Anna Montanaro im Interview

Gegen das "blonde Dummchen"

published: 04.07.2007

Vom 11. bis 29. Juli in Hamburg und vom 24. Oktober bis 11. November in Berlin zu erleben: Anna Montanaro in "Marilyn - Das Musical" (Foto: Public Address) Vom 11. bis 29. Juli in Hamburg und vom 24. Oktober bis 11. November in Berlin zu erleben: Anna Montanaro in "Marilyn - Das Musical" (Foto: Public Address)

"Marilyn – Das Musical" erzählt die Geschichte der amerikanischen Film-Ikone, die als Norma Jean Baker geboren wurde, als laszive Blondine Berühmtheit erlangte und am 5. August 1962 an einer Überdosis Schlafmittel starb. Unvergessen sind ihre Filme wie "Manche mögen's heiß" oder "Wie angelt man sich einen Millionär?" und Songs wie "I Wanna Be Loved By You".

Anna Montanaro, die am Broadway schon als Velma Kelly in "Chicago" auf der Bühne stand, spielt Marilyn Monroe. Vom 11. bis zum 29. Juli ist sie im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg zu sehen und zu hören. Anschließend gastiert die Produktion im Berliner Admiralitätspalast. Dort wird "Marilyn – Das Musical" vom 24. Oktober bis zum 11. November aufgeführt.

Für ihre Rollen in "Jekyll & Hyde" sowie "Das Mädchen Rosemarie" wurde Anna Montanaro von der Fachzeitschrift "musicals" 2003 und 2004 zur besten Musicaldarstellerin gekürt (Foto: Public Address)Für ihre Rollen in "Jekyll & Hyde" sowie "Das Mädchen Rosemarie" wurde Anna Montanaro von der Fachzeitschrift "musicals" 2003 und 2004 zur besten Musicaldarstellerin gekürt (Foto: Public Address)

Wie ist es für Dich, als Marilyn Monroe auf der Bühne zu stehen?
Anna Montanaro: "(Lacht) Ich stehe ja nicht als Marilyn Monroe auf der Bühne, ich stehe als Anna auf der Bühne.“

Wie meinst Du das?
"Ich bin keine Kopie von der Marilyn Monroe: Ich erzähle ihr privates Leben. Es sind nur ganz kurze Momente, in denen ich versuche, sie so gut wie möglich nachzuahmen. Ich spiele die Marilyn zwischen 16 und 36 Jahren. Diese Rolle zu spielen, ist für mich total schön, spannend und aufregend. Das Stück ist wahnsinnig vielfältig und voll mit Informationen und Emotionen, Höhen und Tiefen."

Fast jeder Mensch hat eine Klischee-Vorstellung von Marilyn Monroe im Kopf. Was für ein Bild von dieser Frau wird in "Marilyn – Das Musical" vermittelt?
"Am Anfang zeigen wir ein zerbrochene Kind, das eine harte Kindheit hatte: Mutter in der Klapsmühle, sie von einer Pflegefamilie zu nächsten. Es ist ja auch bekannt, dass sie missbraucht wurde. Sie war ein kleines Mädchen mit einem großen Traum. Es ist eine tolle Geschichte, wie sie stark wurde. Später hat sie sich aus der Hollywood-Industrie gelöst und ihre eigene Produktionsfirma gegründet. Sie hatte es satt, immer nur das blonde Dummchen zu spielen. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie dramatische, ernste Rollen gespielt. Sie wollte eigentlich immer nur Shakespeare spielen."

Hat sich Deine Einstellung zu Marilyn Monroe im Laufe der Vorbereitung auf diese Rolle gewandelt?
"Je mehr ich über sie erfahren habe, desto mehr Mitleid hatte ich mit ihr. Sie war ein zerbrochener Mensch, der immer besser sein wollte und mehr erreichen wollte, als letztendlich ging.“

Was umfasst Deine Vorbereitung und Hintergrundrecherche?
"Ich habe diese Enzyklopädie über Marilyn mit tausenden Seiten. Ich gucke mir natürlich auch Filme an. Und ich habe einiges gelesen, was Freunde von ihr geschrieben haben, Truman Capote zum Beispiel. Er hat gesagt, es sei nicht schön gewesen, wie sie mit Leuten gesprochen habe, weil sie ziemlich schmutzige Wörter benutzt habe (lacht). Aber die eigentliche Arbeit an der Rolle beginnt auf der Probe-Bühne mit dem Regisseur.“

Ihr habt dieses Musical ja schon in München aufgeführt. Inwieweit ist es für Hamburg überarbeitet worden?

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