Weit mehr als ein normaler Streit unter Kollegen: Sheba (Cate Blanchett, li.) und Barbara Covett (Judi Dench,re.).  (Foto: 20th Century Fox)Eva Briegel von Juli (Foto: Public Address)Lyambiko – „Inner Sense“ (Foto: SonyBMG)Thomas, Torsten, Peter, Bernd (v.l.) und Arnim (vorne) von den Beatsteaks (Foto: Public Address)Nicht nur er selbst, auch sein Debütalbum hat einen langen Namen - Ian O’Brien-Docker.  (Foto: Public Address)Punkrock quer durch Deutschland: Die Beatsteaks  (Foto: Public Address)lover Russell (Angelina Jolie) flirtet mit ihrem zukünftigen Ehemann Edward Wilson (Matt Damon).  (Foto: Andrew Schwartz/Universal Pictures)

TV-Tipp

„Die Juden – Geschichte eines Volkes“

published: 22.02.2007

Der Sofer schreibt von Hand Torarollen, Mesusot sowie Tefillin und genießt im Judentum große Anerkennung (Foto: WDR/N.Koshofer) Der Sofer schreibt von Hand Torarollen, Mesusot sowie Tefillin und genießt im Judentum große Anerkennung (Foto: WDR/N.Koshofer)

Die TV-Sender ARD und Arte haben es sich zur Aufgabe gemacht, eine der großen Weltreligionen zu porträtieren. Das Judentum, ein Volk mit einer jahrtausendealten Kultur, von der uns bis heute so vieles unbekannt geblieben ist. Die Frage, ob so ein Film ausgerechnet von einem Deutschen gemacht werden sollte, kommentierte ein Freund des Produzenten Uwe Kersken: „Wenn nicht von Euch Deutschen, von wem dann?“, und tilgte damit die letzten Zweifel der Crew.

Die bei der ARD als sechsteilige Sendereihe und bei Arte als in fünf Teilen gezeigte Dokumentation geht ganz behutsam auf grundsätzliche Fragen der Zuschauer ein. Mithilfe verschiedener Protagonisten, die einen durch kurze Episoden führen, erfährt man, wann das Judentum entstanden ist und woher Bräuche wie das Matzen-Verzehren zum Pessachfest stammen. Bei der Konzipierung der Serie wurde ganz bewusst darauf geachtet, einen Überblick über die Geschichte dieses Volkes zu bieten. Natürlich können bei einem solchen Vorhaben nicht alle Geschehnisse in gleichem Maße behandelt werden und so begann die Produktion mit vielen schwierigen Entscheidungen.

Ein Abschnitt in der Geschichte des Judentums ist der Holocaust. Um sich über den Umgang mit diesem Thema zu einigen, begab sich das Produktionsteam vorab in eine sensibel geführte Diskussion. Es wurde entschieden, zugunsten starker Bilder auf ausufernde Details zu verzichten. Nina Koshofer und Sabine Klauser, die für Buch und Regie verantwortlich waren, haben das Unbegreifliche ergreifend sichtbar gemacht.

Das außergewöhnliche an der Reihe „Die Juden – Geschichte eines Volkes“ ist, dass sie viele kleine Geschichten zeigt, die letztendlich zu einer großen herangewachsen sind. Sie reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Schur, immer dem roten Faden folgend. Besonders spannend wird es immer dann, wenn Bögen zur Gegenwart gespannt werden. Da erfährt man, dass heute circa sechs Millionen Juden in den USA leben, ebenso viele wie in Israel. Spielerisch wird erklärt, wie verschiedene Feste entstanden und zwischendurch schaut man einem Vater über die Schulter, während er Wein segnet und Brot bricht. Das vermittelt, wie lebbar Religion heutzutage sein kann. Vervollständigt wird die gelungene Umsetzung durch kleinere Spezial-Effekte. Aufgrund des niedrigen Budgets können sie leider nicht ganz überzeugen, locken aber zumindest ein gelegentliches Schmunzeln hervor.

Sendetermine bei Arte:
Folge 1: Exodus, Dienstag, 6. März 2007, 20:45 Uhr
Folge 2: Diaspora, Dienstag, 6. März 2007, 21:40 Uhr
Folge 3: Stigma, Dienstag, 6. März 2007, 22:20 Uhr
Folge 4: Davidstern, Mittwoch, 7. März 2007, 20:40 Uhr
Folge 5: Zion, Mittwoch, 7. März 2007, 21:25 Uhr

Sendetermine im Ersten:
Folge 1: Gelobtes Land, Sonntag, 11. März 2007, 17:30 Uhr
Folge 2: Fall des Tempels, Sonntag, 18. März 2007, 17:30 Uhr
Folge 3: Halbmond und Kreuz, Sonntag, 25. März 2007, 17:30 Uhr
Folge 4: Tod oder Taufe, Sonntag, 1. April 2007, 17:30 Uhr
Folge 5: Heimatsuche, Sonntag, 8. April 2007, 17:30 Uhr
Folge 6: Überleben, Sonntag, 15. April 2007, 17:30 Uhr

Die unterschiedliche Anzahl und Sendelänge der Folgen ist auf einen unterschiedlichen Schnitt zurückzuführen, inhaltlich sind die Sendereihen jedoch identisch.

[Birte Frey]

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