Billy Idol im Interview

Rückkehr eines Rock-Idols

published: 14.02.2005

Billy Idol im Interview (Foto: Public Address) Billy Idol im Interview (Foto: Public Address)

Totgesagte leben länger - und besonders die, die den Teufel nicht fürchten. So einer ist ohne Frage Billy Idol, der in den Achtzigern zur ersten Riege der bösen Buben des Rock avancierte und mit Songs wie "White Wedding", "Flesh For Fantasy" oder "Sweet Sixteen" die Gemüter schockte.

Nach einem schweren Motorradunfall wurde es in den Neunzigern ruhig um den zweifachen Vater, dessen Markenzeichen bis heute wasserstoffblonde Haare und ein nackter Oberkörper sind. Billy Idol schien in der Versenkung verschwunden und hatte es lediglich einem Best-Of-Album zu verdanken, dass er nicht ganz in Vergessenheit geriet.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich der passionierte Biker nun mit einem neuen Studiowerk zurückmeldet. Kurz vor seinem 50. Geburtstag im November dieses Jahres will Idol es anscheinend noch einmal wissen und präsentiert auf "Devil's Playground" dreizehn Gitarren-Gewitter, die all die Furcht, Wut und Wildheit eines alternden Rock-Stars in sich vereinen. Das Album erscheint am 21. März. Im Frühjahr 2005 geht Billy Idol auf Welttournee.

Ihr neues Album heißt "Devil's Playground". Wie ist es denn auf dem Spielplatz des Teufels?
Billy Idol: "Die Welt ist derzeit in einem verrückten Zustand und da fand ich diesen Titel einfach passend. Außerdem soll er den Leuten einen Eindruck vermitteln, von welchem Standpunkt aus ich die Dinge betrachte."

Deshalb haben Sie diesen Titel gewählt?
"Ja, aber man sollte ihn nicht all zu ernst nehmen - eher mit einem Augenzwinkern. Er hält die verschiedenen Themen wie Liebe und Freiheit aber auch Sex und Gewalt zusammen."

Bleiben wir bei Himmel und Hölle. Sie selbst sind dem Tod schon des Öfteren von der Schippe gesprungen...
"Oh ja, ziemlich oft sogar! Ich bin einige Male fast draufgegangen, als ich mit meinem Motorrad verunglückt bin... und weil ich Anfang der Neunziger eine Menge Drogen genommen habe, ging es mir häufig ziemlich mies. Um ehrlich zu sein, dieses Zeug, was wir damals alle genommen haben, hat dazu geführt, dass es aussah, als würde man kollabieren und abkratzen. Tatsache ist, dass man einfach in ein Koma fiel. Die Ärzte konnten das aber nicht diagnostizieren und dachten, man hätte eine Überdosis genommen. In meinem schlimmsten Jahr mit Drogen und Alkohol war mein Sohn sechs Jahre alt und ich wollte einfach nicht, dass er miese Schlagzeilen über seinen Vater liest. Ich wollte ihn zur Schule bringen können und sehen, wie er und seine Freunde bei uns zu Hause spielen. Das hat mein Verhalten ein wenig verändert. Aber nicht komplett..."

Sie nehmen also immer noch Drogen?

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