CD-Tipp

Roger Cicero - "beziehungsweise"

published: 09.10.2007

Roger Cicero bringt sein zweites Album "beziehungsweise" auf den Markt (Foto: Warner) Roger Cicero bringt sein zweites Album "beziehungsweise" auf den Markt (Foto: Warner)

Nach Roger Ciceros großem Erfolg mit "Männersachen" kommt nun sein zweites Album "beziehungsweise" auf den Markt, das problemlos in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt. Selbst diejenigen, die einer Kombination aus Bigband und deutschsprachigen Texten skeptisch gegenüberstehen, dürften nach eingehender Musterung zufrieden sein. Glücklicherweise schafft Cicero es nämlich, seine swingigen Rhythmen so unauffällig über sprachliche Stolpersteine zu legen, dass man ihm auch kleine Fehltritte à la "Bitte, Bitte, Anette" verzeiht.

Auch Latin-Liebhaber kommen auf Roger Ciceros neuem Album nicht zu kurz (Foto: Public Address)Auch Latin-Liebhaber kommen auf Roger Ciceros neuem Album nicht zu kurz (Foto: Public Address)

Mit gutgelauntem Uptempo-Beat verspricht bereits der Opener "Die Liste", dass hier keine großen "Stileinbrüche" zu erwarten sind. Cicero bleibt bei dem, was er kann: neckischen Texte und stimmlicher Vielfalt. Die meisten Songs handeln wieder vom aufregend-missverständlichen Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Musikalisch hat Cicero sein Spektrum erweitert: Neben Swing begegnen einem nun auch Blues- und Jazzklänge. Etwas überraschend ist, dass sogar Latin-Liebhaber nicht zu kurz kommen. So präsentieren sich "Sie will es nun mal" oder "Der Anruf" ungewohnt südamerikanisch und machen sofort Lust auf Kokosnuss, Karneval und Cocktails.

Spätestens mit "Das Experiment" ist man jedoch wieder beim alten Cicero angelangt, der mit chauvihafter Süffisanz trällert: "Es war nicht mehr als ein Experiment, das zeigt, was passiert, wenn man sich konsequent sieben Tage lang liebt, als wenn´s kein Morgen mehr gibt". Die Ballade "Wovon träumst Du nachts" mit samtigen Bläsern und rosaroten Streichern öffnet Herz und Tränendrüse, und findet mit "Ich hätt´so gern noch Tschüss gesagt" ihren Meister. Cicero widmete den Song seinem Vater, der vor zehn Jahren starb - ein Text an einen Vater, von dem es noch viel zu lernen gegeben hätte.

"beziehungsweise" ist vielleicht ein Tüpfelchen mehr, als das, was man von dem ambitionierten Musiker erwartet hätte. Ein Album, das Ciceros Standing auf eingängige und abwechslungsreiche Art untermauern wird.

[Franzisca Teske]

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www.roger-cicero.de

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