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Kino-Tipp

"Im Labyrinth des Schweigens"

published: 06.11.2014

Johann Radmann (Alexander Fehling, l.) berät sich mit Fritz Bauer (Gert Voss, r.) über das weitere Vorgehen (Foto: Universal Pictures) Johann Radmann (Alexander Fehling, l.) berät sich mit Fritz Bauer (Gert Voss, r.) über das weitere Vorgehen (Foto: Universal Pictures)

Ende der Fünfzigerjahre in der Bundesrepublik Deutschland: Der junge, engagierte Staatsanwalt Johann Radmann (Alexander Fehling) darf sich bisher nur mit Verkehrsdelikten beschäftigen. Jedoch wird er hellhörig, als der Reporter Thomas Gnielka (André Szymanski) mit Simon Kirsch (Johannes Kirsch) in der Staatsanwaltschaft erscheint. Gnielka berichtet, dass sein jüdischer Freund Simon einen Lehrer als ehemaligen SS-Offizier wiedererkannt habe. Johann ist der einzige, der sich für diesen Fall zu interessieren scheint. Er stellt Nachforschungen an und beweist schließlich, dass besagter Lehrer bei der Schutzstaffel der Nationalsozialisten war. Oberstaatsanwalt Fritz Bauer (Gerd Voss) gibt Radmann jedoch zu verstehen, dass es nicht zur Suspendierung des Straftäters kommen werde, da Lehrermangel herrsche und ehemalige SS-Mitglieder Freunde in hohen Positionen hätten. Dabei sollten eigentlich im Zuge der Entnazifizierungspolitik der Besatzungsmächte ehemalige Nazis keine öffentlichen Ämter bekleiden dürfen. Für Johann, der selbst nicht genau weiß, was die SS Schlimmes getan hat, ist dies der Auslöser, Gnielka zu helfen.

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Die grausame Wahrheit

Gnielka bringt Johann zu seinem Freund Simon, der im KZ Auschwitz gefangen war. Simon erzählt unter Tränen, was im Lager vor sich ging und was für grausame Experimente Dr. Mengele an seinen Töchtern vornahm. Johann beschließt daraufhin, die Täter anzuklagen. Da er nicht jedem der 8000 SS-Männer, die in Ausschwitz stationiert waren, etwas nachweisen kann, versucht er, die Hauptverantwortlichen ausfindig zu machen. In Akten, die die USA aufbewahrt haben, sucht Johann nach der ehemaligen Lagerleitung. Außerdem nimmt er Kontakt mit Überlebenden von Auschwitz auf, um Zeugenaussagen zu sammeln. Unterstützung erhält er dabei von Fritz Bauer. Dennoch stößt Johann auf viel Widerstand und Schweigen. Doch ihm geht es nicht allein darum, die Schuldigen zu verurteilen. Vielmehr will er zeigen, was für abscheuliche Verbrechen begangen wurden, die nicht einfach totgeschwiegen werden dürfen.


Real und fiktiv

Zwar ist die Hauptfigur Johann Radmann für diesen Film erfunden, doch den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gab es wirklich. Dieser trug in hohem Maße dazu bei, dass es die Auschwitzprozesse gab, in denen Mitglieder der Lagerbelegschaft angeklagt wurden. Insgesamt kam es bei diesen Prozessen zu 19 Verurteilungen. Auch beim Eichmann-Prozess war Bauer hilfreich. Er soll dem israelischen Geheimdienst Mossad den entscheidenden Tipp gegeben haben, wo sich der frühere Lagerleiter von Auschwitz aufhielt. Thomas Gnielka ist ebenfalls keine erfundene Figur. Der Journalist, der 1965 an Herzversagen starb, unterstützte Bauer bis zu seinem Tod bei den Ermittlungen. Die Auschwitzprozesse trugen maßgeblich zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland bei.

Szenennilder aus "Im Labyrinth des Schweigens" (15 Bilder)

Szenennilder aus "Im Labyrinth des Schweigens"
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Szenennilder aus "Im Labyrinth des Schweigens"


Authentisch und hart

"Im Labyrinth des Schweigens" ist durchweg authentisch inszeniert. Der Film macht deutlich, wie Deutschland in der Zeit des so genannten Wirtschaftswunders den Krieg und die Nazi-Herrschaft vergessen wollte. Spätestens als Gnielka beginnt, Leute zu fragen "Wissen sie, was Auschwitz ist?", wird dem Zuschauer klar, was bis heute an Aufarbeitung geleistet wurde. Dadurch, dass sich der Film auf die Hauptfigur konzentriert, ist er durchgehend spannend. Alexander Fehling stellt sein Können bei der Entwicklung der Hauptfigur eindrucksvoll unter Beweis. Der Film ist in jedem Fall sehenswert. Vor allem Schulklassen und Geschichtsinteressierte sollten schnell ins Kino gehen. Für Zwölfjährige könnte die eine oder andere Szene dabei sicherlich schockierend sein - doch es ist gut, dass dieser Film die Verbrechen der Nazis nicht verharmlost.

Originaltitel: "Im Labyrinth des Schweigens"; Historiendrama; Deutschland 2014; Regie: Giulio Ricciarelli; Drehbuch: Elisabeth Bartel, Guido Ricciarelli; Kamera: Martin Langer, Roman Osin; Schnitt: Andrea Mertens; Musik: Niki Reiser, Sebastian Pille; Darsteller: Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht, Johannes Kirsch, Hansi Jochmann, Lukas Miko, Gert Voss, Lisa Martinek, Johann von Bülow; Laufzeit: 123 Minuten; FSK: ab zwölf Jahren; Verleih: Universal Pictures; Kinostart: 6. November 2014

[Nicolai Sakel]

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