Edouard Manet: " Un bar aux Folies-Bergère" (Foto: The Samuel Courtauld Trust, Courtauld Institute of Art Gallery, London)Urubichá, in einem 4000-Seelen-Dorf im Dschungel Boliviens spielt jedes vierte Kind ein klassisches Instrument (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/viajebolivia/6035920009/in/photolist-acqvB7-acqvw3-acnDJ6-acnDCB-acnDTn-acnEpH-acquwf-acqv4q-acqvPd-acnEJn-acqvoL-acqvV1-acnEXa-acquSW-acnEfZ-acnEvg-acnEBg-acquEA-acnE56-7YkXrV-7YkXs2" target="_blank">Niño en la Escuela de Música de Urubicha</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/viajebolivia/" target="_blank">Viaje al corazón de Bolivia</a> lizensiert durch <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC BY 2.0</a>)"Der Lord" im St. Pauli-Theater (Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St._Pauli_Theater#mediaviewer/File:St_Pauli_Theater.jpg" target="_blank">St. Pauli Theater am Spielbudenplatz</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Pavel_Krok" target="_blank">Pavel Krok</a> lizensiert durch <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/" target="_blank">CC BY-SA 2.5</a>)„Genius: A Night For Ray Charles“ (Foto: Universal)Ray Charles (Foto: Public Address)Ray Charles (Foto: Public Address)Ray Charles (Foto: Public Address)

TempEau im Interview

Über Freundschaft und „Rampensäue“

published: 19.01.2005

TempEau (Foto: Public Address) TempEau (Foto: Public Address)

Ihre erste Band hieß Matsch. Da waren Marek Harloff und Jan Plewka neun Jahre alt. Dann wurden sie erwachsen, verloren sich aus den Augen. Jan wurde als Sänger der Band Selig berühmt. Marek räumte als Schauspieler Preise und Auszeichnungen ab.

Zufällig treffen sie sich wieder. Anstatt über alte Zeiten zu reden oder aktuelle Statussymbole zu vergleichen, gründen sie die Band TempEau. Alles ist wie früher: Die Musik klingt trotzig, ehrlich und dreckig. Und rockt!



Ab sofort sind die Jungs auf Tour - mit ihrem dritten Mann, dem Selig-Kollegen Stephan Eggert, genannt Stoppel, am Schlagzeug.

Das Album „TempEau“ (Kiddo Records) erscheint Ende Januar.

Tourdaten:
19.01.05 Köln/Underground 2
20.01.05 Weinheim/Cafe Central
21.01.05 Potsdam/Waschhaus
25.01.05 Hamburg/Malersaal im Schauspielhaus
26.01.05 Kiel/"Wellenbrecher" in der Halle 400 (Tsunami-Benefizveranstaltung)
05.02.05 Düsseldorf/zakk
11.02.05 Schwerin/Dr. K
15.02.05 Kiel/Luna-Bar
18.02.05 Leer/JuZ
19.02.05 Dortmund/Cosmotopia
24.02.05 Hamburg/Knust
25.02.05 Flensburg/Volksbad
27.02.05 Oldenburg/Amadeus
04.03.05 Rostock/Mau Club
05.03.05 Berlin/Magnet Club (mit EL*KE)

 (Foto: Kiddo Records)(Foto: Kiddo Records)


Was ist denn das für ein Cover?
Jan Plewka: “Das sind Marek und ich als wir..., wie alt waren wir da?”
Marek Harloff: “…als wir noch Mädchen waren.”
Jan: “Ja.” (lacht)

Aha. Wer ist denn wer?
Jan: “Ich bin die dicke Frau und Marek ist die andere (lacht). Wir hingen damals immer im Wald herum. Die Schule hat uns rausgeschmissen und die Eltern auch. Wir waren dann immer im Wald wie Hänsel und Gretel.”
Marek: “Zwölf, dreizehn waren wir.”
Jan: “Wir haben in Rio de Janeiro eine Künstlerin kennen gelernt, eine Fotografin. Das ist ein Foto von ihr. Es hat uns sofort angesprochen und deshalb haben wir das als Cover genommen. Sie leitet eine Gruppe von Tanzmariechen in Baden-Baden. Die hat sie in ihre Kostüme gesteckt und in den tiefsten, finstersten Wald gesteckt.”

