Kino-Tipp

„Rolltreppe abwärts“

published: 13.02.2006

Außenseiter Jochen (Timo Rüggeberg) klaut aus Frust.  (Foto: Zorro) Außenseiter Jochen (Timo Rüggeberg) klaut aus Frust. (Foto: Zorro)

Du hast ein Lieblingsbuch und sogar ein paar tolle Ideen, wie man es verfilmen könnte? Doch deine Schule ist nicht Hollywood und vom Filmedrehen hast du auch keine Ahnung? Stimmt vermutlich, aber warum nicht einfach trotzdem zur Kamera greifen und vorher noch schnell ein Drehbuch verfassen? Das dachten sich auch die beiden Schüler Dustin Loose und Christopher Zwickler. Deren Geschichte hört sich ähnlich an wie die von Bill Gates und seiner berühmten Garage. Zwar sind die beiden noch keine Milliardäre, aber immerhin haben sie im zarten Alter von 17 und 19 Jahren schon einen Kinofilm in die deutschen Kinos gebracht.

Als die beiden in der Schule „Rolltreppe abwärts“ von Hans-Georg Noack lasen, entstand die Idee vom Film zum Buch. Wie Tausende anderer Schüler waren sie von der Geschichte um den 13-jährigen Außenseiter Jochen (Timo Rüggeberg) begeistert: Der Junge hat eigentlich keine Freunde und dazu auch noch Stress mit dem neuen Lebensgefährten seiner Mutter (Diana-Maria Breuer). Die hat sowieso kaum Zeit für ihren Sohn und muss ständig arbeiten. Aus lauter Frust beginnt Jochen zu klauen. Bei einem seiner Kaufhaus-Beutezüge trifft er zufällig seinen Mitschüler Alex (Justus Kötting). Der gilt in der Klasse als ziemlich cool und so hat er es nicht schwer, Jochen zum Diebstahl von einem Mp3-Player anzustiften.
Doch dummerweise wird er bei der Tat erwischt: Seine Mutter ist ratlos und weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Schließlich gibt sie dem Druck ihres Lebensgefährten nach und steckt Jochen in ein Erziehungsheim. Ein Leben unter ständiger Beobachtung gehört nun für Jochen zum rauen Alltag. Dazu kommen die harten Erziehungsmethoden des Pädagogen Hamel (Jürgen Haug). Eine unerträgliche Situation für den 13-Jährigen. Er beschließt, aus dem Heim auszubrechen…

Alex (Justus Kötting, li.) überredet Jochen (Timo Rüggeberg, re.) zum Diebstahl eines Mp3-Players. (Foto: Zorro)Alex (Justus Kötting, li.) überredet Jochen (Timo Rüggeberg, re.) zum Diebstahl eines Mp3-Players. (Foto: Zorro)

Die Geschichte von Autor Hans-Georg Noack wird jedes Jahr von über 7. 000 Schulklassen in Deutschland im Unterricht behandelt. Darin schildert Noack eindrucksvoll das Versagen der Erwachsenen im Umgang mit Kindern. Als der inzwischen verstorbene Autor von der Film-Idee der beiden Schüler hörte, war er auf Anhieb begeistert und gab sein Einverständnis, das er jahrelang auch namhaften Produzenten verweigert hatte.

Um das außergewöhnliche Filmprojekt realisieren zu können, gründeten der 17-jährige Regisseur Dustin Loose und der 19-jährige Christopher Zwickler, der den Job des Produzenten übernahm, 2004 die Produktionsfirma „SceneMissing“. Es gelang ihnen, mit Unterstützung zahlreicher Profis aus der Filmbranche und unter Mithilfe von über 50 Jugendlichen vor und hinter der Kamera, ihre Vision zu verwirklichen: Die Realisation des Kinofilms „Rolltreppe abwärts“.

Deutschland 2005 - Regie: Dustin Loose - Darsteller: Timo Rüggeberg, Justus Kötting, Ben Unterkofler, Rasmus Haake, Jürgen Haug, Diana-Maria Breuer, Guido Renner, Giselheid Hönsch, Martin Harald Schmidt, Philipp Hilali - FSK: ab 12 Jahren, Verleih: Zorro

[Jörg]

Links

www.rolltreppe-derfilm.de

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