Kino-Tipp

"Wer früher stirbt, ist länger tot"

published: 19.08.2006

Auf seiner Flucht vor dem Fegefeuer entdeckt Sebastian (Franz Xaver Brückner) die Liebe.  (Foto: Movienet) Auf seiner Flucht vor dem Fegefeuer entdeckt Sebastian (Franz Xaver Brückner) die Liebe. (Foto: Movienet)

Der Wirt Lorenz (Fritz Karl) lebt mit seinen beiden Söhnen zusammen irgendwo in Bayern. Seit dem Tod seiner Frau ist der Kneipenbesitzer Single. Das die Frau im Hause fehlt, merkt man vor allem an den beiden Söhnen Franz (Franz Xaver Brückner) und Sebastian (Markus Krojer). Die Rotzlöffel sind eigentlich mitten in der Kneipe aufgewachsen und wurden höchstens von den Männern am Stammtisch erzogen. Als Sebastian zufällig erfährt, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, beginnt der Junge, sich die Schuld an ihrem Tod zu geben. Die Stammtischler in der Kneipe können den 11-Jährigen mit freundschaftlich gemeintem Rat genauso wenig von dieser Idee abbringen wie sein Vater. Da Sebastian nun fest davon überzeugt ist, nach seinem Tod in der Hölle für seine Sünden zu schmoren, will er unsterblich werden, um seinem Schicksal zu entgehen. Doch die ersten Versuche zur Unsterblichkeit zu gelangen, schlagen für das einfältige Kerlchen mehr als fehl. Weder gelingt es ihm, einen toten Hasen mittels Starkstrom wiederzubeleben, noch möchte sich seine Klassenlehrerin Veronika (Jule Ronstedt) mit ihm fortpflanzen. Einzig die Trinker in Papas Kneipe wissen Rat: Wenn Sebastian erstmal berühmt ist, dann kann er auch unsterblich werden. Schließlich ist Elvis ja auch unsterblich. Also schützt nur eins Sebastian vor dem Dasein im Fegefeuer: Er muss Popstar werden….

Reine Männerwirtschaft: Wirt Lorenz (Fritz Karl) und seine beiden Söhne. (Foto: Movienet)Reine Männerwirtschaft: Wirt Lorenz (Fritz Karl) und seine beiden Söhne. (Foto: Movienet)

Gleich mit seinem Filmdebüt gelingt dem bayerischen Regisseur Marcus Rosenmüller ein Überraschungserfolg. Der 33-Jährige gewann den Förderpreis des Deutschen Films in der Kategorie Regie. Die liebevoll erzählte Geschichte über die Ansichten eines 11-Jährigen zu Liebe und Tod wartet mit jeder Menge Humor auf und bietet tolle Dialoge - und das alles in bayrischer Mundart.

Auf die Idee zu dem Film kam Rosenmüller übrigens, als er mit einem Musiker seiner Band auf dem Weg zu einem bayerischen Radiosender war. Warum nicht den Sender überfallen, eigene Songs aufnehmen und diese so lange im Radio spielen, bis sie berühmt sein würden, juxten die beiden.

Deutschland 2006 - Regie: Marcus H. Rosenmüller - Darsteller: Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt, Jürgen Tonkel, Saskia Vester, Franz Xaver Brückner, Johann Schuler, Sepp Schauer - FSK: ab 6 Jahren, Verleih: Movienet

[Jörg]

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www.wer-frueher-stirbt.de

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