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Sharon Stone im Interview

"Der Spagat war spannend"

published: 03.04.2006

Präsentierte sich in Berlin im Gretchen-Look - Sharon Stone (Foto: Public Address) Präsentierte sich in Berlin im Gretchen-Look - Sharon Stone (Foto: Public Address)

Mit 48 Jahren wagt sich Sharon Stone noch einmal als erotischer Vamp auf die Kinoleinwand. In "Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell" überzeugt die kühle Blonde wie bereits im Vorgängerfilm von 1992 mit Sex-Appeal und List und Tücke.

Auf einer Pressekonferenz vor wenigen Tagen in Berlin sprach Sharon Stone nicht nur über ihren neuen Film, sondern auch über Hollywood-Frust und verrückte Fans.

Waren die Dreharbeiten für Sie belastend?
Sharon Stone: "Erst einmal muss ich sagen, dass ich mich anfangs gewundert habe, dass wir den Film überhaupt realisieren konnten. Aber als dann alles organisiert war, haben die Dreharbeiten großen Spaß gemacht. Obwohl wir natürlich immer im Hinterkopf hatten, welch großer Erfolg der erste Film war und wie gut er uns damals gelungen ist. Man möchte natürlich so eine gute Qualität wie beim Vorgänger beibehalten, aber eine andere Geschichte erzählen - dieser Spagat war sehr spannend."

Hatten Sie Probleme mit den Nacktszenen?
"Für mich ist unproblematisch, mich nackt zu zeigen. Ich würde mich nie ohne Grund nackt zeigen, beispielsweise nur um auf das Titelblatt eines Magains zu kommen oder um mich ins Gespräch zu bringen. Aber wenn es für eine Sache ist, wie für einen Film, dann ist es für mich einfach, mich auszuziehen."

Sie sagten einmal, Sie hätten sich in Hollywood wie eine alte, kranke Frau gefühlt, als Sie 40 wurden. Nun sind Sie 48. Hat sich an dieser "Politik" in den letzen Jahren etwas geändert?
"Wissen sie, in den 40er Jahren gabe es Frauen wir beispielsweise Ava Gardner, die erfolgreich waren und bis ans Ende ihres Lebens erfolgreich blieben. Sie wurden als Frauen und Schauspielerinnen respektiert und geliebt. Wenige Jahre später hatte man das Gefühl, es gebe gar keine Frauen über 40 mehr. Sie verschwanden von der Bildfläche und kehrten mit 70 zurück, um alte Omis zu spielen. Als ich 40 wurde, hoffte ich, später eine Grand-Dame werden zu können, wie Jeanne Moreau oder Catherine Deneuve. Aber alles, was man mit entgegenbrachte war Abneigung. Ich fühlte mich als hätte ich Lepra und meine ganze Ausstrahlung sei futsch. Man behandelte mich wie eine alte Frau. Also zog ich mich zurück und hatte eine gute Zeit - privat. Ich kümmerte mich um meinen Sohn und tat Dinge, die ich lange vernachlässigt hatte. Ich hatte einfach keine Lust mehr zu lügen und mich immer sechs Jahre jünger zu machen, nur um eine Rolle zu bekommen. Ich wechselte meinen Agenten und entschied mich, mehrere kleine Projekte zu machen - aber eben solche, in denen ich ich sein konnte - eine Frau in ihren 40ern.
Ich machte Independent-Filme, durch die ich viel lernte und in denen ich mich gut aufgehoben fühlte. Und allmählich zahlte sich mein Durchhaltevermögen aus. Seither sage ich stets: Man muss sich den Leuten so verkaufen wie man wirklich ist, bis sie einen so haben wollen, wie man ist."

Sie sind allein erziehende Mutter und arbeiten oft, sind viel unterwegs. Wie bekommen Sie Kindererziehung und Karriere unter einen Hut?
"Ich mache da nichts anders als andere. Manchmal gehe ich aus dem Haus, wenn mein Sohn noch schläft und dann sehe ich ihn erst abends, in der Zwischenzeit kümmert sich ein Kindermädchen um ihn. Wenn er dann fragt, warum ich so wenig zu Hause bin, sage ich ihm einfach, dass ich arbeiten muss, um unsere Rechnungen zu bezahlen. Das versteht er auch. Ich versuche einfach eine gute Mutter und ein guter Mensch zu sein - ein Vorbild eben."

Erlauben Sie ihrem Sohn, "Basic Instinct" zu sehen?
"Nein, zumindest jetzt nicht. Er ist viel zu jung. Wenn er älter ist und es sehen möchte, habe ich damit kein Problem."

Welches ist Ihr "basic instinct"?
"Als Michael Dougla und ich den ersten Film promotet haben, wurden wir das oft gefragt. Michael antwortete damals Liebe. Ich sagte, der Wille zu überleben. Heute gebe ich Michael recht."

Können Sie sich vorstellen, einen dritten Teil von "Basic Instinct" zu drehen?
"Ehrlich gesagt nicht. Außer wir machen ihn direkt im Anschluss an dieses Gespräch. Ansonsten würde ich wohl von dieser Idee Abstand nehmen."

Sie sind eine schöne Frau mit vielen Fans. Wie gehen Sie mit dem Rummel um ihre Person um?
"Ich finde es immer noch erstaunlich, dass Leute sich so freuen, wenn ich irgendwo auftauche. Eigentlich habe ich auch kein Problem, wenn man mich anspricht und nach Autogrammen fragt, denn das ist Teil meines Jobs. Aber mit ist es einmal passiert, dass ich bei einem Aufenhtalt in Griechenland mit einem Hubschrauber verfolgt wurde und ich gar nicht mehr wusste, wie mir geschah. Das fand ich schon erschreckend. So sehr sogar, dass ich mich am gleichen Abend erst einmal mit Alkohol beruhigen musst - obwohl ich sonst eigentlich nie trinke."

[Sonja Ritter]

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