Shaggy im Interview

"Ich bin lesbisch"

published: 06.10.2007

Shaggy bringt sein neues Album "Intoxication" heraus (Foto: Public Address) Shaggy bringt sein neues Album "Intoxication" heraus (Foto: Public Address)

Mit Songs wie "Oh Carolina" oder "Mr. Bombastic" wurde Shaggy ein internationaler Star. Dass der geborene Jamaicaner neben seinen Charts-Erfolgen auch ein großer Favorit der Dancehall-Szene ist, weiß kaum jemand. Am 5. Oktober 2007 bringt der Reggae-Künstler sein neues Album "Intoxication" heraus, auf dem sich Hardcore-Dancehall neben Mainstream tummelt. Was Shaggy von großen Plattenfirmen, Frauen im Allgemeinen und Angela Merkel im Speziellen hält, verrät er im Interview.

Bei Stefan Raabs Show "TV-Total" hast Du gesagt, dass Du gerne der erste Reggae-Kanzler in Deutschland wärst. Was macht Angela Merkel falsch?
Shaggy: "Wurde Gras schon legalisiert? Bekommt ihr schon bezahlten Urlaub in Jamaica? Nicht? Hm, sie verzapft einen ganz schönen Mist, ich würde sie nicht wieder wählen."

Was bedeutet Reggae für Dich?
"Reggae ist eine Kunstform. Aber nicht nur das, es ist eine Lebensart, eine Kultur. Reggae ist für dich vielleicht nur Kunst und eine Musikrichtung. Aber für mich ist es alles: Ich esse es, ich lebe es, ich schlafe es. Es ist Teil meines Lebens."


Shaggy ist Vater von drei Kindern (Foto: Public Address)Shaggy ist Vater von drei Kindern (Foto: Public Address)

Was genau bedeutet das?
"Ich lebe im Land des Reggae, ich lebe in Kingston. Ich höre fast nur Reggae. Die Musik, für die ich stehe, ist Reggae, meine Kinder mögen es, sie wachsen damit auf. Mehr geht einfach nicht, ich esse, lebe und scheiße Reggae."

Hat sich das Reggae-Image in den letzten Jahren gewandelt?
"Ja, Reggae hat sich komplett verändert. Besonders Dancehall. Es gibt mehr Titel in den Charts und mehr Künstler, die bei Majors unter Vertrag sind."

Was ist Dir wichtiger, der Erfolg mit Mainstream-Nummern oder Underground-Dancehall-Songs?
"Der Erfolg von ´Shaggy` ist wichtig. Egal, ob das nun bedeutet Dancehall oder Mainstream zu machen. Beides hat zum Erfolg der Marke ´Shaggy` beigetragen und auch des Reggae. Das Problem, das wir mit den Plattenfimen haben, ist, dass sie nur Mainstream machen wollen, weil das mehr Geld bringt. Aber Dancehall-Underground-Songs unterstützen die Glaubwürdigkeit und Langlebigkeit des Künstlers. Es sollte mehr darum gehen, eine Karriere aufzubauen, als Platten zu verkaufen."

Hast Du mit den Mainstream-Songs sozusagen einen Kompromiss gemacht?
"Nein, nicht wirklich einen Kompromiss. Immerhin freue ich mich ja auch über das Geld. Und für den Reggae sind die Spenden des Mainstream auch nützlich. Wenn wir keine großen Mainstream-Nummern hätten, wäre Reggae heute keine populäre Kunstform."

Lebst Du zwischen zwei Kulturen?
"Ja, wenn ich in New York bin, mache ich dort viel Musik in Long Island. Ich bin dort ein Teil der Dancehall-Szene, genauso wie in Jamaika."

Shaggy ist ein Teil der New Yorker Dancehall-Szene (Foto: Public Address)Shaggy ist ein Teil der New Yorker Dancehall-Szene (Foto: Public Address)

Hattest Du schon einmal Probleme wegen Deiner Charts-Erfolge in der Szene akzeptiert zu werden?
"Da muss jeder einmal durch, Sean Paul erlebt das gerade. Das passiert, wenn man zu erfolgreich wird. Zum Beispiel 50 Cent liebte jeder, als er rauskam. Aber als er anfing, viele Platten zu verkaufen, dachten sich die Fans: ´Hm. Jeder mag 50 Cent, also muss ich mir jemand anderen suchen, ich hasse 50 Cent`. Er machte gar nichts anderes, er ist nur zu erfolgreich geworden. Genauso ging es mir auch mal, ja. Aber ich wachse an Herausforderungen. Sag mir, was ich nicht kann, und ich tue es. Man dachte, ich könne Dancehall nicht groß rausbringen und dann machte ich ´Church Heathen´. Das ist nicht nur Hardcore-Dancehall, der Song ist auch noch so verdammt gut, dass er der größte Hit des letzten Jahres war."

"Church Heathen" handelt vom Verhältnis der Menschen zur Kirche. Bist Du religiös?
"Nein, ich bin nicht religiös. Also, nicht überreligiös. Ich glaube an Gott und bin katholisch, aber ich gehe nicht jeden Sonntag in die Kirche."

Bist Du ein Ladies-Man?
"Klar, ich liebe Frauen. Ich bin sozusagen lesbisch. Frauen sind wunderschön. Ich habe ein ganzes Album über sie gemacht. Einer meiner Songs heißt ´Strength of a woman`."

Du hast mal gesagt, der wäre für Angela Merkel...
"Ja, sie ist eine starke Frau, oder? Ich meine, sie ist eine Frau und hat es zum Kanzler gebracht, das ist doch schon eine Leistung, oder?"

Also gefällt Dir dieser Frauentyp?
"Ich mag jeden Frauentyp. Ich mag passive Frauen genauso wie starke Frauen. Ich schätze sie. Meine Frau ist sehr sexy."

Ist sie nie eifersüchtig?
"Warum sollte sie eifersüchtig sein? Sie sollte froh sein, dass ich ein Mann bin, der Frauen respektiert und Frauen liebt. Außerdem ist sie die Mutter meiner beiden Söhne und meiner Tochter."

[Franzisca Teske]

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www.shaggyonline.com

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