Kino-Tipp

"Berg Fidel – Eine Schule für alle"

published: 13.09.2012

David fühlt sich in Berg Fidel wohl und wird von all seinen Mitschülern respektiert (Foto: W-film/Donata Wenders) David fühlt sich in Berg Fidel wohl und wird von all seinen Mitschülern respektiert (Foto: W-film/Donata Wenders)

Der Fachbegriff "Inklusion" bedeutet im Bildungsbereich einen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung, unabhängig von sozialer Herkunft. Dieses Konzept hat sich im deutschen Schulsystem noch nicht durchgesetzt. Wie inklusiver Unterricht gelingt und das Leben aller Schüler positiv beeinflusst, zeigt die Dokumentation "Berg Fidel - Eine Schule für alle". Drei Jahre lang begleitete Regisseurin Hella Wenders vier Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Berg Fidel in Münster, gewann ihr Vertrauen und dokumentierte ihr Leben in- und außerhalb der Schule.

Kinotrailer "Berg Fidel - Eine Schule für alle"


Vier einzigartige Kinder

Trotz einer Seh- und Hörbehinderung ist David ein lebendiges Kind. In seiner freien Lernzeit setzt er sich mit astronomischen Fragen auseinander und löst schwierige Rechenaufgaben. In der Schule ist er Leiter des Klassenrats und wird von den Kindern respektiert. Sein jüngerer Bruder Jacob hat das Down-Syndrom, in der Berg Fidel kümmern sich anstatt von David seine Mitschüler um ihn. Manchmal vermitteln sie sogar, wenn es Missverständnisse zwischen Jacob und den Lehrern gibt. Die Grundschule ist auch ein Vorteil für Lucas. Er braucht manchmal länger für komplexe Aufgaben und hält sich deshalb für "doof". Doch die Schule unterstützt seine kognitive und soziale Entwicklung. Seine Mitschülerin Anita gehört den Roma an, einer ethnischen Minderheit. Als man sie plötzlich abschieben will, protestieren Lehrer und Schüler für ihr Recht, zu bleiben. Zum Schluss steht für alle noch die Entscheidung über ihre weiterführenden Schulen an.


Die Kleinen im Fokus

Die Kinder von Berg Fidel imponierten Regisseurin Wenders durch die Fähigkeit, selbstverständlich ihre Schwierigkeiten zu meistern. "Auch das Lernen in den altersgemischten Klassen schien dort wie von allein zu gehen", sagt sie. Um die Kinder im Fokus stehen zu lassen, drehte sie immer auf Augenhöhe der Schüler. Zudem erläutert sie im Film nicht, was die Kinder ihr erzählen. Für Wenders ist die Dokumentation ein Beweis dafür, dass ein inklusives Schulsystem sehr wohl funktionieren kann. Sie gewann für ihre Arbeit den Hauptpreis Lüdia beim Kinofest Lünen 2011 und den Dokumentarfilmpreis beim Fünf-Seen-Filmfestival 2012.


Originaltitel: "Berg Fidel - Eine Schule für alle"; Dokumentarfilm; Deutschland 2011; Regie/Drehbuch: Hella Wenders; Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), Christoph Heller; Schnitt: Verena Neumann; Kamera: Merle Jothe; Laufzeit: 94 Minuten; FSK: ohne; Kinostart: 13. September 2012; Verleih: W-Film

[Annika]

Links

Offizielle Website des Films

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung