Franco Nero im Interview

"Ich sehe aus wie 50"

published: 27.05.2007

Franco Nero wird auch "Der Mann mit dem stechenden Blick" genannt (Foto: Public Address) Franco Nero wird auch "Der Mann mit dem stechenden Blick" genannt (Foto: Public Address)

Der Italiener Franco Nero sitzt in den Hamburger Räumen des ZDF und scheint ein wenig deplatziert. In feinem grauen Anzug, eine hübsche Dolmetscherin an seiner Seite, schüchtert sein weltmännischer Habitus zunächst etwas ein. Die stahlblauen Augen, die schon der Western-Figur Django den berühmten eisigen Blick verliehen, wirken leicht angespannt, im Raum ist es bemerkenswert still.

Als Hauptdarsteller in Sergio Corbuccis "Django"-Reihe spielte der 65-Jährige Nero die Westernfigur in einem halben Dutzend Verfilmungen. Als Sohn eines Landpolizisten soll Nero schon mit sieben Jahren auf der Laienbühne gestanden haben. Nachdem er sein Wirtschaftsstudium abbrach, widmete er sich komplett seiner Kino-Leidenschaft.

Im Interview spricht der Italiener über ein soziales Jugend-Projekt, das er betreut, darüber, warum Schauspieler nicht altern, und über die wahren Beweggründe, in der ZDF-Adelsreihe "Der Fürst und das Mädchen" mitzuspielen. In der Rolle des Herzog Massimo di Romano wird er am 30. Mai erstmals zu sehen sein.

Ich habe gelesen, dass Sie ein Jugendzentrum in Tivoli betreuen…
Franco Nero: "Das Zentrum gibt es schon seit dem Zweiten Weltkrieg, es wurde von einem Priester gegründet. 1963 habe ich angefangen, dort zu arbeiten, und bin seit 44 Jahren dabei."

Was machen Sie dort?
"Ich sammle vor allem Gelder für das Zentrum."

Haben Sie auch Kontakt zu den Jugendlichen selbst?
"Es ist fast wie mein Zuhause: Ich bin ständig dort und kenne alle. Das ist alles wie eine große Familie."

Seine deutschen Fans kennen ihn aus Sergio Corbuccis "Django"-Reihe (Foto: Public Address)Seine deutschen Fans kennen ihn aus Sergio Corbuccis "Django"-Reihe (Foto: Public Address)

Die Italo-Western haben in den 60er und 70er Jahren die schwarz-weiße Moral von Gut und Böse über den Haufen geworfen. Glauben Sie, dass sich die heutige Jugend für so ein Thema begeistern könnte?
"Ich denke schon. Ich habe dieses Jahr vor, mit dem deutschen Produzenten Douglas Welbat einen Western zu drehen. Die neue Generation entdeckt diese Filme, die in den 60er, 70er Jahren gedreht wurden, wieder. Ich habe das auch in Amerika und in Japan gemerkt, dass es wieder Interesse für diese Filme gibt."

Kennen Sie sich mit neueren Medien aus ,- Internet, Web 2.0, Streams?
"Nein, ich nicht. Das alles, E-Mail, Computer, Internet, das kenne ich nicht. Wenn ich Drehbücher verschicke, dann immer mit der Post oder per Fax aber nie per E-Mail."

Ihr Vater war Polizist. Hatten Sie als Jugendlicher Probleme mit diesem Beruf?

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