CD-Tipp

Eddie Vedder - "Into The Wild"

published: 17.09.2007

Eddie Vedders erster Longplayer "Into The Wild" ist der Soundtrack zum neuen Sean-Penn-Film  (Foto: Sony BMG) Eddie Vedders erster Longplayer "Into The Wild" ist der Soundtrack zum neuen Sean-Penn-Film (Foto: Sony BMG)

Soundtracks zu Kinofilmen sind so eine Sache: Sie dudeln im Hintergrund, untermalen Bilder und fallen ohne diese schnell in absoluter Inhaltsleere zusammen. Nicht so, als sich jüngst Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder daran machte, die Musik zum neuen Sean-Penn-Streifen "Into The Wild" zu schreiben. Heraus kam - quasi nebenbei - Vedders erster Solo-Longplayer: ein ruhiges Stück folkiger Herbstmusik, das jeden Melancholie-Liebhaber ins Mark trifft.

Der Film, in dem Vedder selbst eine kleine Rolle spielt, erzählt die Geschichte des Uni-Absolventen Christopher McCandless, der sich entschließt, fortan in der Wildnis Alaskas zu leben. Vedder begleitet den Aussteiger und bringt in Singer/Songwriter-Manier Bilder zum Klingen: ein einsamer Wolf am Lagerfeuer, ein Wanderer weit ab von jeder Zivilisation, steigende Pferde vor tiefrotem Sonnenuntergang. Das ist pathetisch, zugegeben, aber nicht kitschig.

Eddie Vedders erster Longplayer "Into The Wild" ist der Soundtrack zum neuen Sean-Penn-Film (Foto: Public Address)Eddie Vedders erster Longplayer "Into The Wild" ist der Soundtrack zum neuen Sean-Penn-Film (Foto: Public Address)

Vornehmlich Banjo und Akkustik-Gitarre flankieren Vedders Texte, die immer wieder zum selben Kern zurückführen: Schwere, einsame Momente sind es, die den Menschen stählen und zu dem machen, was er ist. Und so heult Vedder des Nachts mit den Wölfen ("The Wolf"), verhallt in orgeligen Gewölben und schlägt sich lange Nächte ("Long Nights") des Grübelns um die Ohren.

"Hard Sun", Duett mit Corin Tucker, erste Single und keltisch-inseliges Klagenlied, zieht sich etwas. Mit einem fast schon wieder rockigen Ende ist es eines der wenige Stücke, das geschrubbten Gitarren noch Raum gibt. Geradlinig bleibt Vedder durchgehend seinem Thema treu, sodass am Ende ein homogenes Album entsteht, das auch glänzend ohne Leinwand auskommt.

Es ist kein Rock, kein Schraddeln, kein Pearl-Gejamme, was diese Scheibe ausmacht. Vielmehr sind es die spirituellen Klänge, die gepaart mit Vedders Gesang dazu drängen, die (inzwischen nicht mehr gesellschaftsfähige) Kippe anzustecken, den Horizont zu fixieren und mal wieder über das Leben nachzudenken. Wer jetzt noch weiß, dass es mit erwähntem jungen Mann nicht gut endete, ist tief berührt. Der lebte nämlich tatsächlich und verhungerte - irgendwo zwischen Alaska und Kanada.

[Franzisca Teske]

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www.pearljam.com

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