Kino-Tipp

„Requiem“

published: 03.03.2006

Karl trägt Michaela ins Haus.  (Foto: X Verleih) Karl trägt Michaela ins Haus. (Foto: X Verleih)

Die junge Michaela Klingler (Sandra Hüller) wurde von ihren Eltern streng katholisch erzogen. Nach dem Abitur in der badischen Provinz ist sie froh, nun den kleinbürgerlichen Mief ihres Heimatstädtchens hinter sich lassen zu können und in Tübingen ein Studium zu beginnen. Unter den Studenten ihres Semesters findet sie mit Hanna (Anna Blomeier) schnell eine Freundin und mit Stefan (Nicholas Reinke) die erste Liebe.
Eigentlich könnte sie jetzt unbeschwert ihre neu gewonnene Freiheit genießen, wenn da bloß nicht ihre Krankheit wäre. Seit Kindertagen leidet Michaela an Epilepsie. In Tübingen haben die Anfälle weiter zugenommen. Dazu hat sie noch mit Wahnvorstellungen zu kämpfen und hört Stimmen. Die Medikamente, die ihr ein Arzt verschreibt, scheinen nicht viel zu helfen. Von den langen Krankenhausaufenthalten ihrer Jugend abgeschreckt gibt die Lehramtstudentin den Glauben an die Schulmedizin auf und vertraut sich schließlich einem Priester an. Der hat seine Diagnose schnell gestellt und ist sich sicher: Die überzeugte Christin ist vom Teufel besessen. Helfen kann ihr seiner Meinung nach nur ein Exorzismus, eine Teufelsaustreibung. Also setzt Michaela alle Medikamente ab….

Karl trägt Michaela ins Haus. (Foto: X Verleih)Karl trägt Michaela ins Haus. (Foto: X Verleih)



Inspiriert von einer wahren Begebenheit verfilmte Regisseur Hans-Christian Schmid die tragische Geschichte einer deutschen Studentin. Dass Schmid eine Händchen für metaphysische Stoffe hat, hat er bereits mit dem Hacker-Thriller „23“ bewiesen. Genau wie „Der Exorzismus von Emily Rose“, der vor einigen Monaten in die deutschen Kinos kam, basiert Schmids Streifen auf dem Fall von Anneliese Michel aus dem Jahr 1976. Doch im Gegensatz zu dem US-Schocker verzichtet Schmid auf Effekthascherei und konzentriert sich in „Requiem“ allein auf die beteiligten Personen.

Star des Films ist die junge Theaterschauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle, die mit ihrer eindrucksvollen Darstellung auch die Jury der diesjährigen Berlinale überzeigen konnte. Für ihre Leistung in ihrem Kino-Debüt wurde Hüller der Silberne Bär als beste weibliche Schauspielerin verliehen.

Deutschland 2005 - Regie: Hans Christian Schmid - Darsteller: Sandra Hüller, Burghart Klaußner, Imogen Kogge, Anna Blomeier, Friederike Adolph, Walter Schmidinger, Nicholas Reinke, FSK: ab 12 Jahren, Verleih: X Verleih

[Jörg]

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www.requiem-derfilm.de

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