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Kino-Tipp

"Der rote Elvis"

published: 03.08.2007

Dean Read 1973 während einer Autogrammstunde (Foto: Neue Visionen) Dean Read 1973 während einer Autogrammstunde (Foto: Neue Visionen)

Leicht könnte man Dean Reed für das Pseudonym eines deutschen Country-Schlagersängers halten, der in Wirklichkeit Peter Meier heißt und aus Ostberlin kommt. Doch bei Dean Reed liegt der Fall anders. Der Musiker und Schauspieler, der vor allem in der DDR eine steile Karriere hinlegte, kam wirklich aus dem Land des Klassenfeindes. Geboren 1938 in Denver, wurde er entdeckt, als er einen Anhalter mitnahm und ihm einen Song vorspielte. Der Tramper war so begeistert, dass er ihm ein Vorspiel bei einer Plattenfirma besorgte, bei der Reed überzeugen konnte. Seine ersten Singles flopten aber in den USA, dafür wurden sie in Südamerika große Hits. So kam Reed während einer ausgedehnten Tour, bei der er Fußballstadien füllte und von hunderttausend Fans am Flughafen empfangen wurde, auch mit der Idee des Sozialismus in Kontakt. In der Zeit des Kalten Krieges outete er sich Reed dann als Marxist und siedelt 1972 sogar in die DDR über. Vor allem im Osten wird Reed nun zum gefeierten Star, der überall gegen Militär-Regimes und den Vietnamkrieg protestiert und als erster Amerikaner durch die Sowjetunion tourt. Als Kämpfer für eine gerechtere Welt, wie Reed sich selber sieht, will er nicht nur seine Gitarre als Waffe einsetzen: Der „rote Elvis“ lässt sich auch schon mal mit der MG in der Hand ablichten oder zerstört als Spaghettiwestern-Held die amerikanische Flagge. In den 80er Jahren gerät Reed langsam in Vergessenheit. 1986 erschüttert die Nachricht von seinem Tod die DDR: Dean Reed wird am 17. Juni tot aus einem See am Rande von Ost-Berlin gezogen.

Bei seinen Auftritten gab sich Dean Reed gerne kämpferisch, wie hier 1972 in Leipzig (Foto: Neue Visionen)Bei seinen Auftritten gab sich Dean Reed gerne kämpferisch, wie hier 1972 in Leipzig (Foto: Neue Visionen)

Leopold Grün porträtiert in seinem Film den Cowboy, Entertainer, Teenie-Star, Frauenschwarm, Friedenskämpfer und Rebell Dean Reed. Das bewegte Leben des charismatischen Querulanten, der mit Salvador Allende und Jassir Arafat befreundet war, bietet genau den richtigen Stoff für einen Film. Dass Grün den streitbaren Entertainer, der mehrfach im Gefängnis hockte, auch kritisch betrachtet, ist sicher einer der Stärken des Films. Zeitzeugen wie Armin Mueller-Stahl, der Regisseur Günter Reisch, Isabel Allende und seine letze Frau runden das Bild ab vom „roten Elvis, der in Südamerika berühmter war, als der echte Elvis.

Deutschland 2006 - Regie: Leopold Grün - Darsteller: (Mitwirkende) Chucho Fernandez, Isabel Allende, Peter Boyles, Armin Mueller-Stahl, Celino Bleiweiß, Egon Krenz, Wiebke Reed, Günther Reisch, Maren Zeidler - FSK: ab 6 Jahren, Verleih: Neue Visionen

[Jörg]

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