Ihr habt euch also an eure Kindheit erinnert durch dieses Foto. Was habt ihr damals im Wald gespielt?
Jan: “Marek hat mir Totenlieder vorgesungen, das weiß ich noch (lacht)“.
Marek: “Oh nein! Genau.”
Jan: “Und ich habe ihn schockiert mit einem Trick von meiner Mutter, der ging so: ‚Ich bin nicht Jan. Ich bin nicht Jan. Ich bin nicht Jan.’ Und ich habe das so lange getrieben, bis Marek ausgerastet ist und mich mit einem Stock geschlagen hat.“

Als ihr neun Jahre alt wart, habt ihr die Schulband Matsch gegründet. Was war damals eure Traumvorstellung davon, wohin das führen sollte?
Marek: “Wir hatten damals einen Proberaum bei mir unten im Keller. Da haben wir eine Boney-M.-Platte von meinen Eltern geklaut, sie gold angesprüht und an die Wand genagelt. Bei den Proben haben wir uns gesagt: ‚Eines Tages wollen wir eine Goldene Schallplatte haben.’”
Jan: “Diese Goldene Schallplatte hat das symbolisiert, was den Erfolg ausmacht: Ruhm, Macht, Drogen, Sex. Wir dachten, dann hätten wir das ganze Ding. Was Shakin’ Stevens hatte, das wollten wir auch. Und zwar mit Kim Wilde (lacht)!“

Mit Selig hast du das Ziel dann ja erreicht.
Jan: “Nein.”
Stoppel: “Wir haben nie eine Goldene Schallplatte bekommen. Aber das kommt noch: Es wird fortlaufend dazu addiert. Und es werden ja immer noch Platten gekauft.”

Ihr wart auf jeden Fall Rockstars mit der Band Selig. War der Erfolg dann so, wie du ihn dir mit neun Jahren vorgestellt hattest?
Jan: “Es ist tragisch, wenn Träume in Erfüllung gehen. Es war sozusagen da, aber ich konnte das nicht genießen, weil ich ausgepowert war. Ich hatte so viel dafür gegeben.“

Inwiefern warst du ausgepowert?
Jan: “24 Stunden am Tag bist du Selig. Selig, Selig, Selig. Und befindest dich in einem Mikrokosmos, in einer Amöbe und das Leben zieht an dir vorüber. Ich habe das damals sehr intensiv gelebt. Das ist das Alter: Es gibt so etwas wie den Alexander-Wahn - Alexander der Große ist mit 27 Jahren gestorben. Der hat die halbe Welt erobert und ist dann jung gestorben. Der typische Rock’n’Roll-Tod. Ich bin dem hoffentlich von der Schippe gesprungen!”
Marek: “Zumindest ist er der einzige, der immer noch mit der gleichen Frau zusammen ist. Alle anderen haben ihr Privatleben umkrempeln müssen.”

Wie hat die Liebe die harten Zeiten überdauert?
Jan: “Anna hat mich im Endeffekt gerettet. Sie hat mich an die Hand genommen und gemeint: ‚Jan, das hat nichts mehr mit Leben zu tun, was du da machst. Lass uns abhauen.’ Und dann sind wir abgehauen – nach Schweden.”

Was war mit den Terminen, die schon abgemacht waren?
Jan: “Ich hatte mit Selig einen Vertrag für fünf Jahre bei der Sony unterschrieben. Daraus wurden nur fünf Monate…“

Was hast du in deinem Leben umgekrempelt?

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