Kino-Tipp

"Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe"

published: 28.08.2008

Ein tiefer Blick in Monikas (Maruschka Detmers) Augen, schon ist es um Robert (Tom Schilling) geschehen (Foto: Gordon Photographie)Ein tiefer Blick in Monikas (Maruschka Detmers) Augen, schon ist es um Robert (Tom Schilling) geschehen (Foto: Gordon Photographie)

Filme über geächtete Liebesbeziehungen sind fast so alt wie das Kino selbst. Egal ob als deutsche Version in Fassbinders "Angst essen Seele auf", als Kino-Klassiker in "Harold und Maude" oder in "Die Reifeprüfung": Stets hat die Amour Fou, die alle Konventionen sprengende Liebe, die Menschen bewegt. Mit "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" hat sich nun Komödienspezialist Leander Haußmann der Sache angenommen.

In seiner Version der Story verliebt sich der junge Robert Zimmermann (Tom Schilling) in die deutlich ältere Waschfrau Monika (Maruschka Detmers). Dabei könnte der Computer-Freak, der schon immer unter der ständigen Verwechslung mit Bob Dylan (Dylan heißt mit bürgerlichem Namen Robert Zimmerman) leidet, mit seiner Kollegin Lorna (Julia Dietze) auch eine Freundin in seinem Alter haben. Denn Robert ist jung, sieht gut aus und ist dazu noch sehr erfolgreich. Als Entwickler in einer Videospiel-Firma steht er kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Das neuste Ballerspiel mit eigens entwickelter Spielkonsole wird in Asien ein Hit, glaubt sein Chef und seine Kollegen, die den 26-Jährigen für ein Genie halten. Doch als ihn ein Ketchup-Fleck in die Schnellreinigung der attraktiven Monika führt, ist es um ihn geschehen. Mit zahlreichen Charme-Attacken macht er der 20 Jahre älteren Frau nun den Hof. Dumm nur, dass alle in seiner Umgebung ihn entweder für verrückt oder pervers halten. Vor allem Monikas pubertierendem Sohn gefällt die neue Flamme seiner Mutter überhaupt nicht. Dass er nicht der Einzige ist, der so seine Probleme mit der Liebe hat, muss Robert bei den wöchentlichen Familientreffen erkennen: Seine Eltern teilen den überraschten Kindern mit, dass sie sich trennen werden, weil Vater (Adam Oest) eine viel zu junge Geliebte hat. Roberts lesbische Schwester Pia (Annika Kuhl) hat dagegen ganz andere Probleme: Sie hat sich heimlich von einem Freund schwängern lassen und ihrer Lebensgefährtin Marga (Bettina Stucky) nichts davon gesagt. Und muss Robert erstmal den Tröster spielen, obwohl er sich eigentlich um sein eigenes Beziehungs-Chaos kümmern will. Denn nach dem perfekten ersten Abend meldet sich Monika nun nicht mehr...

Gegen Liebeskummer hilft Musik (Foto: Gordon Photographie)Gegen Liebeskummer hilft Musik (Foto: Gordon Photographie)

Mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gernot Gricksch gelingt Haußmann nach seinen Kino-Hits "Sonnenallee" und "Herr Lehmann" einmal mehr eine locker-leichte Wohlfühl-Komödie. Zwar verzichtet der Film bis auf einige Anspielungen auf die ach so tolerante 68er-Generation auf jeden Tiefgang. Das ist aber sicherlich auch nie Haußmanns Absicht gewesen. Dafür hat die Spätsommer-Komödie solide Schauspiel-Kunst zu bieten. Allen voran überzeugt die fast vergessene ehemalige Godard-Muse Maruschka Detmers und Adam Oest als Vater mit schwerer Midlife Crisis.

Wieder haben Leander Haußmann und Sven Regener bei diesem Film zusammengearbeitet. Der Frontmann von Element Of Crime und Autor von "Herr Lehmann" steuerte mit seiner Band einen Großteil des gelungenen Soundtracks bei, darunter die Songs "Ein Hotdog unten am Hafen" und "Robert Zimmermann".

Deutschland 2008 - Regie: Leander Haußmann - Darsteller: Tom Schilling, Maruschka Detmers, Christian Sengewald, Adam Oest, Marlen Diekhoff, Annika Kuhl, Bettina Stucky, Steffi Kühnert, Sammy Steward, Julia Dietze - FSK: ab 12 Jahren, Verleih: Delphi

[Jörg]

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