Ruben Cossani im Porträt

"Wie die Gebrüder Karamasow"

published: 17.03.2008

Ruben Cossani alias Michel van Dyke, Leonard Lazar und Konrad Wissmann (v. l.) geben ein ungleiches Trio ab (Foto: Public Address) Ruben Cossani alias Michel van Dyke, Leonard Lazar und Konrad Wissmann (v. l.) geben ein ungleiches Trio ab (Foto: Public Address)

Ungewöhnlich sind sie allemal, wie sie in ihren grauen Anzügen vor einem stehen: Ruben Cossani alias Michel van Dyke, Konrad Wissmann und Leonard Lazar geben ein ungleiches Trio ab, das zwar von circa 20 Lebensjahren, nicht jedoch von unterschiedlichen musikalischen Vorstellungen getrennt wird.

Da wäre zum einen Komponist, Produzent und vielbeachteter Musikus Michel, der sich mit seinen 46 Jahren zumindest in Sachen Alter an die Spitze von Ruben Cossani setzt. Der blonde Strich in der Landschaft wollte "schon immer Mitglied einer Band sein" - bislang wurden seine Hoffnungen jedoch nie Wirklichkeit. Also trieb er sich mit den Simple Minds oder Oasis durch die Musikszene und schrieb unter anderem einige der größten Hits für die Band Echt.

Beim "Freizeitkicken für Musiker und Ärzte" - wo auch sonst? - traf er auf den zwei Jahrzehnte jüngeren Konrad Wissmann, den er zunächst treffsicher der falschen Seite zuordnete: "Guck ihn dir doch an! Ich war sicher, er wäre Arzt, zumal ich dachte, dass ich alle Musiker schon kenne." Nachdem sich dieser Irrtum aufgeklärt hatte, fehlte nur noch Drummer Leo Lazard, um das Trio zu komplettieren. "Wir sind wie die drei Gebrüder Karamasow: Wir lieben uns, wir streiten uns, wir fahren zusammen in den Urlaub", so van Dyke.

Das Konzept der Band ist einfach und bestechend: "Wir machen alle alles", so Wissmann. Deshalb stehen alle Drei bei den Songs ihres Debüt-Albums "Tägliche Landschaft" im Wechsel am Mikrofon und an den Instrumenten, lediglich die Drums bleiben bei Leo. Wenn sie ihren Sixties-Sound à la Beatles und Beach Boys auf der Bühne präsentieren, verbindet sie äußerlich zumindest eines: der obligatorische Anzug. "Wenn wir diese Kluft anziehen, dann sind wir eine Einheit", so Wissmann und Lazard fügt hinzu: "Für mich ist es immer ein besonderer Anlass, wenn ich mich ordentlich kleide."

Die songschreiberischen Aktivitäten gehen jedoch alle auf van Dyke zurück. "Klar wissen wir, dass Michel die Songs geschrieben hat", so Konrad, "aber er ist jetzt nicht der Oberchef, das würden wir gar nicht aushalten." Streit gebe es vor allem zwischen Leo und Michel. "Ich bin temperamentvoll, manchmal recht cholerisch, aber in keinem Fall bösartig", grinst Leo. Sollte er doch einmal über sie Stränge schlagen, dürfte das zumindest van Dyke nicht sonderlich irritieren: "Ich mag auch beim Zahnarzt nicht betäubt werden. Ich möchte lieber den Schmerz empfinden, weil ich dann weiß, dass ich lebendig bin", antwortet er überraschenderweise auf die Frage nach seinem Lieblingsgefühl.

Bislang herrschte am Ende musikalischer Auseinandersetzungen stets wieder eitel Sonnenschein - wie auch bei der letzten um ein 15-sekündiges Instrumental mit dem kuriosen Namen "Romy Schneider". "Es gab da eine SMS-Diskussion zwischen Michel und mir. Ich fand es nicht logisch, dass ein so kurzer Song ausgerechnet den Namen einer so großen Schaupspielerin trägt", erzählt Konrad. Die Pointe ist genauso einfach und direkt, wie die Jungs selbst. Michels Erklärung: "Das Leben von Romy Schneider war ja auch sehr kurz. Zu kurz."

Tourdaten:
04.05.08 Köln/Gloria
05.05.08 Frankfurt am Main/Batschkapp
07.05.08 München/Backstage
08.05.08 Hamburg/Markthalle
09.05.08 Berlin/Postbahnhof

[Franzisca Teske]

Links

www.rubencossani.de

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