Paul Potts im Porträt

Eine Münze machte ihn zum Star

published: 01.08.2007

Grinst so ein typischer Star? Paul Potts gewann den britischen TV-Wettbewerb "Britain´s Got Talent" (Foto: Public Address) Grinst so ein typischer Star? Paul Potts gewann den britischen TV-Wettbewerb "Britain´s Got Talent" (Foto: Public Address)

Wer Paul Potts zum ersten Mal trifft, ahnt kaum, dass der untersetzte 36-Jährige der Grund für über acht Millionen Klicks bei dem Internet-Videoportal "Youtube" ist und sein Debut-Album "One Chance" in Großbritannien direkt auf Platz eins der Charts landete. Der Engländer mit dem schiefen Lächeln erinnert eher an einen schüchternen Bankkaufmann als an einen talentierten Opernsänger.

Doch der Sieger der britischen Fernsehshow "Britain´s Got Talent" überraschte mit seiner Stimme nicht nur die Jury des Wettbewerbs und Millionen Zuschauer, sondern auch sich selbst: "Die Reaktion war ein großer Schock für mich. Ich hatte erwartet, dass ich wahnsinnig kritisiert werde", erzählt er.

Bereits als Kind fand Potts in seiner Stimme einen echten Freund: "Wenn ich sang, befand ich mich an einem sicheren Ort, an dem mir niemand etwas tun konnte." In der Schule sei er oft gehänselt worden, weil seine Familie wenig Geld hatte und er anders als die anderen war. "Schon als kleiner Junge dirigierte ich mit den Stricknadeln meiner Mutter Orchester", sagt er. "Die Musik drang tief in mich ein."

Doch auch, als er seine Leidenschaft für die Oper entdeckte, sang der schüchterne Mann nur für sich allein. Im Jahr 2000 reiste er schließlich nach Italien, um seinen Operngesang zu verbessern, und durfte sogar vor seinem Idol Pavarotti singen. Vielleicht hätte er damals schon den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt, hätte er nicht später einen Blinddarmdurchbruch erlitten: "Ich hätte damals sterben können. Dann kamen noch ein Tumor und ein Radunfall dazu, und ich war pleite." Also fing Potts an, in einem Handyshop Telefone zu verkaufen, bis er von der Talentshow im britischen Fernsehen erfuhr. "Fast wäre ich nicht hingegangen: Ich habe eine Münze entscheiden lassen, ob ich mich für die Show anmelden soll."

Seinen Job als Handyverkäufer hat er trotz des Gewinnes von 100.000 Pfund nicht gekündigt. "Ich bleibe Angestellter, es gibt ja keine Garantie für die Zukunft. Das Geld liegt jetzt auf der Bank, meine Frau Julie-Ann und ich sind kein Paar, das sich viele Sachen kaufen muss." Auf die Frage, ob Potts nun viele Briefe von Verehrerinnen erhält, stottert er verlegen: "Ähm, ich weiß nicht, nein, also, nicht, dass ich wüsste... Ich habe mich selbst noch nie so gesehen."

Jetzt steht das Album des sympathischen Briten auch in Deutschland in den Läden. Vielleicht wird er sich mit der Zeit noch an die Fanpost gewöhnen.

[Franzisca Teske]

Links

www.paulpottsuk.com

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