Kino-Tipp

"Hedy Lamarr"

published: 07.09.2006

Hedy Lamarr, „die schönste Frau des Jahrhunderts“, wie MGM-Boss Louis B. Mayer sie einmal nannte  (Foto: Real Fiction) Hedy Lamarr, „die schönste Frau des Jahrhunderts“, wie MGM-Boss Louis B. Mayer sie einmal nannte (Foto: Real Fiction)

Fast hätte die Hollywood-Diva Hedy Lamarr an Stelle von Ingrid Bergmann in „Casablanca“ zu „As Time Goes By“ in alten Erinnerungen geschwelgt. Doch Lamarr lehnte die Rollen ab. Und so bekam sie die Bergmann und wurde mit Humphrey Bogart zu einem der berühmtesten Liebespaare der Filmgeschichte.

Hedy Lamarr hingegen verpasst die Chance, in einem Film für die cineastische Ewigkeit mitzuspielen. Zwar spielte die gebürtige Österreicherin von den 30ern bis zum Ende der 50er Jahre in über 25 Filmen an der Seite der größten Hollywood-Stars ihrer Zeit wie Clark Gable, James Stewart, Spencer Tracy und Judy Garland. Den größten Erfolg ihrer Karriere, "Samson & Delilah" von 1949, konnte sie aber nie überbieten. Als auch ein Comebackversuch scheiterte, endete die schauspielerische Karriere der Leinwanddiva. Vereinsamt und von der Öffentlichkeit abgeschottet, zog sich Hedy Lamarr aus der Traumfabrik zurück und ließ sich in der Nähe von Orlando/Florida nieder, wo sie 2000 verstarb.

Die Rolle von  von Ingrid Bergmann in „Casablanca“ lehnte Hedy Lamarr (Foto) ab (Foto: Real Fiction)Die Rolle von von Ingrid Bergmann in „Casablanca“ lehnte Hedy Lamarr (Foto) ab (Foto: Real Fiction)

Das Leben von Hedy Lamarr hat weit mehr zu bieten als ihr Leben als Schauspielerin: So erfand die als Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien geborene Tochter aus gutem Hause eine komplexe Funk-Steuerung für Torpedosysteme. Als Ehefrau des Waffenproduzenten Fritz Mandl hatte sie unmittelbar Einblick in die Planungen zur Produktion von ferngesteuerten Torpedos. Weil die Steuerungssignale aber nur über eine Frequenz gesendet werden konnten, waren sie für feindliche Störungen anfällig. Hedy Lamarr entwickelte ein System, wodurch die Signale über mehrere Frequenzen geleitet wurden. Durch ihre Erfindung schuf die spätere Hollywood-Diva, die vor den Nazis nach Amerika floh, den Grundstock für die moderne digitale Kommunikationstechnik. Das Mobiltelefon wäre ohne diese Technik nicht vorstellbar.

Der Film von Fosco Dubini, Donatello Dubini und Barbara Obermaier zeigt nicht nur das spannende Leben einer vergessenen Hollywood-Größe, sondern auch Abgründe. Obwohl Hedy Lamar zu ihren besten Zeiten ein Millionenvermögen an Gagen erhielt, wurde die dunkelhaarige Schönheit bei Ladendiebstählen erwischt. Außerdem verschmolz Hedy Lamarr in den 40er Jahre völlig mit der Traumfabrik Hollywood und der von dieser geschaffenen „Öffentlichkeit“. Sie selbst vermischte ständig Fiktion, Realität, ihre Rollen und ihr Leben.

Schweiz/Deutschland/Kanada 2005 - Regie: Fosco Dubini, Donatello Dubini, Barbara Obermaier - Darsteller: Mickey Rooney, Lupita Kohner, Kenneth Anger, Franz Antel, Chris Horak, Hans Janitschek - FSK: ohne Altersbeschränkung Verleih: Real Fiction

[Jörg]

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