TV-Tipp

"Mythos Ägypten – ... Hieroglyphen-Code"

published: 25.08.2006

Jean-François Champollion (Elliot Cowan) will als Erster die Zeichen in den Steinen entschlüsseln (Foto: ZDF/BBC)Jean-François Champollion (Elliot Cowan) will als Erster die Zeichen in den Steinen entschlüsseln (Foto: ZDF/BBC)

Das ZDF bringt im zweiteiligen Dokudrama „Mythos Ägypten – Wettlauf um den Hieroglyphen-Code“ den Zuschauer zurück zu den Anfängen des 19. Jahrhunderts, als die ägyptischen Hieroglyphen nach langem Rätseln der Experten entschlüsselt wurden. Im Zentrum der Sendung steht der französische Wissenschaftler Jean-François Champollion (Elliot Cowan), der sich bereits als Kind vorgenommen hatte, das unbekannte ägyptische Schriftsystem zu entziffern. Im Alter von 18 Jahren empfing er die Doktorwürde der Universität Grenoble, wo er dann als Professor im Fach Alte Geschichte unterrichtete.

Herzog de Blaca (Clive Merrison, l.) und Champollion (Elliot Cowan) sind an der Weiterentwicklung der Ägyptologie interessiert (Foto: ZDF/BBC)Herzog de Blaca (Clive Merrison, l.) und Champollion (Elliot Cowan) sind an der Weiterentwicklung der Ägyptologie interessiert (Foto: ZDF/BBC)

Das Dokudrama beschäftigt sich nicht nur mit Champollions Leben und Schaffen, sondern bezieht auch den historischen Kontext ein. Zum Teil kommen die geschichtlichen Veränderungen seinen Ambitionen gelegen, zum Teil scheinen die äußeren Umstände gegen ihn zu arbeiten. Vorteilhaft ist zunächst Napoleons Eroberung Ägyptens, da sie den Zugang zu den dortigen Schriften erleichterte. Darüber hinaus machen französische Soldaten einen Fund, der das Schlüsselereignis für die Wissenschaft von Hieroglyphen darstellt: sie entdecken den Stein von Rosette. In den Basaltstein ist neben hieroglyphischen und altägyptischen Schriftzeichen auch die altgriechische Übersetzung eingeritzt, die bei der Systematisierung der Hieroglyphen hilfreich ist.

Einen Rückschlag erhält Champollion, als die britischen Truppen Napoleon in Ägypten besiegen und sich somit in den Besitz des Steins von Rosette bringen. Nun hat auch der Wissenschaftler Thomas Young (Christopher Good) gute Voraussetzungen, um das Geheimnis der Schriftzeichen zu lüften. Ab jetzt beginnt eine Konkurrenz-Situation zwischen den beiden Wissenschaftlern, da beide selbst zuerst den Code der veralteten Schrift knacken wollen. Und schließlich steht noch die Kirche der Wissenschaft im Weg: Sie will verhindern, dass bekannt wird, dass Jahrtausende vor Christus bereits eine Hochkultur existierte. Dies würde den Aussagen der Bibel widersprechen.

Noch im 19. Jahrhundert war die wissenschaftliche Freiheit durch Machtinteressen der Kirche massiv eingeschränkt. Auch Ägyptologen wurden von ihr unter Druck gesetzt (Foto: ZDF/BBC)Noch im 19. Jahrhundert war die wissenschaftliche Freiheit durch Machtinteressen der Kirche massiv eingeschränkt. Auch Ägyptologen wurden von ihr unter Druck gesetzt (Foto: ZDF/BBC)

Nach den Dokudramen über die Ägypten-Forscher Howard Carter und Giovanni Belzoni reist das ZDF erneut mit dem Zuschauer in die faszinierende Welt der frühen Hochkultur am Nil, die für Jahrhunderte unter Sand begraben war. Mit der Entschlüsselung der Schrift wurde der Grundstein für die moderne ägyptologische Forschung gelegt. Letztlich konnten sich die Forscher nur mit Hilfe der hieroglyphischen Texte dem Leben, den Bräuchen und Sitten der alten Ägypter nähern und sich somit ein detailliertes Bild der damaligen Kultur verschaffen.

Aber bis die Wissenschaft das System der Schriftzeichen komplett verstanden und außerdem noch gegen die klerikale Macht verteidigt hatte, stand ihnen ein langwieriger Prozess bevor, das das Dokudrama mit detailreichen Bildern illustriert. Ein spannendes und lehrreiches Fernsehvergnügen.

"Mythos Ägypten – Wettlauf um den Hieroglyphen-Code"
Teil 1: Sonntag, 27.08.2006, 19:30 Uhr im ZDF
Teil 2: Sonntag, 03.09.2006, 19:30 Uhr im ZDF

[Judith Praßer]

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