Kino-Tipp

„Das Leben der Anderen“

published: 24.03.2006

Werden von der Stasi abgehört: Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) und ihr Freund Georg Dreyman (Sebastian Koch).  (Foto: Buena Vista) Werden von der Stasi abgehört: Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) und ihr Freund Georg Dreyman (Sebastian Koch). (Foto: Buena Vista)

Ost-Deutschland im November 1984: Der Stasimann Anton Grubitz (Ulrich Tukur) interessiert sich für die attraktive Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck). Der Theaterstar ist aber bereits mit dem erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) zusammen. Also setzt Oberstleutnant Grubitz seine Leute von der Staatssicherheit auf Dreyman und seine Freundin an. Außerdem verspricht sich Grubitz von der Aktion einen ordentlichen Karriereschub. Schließlich haben höchste politische Kreise Kenntnis von dem Lauschangriff. Der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) soll die Künstler beschatten. Nachdem die Wohnung der beiden verwanzt ist, bezieht Wiesler auf dem Dachboden ihres Hauses Stellung. Täglich werden Gespräche und Telefonate von dem Stasi-Mann mitgehört und aufgezeichnet. Er wird mit Gedanken zum Thema Liebe, Literatur und freiem Denken konfrontiert, die er zuvor nicht kannte. Das verändert auch den Spitzel langsam. Als er dann herausfindet, dass es nicht nur um die Loyalität von Georg Dreyman zur Partei geht, sondern auch um seine hübsche Frau, beginnt er zu zweifeln. Plötzlich wird ihm die Armseligkeit seines eigenen Handelns bewusst. Wiesler beginnt, sich und sein Leben zu hinterfragen. Und auch das sozialistische System der DDR und die staatliche Kontrolle ihrer Bewohner. Doch damit wird auch Wiesler für die Stasi zum Problem….

Berührt als Christa-Maria Sieland - Martina Gedeck (Foto: Public Address)Berührt als Christa-Maria Sieland - Martina Gedeck (Foto: Public Address)

„Das Leben der Anderen“ ist das preisgekrönte Kino-Debüt von Florian Henckel von Donnersmarck. Für die Arbeit am Drehbuch zog der Münchner nach Berlin und recherchierte intensiv in Archiven und befragte ehemalige Stasi-Mitarbeiter und -Opfer.
Dabei entstand ein Film, der auf den „Ostalgie“-Humor von Streifen wie „Good Bye, Lenin!“ oder „Sonnenallee“ verzichtet und stattdessen den kalten unmenschlichen Staatsapparat der DDR zeigt.

Für den Film konnte Henckel von Donnersmarck gleich mehrere hochkarätige deutsche Schauspieler gewinnen. Neben Ulrich Tukur, Martina Gedeck und Sebastian Koch glänzt vor allem Ulrich Mühe als zweifelnder Stasi-Hauptmann. Mühe kennt das Spitzel-System der DDR nur zu gut. Als Schauspieler wurde der Berliner im Arbeiter- und Bauernstaat einst selbst zum Abhör-Ziel.

Deutschland 2005 - Regie: Florian Henckel von Donnersmarck - Darsteller: Martina Gedeck, Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Hans-Uwe Bauer, Volkmar Kleinert, Herbert Knaup, FSK: ab 12 Jahren, Verleih: Buena Vista

[Jörg]

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