädt Tom den Tennislehrer zu seinen Eltern ein, wo Chris Bekanntschaft mit seiner Schwester Chloe (Emily Mortimer) macht. Die verliebt sich in den Tennislehrer und weil auch Chloes Eltern den netten jungen Mann aus der Unterschicht mögen, steht dem erhofften gesellschaftlichen Aufstieg nichts mehr im Wege. Doch für Chris gibt es noch ein Problem: Er hat sich in die erfolglose amerikanische Schauspielerin Nola Rice (Scarlett Johansson) verliebt, die jedoch mit Tom verlobt ist.

Interessant ist „Match Point“ schon durch die Teilnahme von Scarlett Johansson, die sich durch ihren Erfolg in „Lost In Translation“ zu einem der gefragtesten Nachwuchsstars entwickelt hat. Woody Allen verzichtet diesmal auf klamaukigen Humor und die von ihm selbst gespielten neurotischen Typen. Statt dessen behält er die gewohnt guten Dialoge bei und verschmelzt geschickt verschiedene Genres wie Liebesgeschichte, Gesellschaftsdrama und Thriller. Sogar die von ihm geliebte Jazz-Musik hat er durch Opern-Arien ersetzt.

Die Dreharbeiten in London gefielen Allen übrigens so gut, dass er auch „Scoop“, seinen nächsten Film, dort realisieren will.

[Jörg Römer]

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