Kino-Tipp

"Anleitung zum Unglücklichsein"

published: 29.11.2012

Tiffany (Johanna Wokalek) ist davon überzeugt, das Unglück wie ein Magnet anzuziehen. Kann Fotograf Thomas (Itay Tiran) sie vom Gegenteil überzeugen? (Foto: Studiocanal) Tiffany (Johanna Wokalek) ist davon überzeugt, das Unglück wie ein Magnet anzuziehen. Kann Fotograf Thomas (Itay Tiran) sie vom Gegenteil überzeugen? (Foto: Studiocanal)

Literaturverfilmungen kennt man von Romanen wie "Harry Potter" oder "Twilight". Aber auch Sachbücher werden immer wieder filmisch umgesetzt, so wie Regisseurin Sherry Hormann es mit Anleitung zum Unglücklichsein" versucht hat. Die Vorlage dazu lieferte der österreichische Psychologe Paul Watzlawick mit seinem gleichnamigen Buch aus dem Jahr 1983.

Offizieller Kinotrailer zu "Anleitung zum Unglücklichsein"


Lebensmotto: "Das Glas ist halb leer"

Eigentlich hat Tiffany (Johanna Wokalek) allen Grund, zufrieden zu sein. Sie lebt in Berlin-Köpenick, wo sie einen Feinkostladen führt und eine Kneipe besitzt, außerdem ist sie ziemlich intelligent und hübsch. Allerdings ist sie überhaupt nicht im Reinen mit sich und mit ihrem Leben: Aus ihrer Sicht kann man dem Glück nicht trauen, denn aus jedem Erfolg geht eine Katastrophe hervor. Tiffanys Dauerskepsis wirkt sich auch auf ihr Privatleben aus. Seit einiger Zeit ist sie Single. Und wenn es potenzielle Kandidaten gibt, steht sie sich selbst im Weg. Außerdem erscheint Tiffanys verstorbene Mutter (Iris Berben) immer dann in ihren Träumen, wenn es kurzzeitig nach einer glücklichen Situation aussieht. Erst als ihr ehemaliger Klavierlehrer Hans Luboschinski (Richy Müller) in ihrer Nachbarschaft einzieht, scheint sich Tiffanys Lage zu bessern: Sie fängt an, sich an ihre Kindheit zu erinnern, in der sie noch nicht so pessimistisch war. Gleichzeitig macht ihr der Fotograf Thomas (Itay Tiran), der als Gast in ihrer Kneipe auftaucht, ernsthaft Avancen. Findet Tiffany nun endlich ihr Glück?

Szenenbilder aus "Anleitung zum Unglücklichsein" (19 Bilder)

Szenenbilder aus "Anleitung zum Unglücklichsein"
Szenenbilder aus "Anleitung zum Unglücklichsein"
Szenenbilder aus "Anleitung zum Unglücklichsein"
Szenenbilder aus "Anleitung zum Unglücklichsein"


Spagat zwischen detailgetreuer Umsetzung und filmischer Gestaltung

Paul Watzlawicks Buchvorlage gilt als Kult-Anti-Ratgeber für eine optimistische Lebensführung. Der Humor von "Anleitung zum Unglücklichsein" erinnert etwas an "Mr. Bean": Man verfehlt ein Ziel nicht dann, wenn man sich zu wenig darum kümmert, sondern wenn man es zu Ernst nimmt. Es ist sicher nicht leicht für Hormann gewesen, das im Film umzusetzen, denn einerseits musste sie die Skepsis bemerkbar machen, andererseits besteht Gefahr, dass Tiffany sich dadurch zu weit von den Zuschauern entfernt. Die Sympathiewerte gegenüber der Protagonistin halten sich in Grenzen, doch dank ihrer Hilfsbereitschaft und der beinahe liebenswürdigen Naivität bleibt der Zuschauer neutral, anstatt in Antipathie zu verfallen. Trotzdem bringt "Anleitung zum Unglücklichsein" immer wieder amüsante Momente auf die Leinwand und verspricht Kinospaß - eine allzu hochwertige Umsetzung von Watzlawicks Klassiker darf allerdings nicht erwartet werden.


Originaltitel: "Anleitung zum Unglücklichsein"; Komödie, Drama; Deutschland 2012; Drehbuch: Sherry Hormann; Regie: Sherry Hormann; Produktion: Peter Herrmann; Schnitt: Sandy Saffeels, Clara Fabry; Kamera: Wojciech Szepel; Darsteller: Johanna Wokalek, Iris Berben, Michael Gwisdek, Richy Müller, David Kross; Laufzeit: 87 Minuten; FSK: ab 6; Kinostart: 29. November 2012; Verleih: Studiocanal

[Florian]

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