Nach Skandal

Musikpreis Echo wird abgeschafft

published: 25.04.2018

Aus für den Echo: Der Musikpreis wurde in diesem Jahr zum letzten Mal verliehen (Foto: Lars Hagen/Public Address) Aus für den Echo: Der Musikpreis wurde in diesem Jahr zum letzten Mal verliehen (Foto: Lars Hagen/Public Address)

Der Skandal um die Auszeichnung von Kollegah & Farid Bang war offenbar zu viel: Der Musikpreis Echo wird abgeschafft. Dies beschloss der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie am Dienstag, 24. April, in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin.
 


Der Echo, der auf Verkaufszahlen basierte, sei "viele Jahre ein großartiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent mit vielen bewegenden Momenten und herausragenden Künstlerinnen und Künstlern gewesen", meinen die Verantwortlichen, wie es in einer Mitteilung auf der Echo-Homepage heißt. Auch stehe für den Vorstand außer Frage, dass Deutschland als drittgrößter Musikmarkt in Zukunft einen Musikpreise mit Leuchtturm-Charakter brauche, der Musikacts genre- und generationsübergreifend auszeichne. Weiter betont der Verband dort, man wolle jedoch keinesfalls, "dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird. Das um den diesjährigen ECHO herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole."
 


Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei. Dies werde auch eine Neuaufstellung bei Echo Klassik und Echo Jazz nach sich ziehen. Die drei Preise sollen in eine eigene Struktur überführt werden. Die bisher involvierten Gremien stellen ihre Tätigkeit ein. In der Ankündigung heißt es: "Die Kriterien der Nominierung und Preisvergabe werden dabei vollständig verändert. Wie beim ECHO KLASSIK und ECHO JAZZ, die von Anfang an reine Jury-Preise waren, soll beim neuen Musikpreis auch für den Pop-Bereich die Jury stärker in den Vordergrund rücken."
 


Nachdem bei der Gala am 12. April die Rapper Kollegah & Farid Bang trotz antisemitischer, frauen- und schwulenfeindlicher Textzeilen für ihr Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" ausgezeichnet worden waren, brach ein Sturm der Entrüstung über die Verantwortlichen herein. Einige Musiker gaben ihre Auszeichnungen zurück, darunter der deutsche Rocksänger Marius Müller-Westernhagen und der Dirigent Daniel Barenboim.
 



[PA]

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