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Kino-Tipp

„Das geheime Leben der Worte“

published: 25.04.2006

Krankenschwester Hanna (Sarah Polley) pflegt Josef (Tim Robbins), der bei einer Explosion verletzt wurde (Foto: Tobis) Krankenschwester Hanna (Sarah Polley) pflegt Josef (Tim Robbins), der bei einer Explosion verletzt wurde (Foto: Tobis)

„Das Schlimmste beim Filmemachen ist, anschließend darüber zu reden“, so Regisseurin Isabel Coixet. „Nachdem alle Beteiligten zunächst mit der Idee des Films gelebt haben, ihn dann zu dem gemacht haben, was er ist, ihn 24 Stunden am Tag geatmet und von ihm geträumt haben, ist es schwer, Worte zu finden, die diesem Abenteuer gerecht werden.

Hanna (Sarah Polley) (Foto: TOBIS)Hanna (Sarah Polley) (Foto: TOBIS)

Sobald du ein Innenleben hast, führst du schon ein Doppelleben. Wörter schwärmen durch unsere Köpfe, sammeln sich vor unseren Stimmbändern und kämpfen darum, heraus kommen zu können und von anderen gehört zu werden. Manchmal gehen sie auf dem Weg vom Kopf zum Hals verloren. Der Film handelt von diesen verlorenen Wörtern, die lange Zeit in der stillen Vergessenheit – in Missverständnissen, Irrtümern und Schmerzen – umherwandern und dann eines Tages herausbrechen. Wenn das passiert, kann nichts sie aufhalten.“

Kurz zum Inhalt: Ein einsamer rauer Fleck, irgendwo im Graublau des Atlantik. Eine Ölbohrinsel, auf der ein schwerer Unfall passiert ist. Eine mysteriöse Frau kommt hierher, wo sonst nur Männer arbeiten. Hanna (Sarah Polley) ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat als Krankenschwester angeheuert, soll einen Verletzten versorgen. Josef (Tim Robbins) hat bei der Explosion schwerste Verbrennungen erlitten, ist vorübergehend erblindet. Während er das Gespräch sucht, bringt sie kaum ein Wort über die Lippen. Und doch entwickelt sich eine einzigartige Intimität zwischen den beiden, eine Verbindung voller Geheimnisse, Sehnsüchte, Trauer, Schmerz und Freude. Eine Begegnung, die beider Leben verändern wird.

Josef (Tim Robbins) (Foto: TOBIS)Josef (Tim Robbins) (Foto: TOBIS)

Vor zwei Jahren rührte Isabel Coixet die Kinozuschauer mit „Mein Leben ohne mich“ zu Tränen. Sarah Polley spielte darin die 23-jährige todkranke Ann, die beschließt, ihr verbleibendes Leben ganz bewusst zu genießen und heimlich und leise für ihre Familie die Zeit nach ihrem Tod vorzubereiten. Nun taucht die spanische Regisseurin erneut ein in eine melancholische Welt, an deren Ende die Hoffnung steht. Im Leben der Protagonistin Hanna scheint für das Gefühl von Liebe und Vertrauen kein Platz mehr zu sein. Zu dunkel sind die Schatten der Vergangenheit, zu tief ihre Wunden.

Hanna hat sich ganz in sich selbst zurückgezogen. Sie sucht Schutz im routinierten Alltag und in der Abgeschiedenheit. Schweigen ist ihre Waffe, mit der sie sich gegen die Welt zu verteidigen sucht. Doch dann trifft sie auf Josef, der gegen die Einsamkeit kämpft, die seine Verletzungen mit sich bringen: Im Gespräch will er das Gefühl überwinden, von der Welt getrennt zu sein. Langsam kommen Hanna und Josef sich näher, bis sie sich schließlich von ihren nie verheilten Narben erzählen können.

„Das geheime Leben der Worte“ ist ein Film über das Gewicht der Vergangenheit, über die Stärke des Schweigens, aber auch über die Macht des Sprechens. Und nicht zuletzt über die heilende Kraft der Liebe.

„Das geheime Leben der Worte“ ist ab dem 27. April 2006 im Kino zu sehen.

Spanien 2005 – Buch & Regie: Isabel Coixet - Darsteller: Sarah Polley, Tim Robbins, Javier Cámara, Sverre Anker Ousdal, Steven Mackintosh, Eddie Marsan, Julie Christie,Verleih: Tobis

[Melanie Eberlein]

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