"Su lang mer noch am lääve sin" (Foto: BMG)Thomas Mann 1926 (Foto: Kulturstiftung Hansestadt Lübeck/Buddenbrookhaus)Das Thalia-Theater in Hamburg (Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thalia_Theater_(Hamburg)#mediaviewer/File:Hamburg_Thalia-Thetaer_2010.jpg" target="_blank">Fassade des Thalia Theaters Hamburg</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:AndreasPraefcke" target="_blank">AndreasPraefcke</a> lizensiert durch <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank">CC BY-SA 3.0</a>)Hannelore Hoger im Interview (Foto: Public Address)"A Clockwork Orange" ("Uhrwerk Orange"), GB/USA 1970-71. Alex DeLarge (Malcolm McDowell) und seine Droogs im Haus des Schriftstellers Mr. Alexander (Patrick Magee) (Foto: Warner)Ben Becker (Foto: Public Address)Audrey Tautou im Interview (Foto: Public Address)

DVD-Tipp

Bob Marley - "Live at the Rainbow"

published: 10.02.2005

Bob Marley and The Wailers - "Live at the Rainbow" (Foto: Universal) Bob Marley and The Wailers - "Live at the Rainbow" (Foto: Universal)

"Keep cool and remember that I am in splendid fighting shape", rief der schwarze Bürgerrechtler Marcus Garvey 1927 von Bord seines Schiffs seinen schwarz-amerikanischen Mitbürgern zu. Dann brach der Mitbegründer der späteren Rastafari-Bewegung von den USA ins jamaikanische Exil auf.

Die Bedeutung dieses "Keep Cool", das später zu einem geflügelten Wort unter Schwarzen wurde, ist es, die Marley durch seine Musik transportierte. Denn dieses "Keep Cool", das von Garvey als eine Überlebensstrategie der schwarzen Bevölkerung gegen ein Leben in Demütigung und Unterdrückung gemeint war, sollte gleichzeitig auch die Ruhe vor der Revolution sein. Von der erhofften sich die Schwarzen im strategisch sinnvollen Moment die Befreiung aus ihrer Lage.

Bob Marley war ein Musik-Revolutionär. Dass der Mann, der über 250 Millionen Platten verkaufte, seine Version des "Keep Cool" mit soviel Leidenschaft auf der Bühne und im Leben verkörperte, machte ihn, der sich in seinen Texten kämpferisch ("Get up, stand up, stand up for your rights") aber pazifistisch ("Redemption Song") gab, zum friedlichsten Revoluzzer der Musikgeschichte.

Sein Verdienst ist es, dass er sich nicht auf die Befreiung der Schwarzen beschränkte, sondern seine Botschaft von Liebe und Gleichheit auf die ganze Welt erweiterte. Robert Nesta Marley, so sein voller Name, löste eine Reggae-Welle aus, die schließlich auch nach Europa schwappte und sogar Punks wie The Clash auf ihrem legendären 1980er "Sandinista"-Album beeinflusste.

Genau drei Jahre zuvor hatte Marley im Londoner Rainbow-Club eines seiner beeindruckendsten Konzerte gespielt. Obwohl der Fußballfan und seine berühmte Begleitband The Wailers fernab von musikalischer Virtuosität eine solide Leistung ohne Überraschungen bieten, entwickelt die Show eine energetische und stetig ansteigende Atmosphäre, die im letzen Song "Exodus" ihren Höhepunkt erreicht. Das Stück war erst kurz vorher auf dem gleichnamigen Album erschienen, für das Marley nach London gezogen war.

Auch andere wasserdichte Klassiker des Musiker wie "Trenchtown Rock", eine Hommage an sein Viertel in Kingston, und natürlich "No Woman, No Cry" werden von den Wailers gespielt. Oder "I Shot The Sheriff", mit dem Marley erst dann ein internationaler Hit und damit der Durchbruch gelang, als Eric Clapton den Song gecovert hatte.

Interessantes birgt das Bonusmaterial der DVD, das die Spuren des Musikers in Jamaika aufspürt. Ein ehemaliger Tontechniker redet aus den berühmten Tuff Gong Studios in Kingston über die Zusammenarbeit mit der Reggae-Legende. Erst 1967 nach einem Aufenthalt in den USA war Marley mit den Theorien Garveys in Berührung gekommen und zum Rastafari-Glauben konvertiert. Der Techniker erklärt den weltweiten Erfolg Marleys mit seinem eingängigen Rhythmus, den die Menschen fühlten, auch wenn sie die englischen Texte nicht verstehen konnten.

Die Bewunderung für Marley grenzt an Heiligenverehrung. Eine ehemalige Backgroundsängerin spricht mit reichlich religiösem Pathos über den Mann aus Jamaika und hält ihn für ein von Gott berufenes Wesen. Auch Marleys Frau Rita kommt zu Wort, die jüngst mit der von ihr geplanten Verlegung seines Grabs von Jamaika nach Äthiopien Schlagzeilen machte.

Bob Marley starb am 11. Mai 1981 auf dem Weg nach Jamaika während einer Zwischenlandung in Miami an den Folgen eines Hirntumors. Es war der 11. Mai 1981. Der Musiker war 36 Jahre alt und auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Diese nicht neue aber solide DVD trägt dazu bei, dass der Mythos Marley weiterlebt.

[Jörg Römer]

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