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Kino-Tipp

"Leroy"

published: 27.09.2007

Leroy (Alain Morel, Mitte) und seine Freunde wehren sich gegen die Skinheads (Foto: David Baltzer)Leroy (Alain Morel, Mitte) und seine Freunde wehren sich gegen die Skinheads (Foto: David Baltzer)

Darf man über Skinheads lachen? Diese Frage hat sich auch der Filmemacher und Künstler Armin Völckers gestellt. Und mit "Ja" beantwortet. In seiner Jugend-Komödie über eine Berliner Schülerliebe erscheinen die Skins wie ein Haufen hirnloser Einzeller mit dem IQ eines Weißbrots. Ein Klischee - zugegeben - und nur eines von vielen, mit denen der Film immer wieder geschickt spielt.

Auch Hauptdarsteller Leroy, verkörpert von dem Newcomer Alain Morel, hat damit zu kämpfen. Zwar glänzt der Afro des Sohns einer Deutschen und eines Afrikaners wie der von Michael Jackson zu seinen besten Zeiten bei den Jackson Five. Sonst hat Leroy aber nicht die geringste Ahnung von schwarzer Kultur. Statt dessen spielt der Teenager lieber vor seiner Beethoven-Büste Cello. Als dem 17-Jährigen dann in der Schule die hübsche Eva (Anna Hausburg) über den Weg läuft, ist es um ihn geschehen. Hals über Kopf verliebt er sich in sie, ohne zu ahnen, wie es um Evas Familienverhältnisse steht. Denn schon bald begrüßt ihr glatzköpfiger Bruder den neuen Freund seiner Schwester mit den Worten: "Papa, hier ist eine Nigger." Auch die restlichen drei Brüder haben ziemlich kurze Haare und wollen Leroy lieber heute als morgen verprügeln. Die Familie ist so rechts, dass sogar die Wellensittiche nach Hitlers Generälen benannt sind. Kein leichter Einstand für Leroy, der der Situation aber mit naivem Pazifismus begegnet. Als Eva nach dem Angriff einer rechten Schlägertruppe im Krankenhaus landet, hört für Leroy der Spaß aber auf. Zusammen mit seinem Kumpel Dimitrios (Constantin von Jascheroff) plant er den Gegenschlag....

Leroy (Alain Morel) und Eva (Anna Hausburg) kommen sich näher (Foto: David Baltzer)Leroy (Alain Morel) und Eva (Anna Hausburg) kommen sich näher (Foto: David Baltzer)

Regisseur Armin Völckers gelingt mit seiner Komödie ein herzerfrischender Film voller "schwarzem" Humor. Mit vielen Referenzen an das Blaxploitation-Kino der Siebziger gespickt, entstand so eine freche und ironische Schülerkomödie über Pubertätsprobleme und deutsche Identität. In seiner ersten Filmrolle überzeugt dabei der junge Berliner Schauspieler Alain Morel als waschechter Deutscher mit schwarzer Hautfarbe. Gelungen ist auch der Soundtrack, für den Künstler wie Afrob, Curse, Harris, Clueso, Seeed und Jan Delay Songs beisteuerten.

Auch wenn sich bei "Leroy" wohl manch einer fragen wird, ob über den Film auch die Opfer von rechter Gewalt lachen können, ein kleines Grinsen kann sich wohl kaum einer verkneifen. Seit Walter Moers frechen Comics und Helge Schneiders Hitler-Film sind Witze über Rechte zumindest keine Tabuthema mehr. Und so beantwortet sich die Eingangsfrage dann auch von selbst: Darf man über Skinheads lachen? Man muss.

Deutschland 2006 - Regie: Armin Völckers - Darsteller: Alain Morell, Anna Hausburg, Constantin von Jascheroff, Arnel Taci, Paul Maaß, Günther Kaufmann, Eva Mannschott, Afrob, Julius Jellinek, Andreas Schulz, Raphael Wildt - FSK: ab 12 Jahren, Verleih: X-Film

[Jörg]

Links

www.leroy-derfilm.de

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