Kino-Tipp

"Ein Tick anders"

published: 07.07.2011

Eva (Jasna Fritzi Bauer) und ihre Oma (Renate Delfs) sind dicke Freunde (Foto: farbfilm)Eva (Jasna Fritzi Bauer) und ihre Oma (Renate Delfs) sind dicke Freunde (Foto: farbfilm)

Rein äußerlich ist Eva (Jasna Fritzi Bauer) ein ganz normales Mädchen. Zusammen mit ihren Eltern lebt sie in einer kleinen Mietwohnung. Allerdings sind ihre Oma (Renate Delfs), ihre Mutter (Victoria Trauttmansdorff) und Vater Daniel (Waldemar Kobus) ein wenig merkwürdig. Die waffenbegeisterte alte Dame sprengt ihren Staubsauger schon mal mit Knallkörpern in die Luft und Daniel sitzt im Anzug auf der Parkbank, um neue Bewerbungen zu schreiben.

Tatsächlich ist es Eva, die ein wenig anders tickt. Das Mädchen leidet unter dem Tourette-Syndrom, einer Krankheit, die ihren Alltag nicht gerade einfacher macht. Außerhalb der vertrauten vier Wände bekommt sie regelmäßig Tics. Das bedeutet in ihrem Fall, dass sie unkontrollierte Körperbewegungen macht und häufig Schimpfwörter ausstößt. Keine leichte Situation für einen 17-jährigen Teenager. Um sich die tägliche Häme zu ersparen, hat sie die Schule geschmissen.

Kinotrailer - "Ein Tick anders"

farbfilm


Sobald Eva wieder im Kreis ihrer Familie ist, kommen unkontrollierte Ausbrüche nur selten vor. Als ihr Vater dann einen neuen Job in Berlin antreten will, fürchtet Eva um ihr geregeltes Leben. Denn neue Menschen und ein neues Umfeld in der Großstadt bedeuten auch mehr Tics....

Schluckauf im Gehirn - das Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom ist eine neuro-psychiatrische Krankheit, bei der die Betroffenen unter Tics leiden. Bei diesen Anfällen kommt es zu unkontrollierbaren, meist plötzlich auftretenden Muskelzuckungen und bei einigen Patienten auch zu Äußerung von Lauten oder einzelnen Wörtern. Die Betroffenen dieser wenig erforschten, unheilbaren Krankheit beschreiben diese Tics oft als Schluckauf im Gehirn. Sie treten in der Regel mehrfach am Tag auf, wobei Stress-Situationen zu einer Erhöhung der Häufigkeit führen. Etwa 15-20 Prozent leiden unter Koprolalie, einer Form, bei der die Erkrankten unkontrolliert obszöne Wörter aus stoßen.

Mit viel warmherzigem Humor und einer guten Prise cineastischer Anarchie nähert sich Regisseur Andi Rogenhagen dem ernsten Thema Tourette-Syndrom. Dass er statt eines Dramas eine gelungene Komödie über die neurologische Krankheit geschaffen hat, liegt vor allem an Jasna Fritzi Bauer. Die Neuentdeckung nähert sich der Krankheit in ihrer ersten Kinorolle mit viel Herz und der richtigen Intuition. So werden die Hauptperson sowie real erkrankte Menschen nicht der Lächerlichkeit preisgegeben. Übrigens huscht auch Nora Tschirner in einem Gastauftritt mal über die Leinwand.

Deutschland 2011 - Regie: Andi Rogenhagen - Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff, Stefan Kurt, Renate Delfs, Falk Rockstroh, Nora Tschirner, Katja Liebing - FSK: ab 6 Jahren, Start: 7. Juli 2011, Verleih: farbfilm

"Ein Tick anders" (7 Bilder)

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[Jörg]

Links

www.eintickanders.de

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