Stefan Gwildis - "Nur wegen dir"  (Foto: Sony)Moritz Bleibtreu (Foto: Public Address)Billy Idol im Interview (Foto: Public Address)Der Center Court am Hamburger Rothenbaum (Foto: Public Address)Bob Marley and The Wailers - "Live at the Rainbow" (Foto: Universal)"Su lang mer noch am lääve sin" (Foto: BMG)Thomas Mann 1926 (Foto: Kulturstiftung Hansestadt Lübeck/Buddenbrookhaus)

Kyle Eastwood im Interview

Und Clint pfeift dazu

published: 22.02.2005

Kyle Eastwood (Foto: Public Address) Kyle Eastwood (Foto: Public Address)

Den Nachnamen hat er vom Vater und den verführerischen Blick erst recht: Kyle Eastwood. Doch den 36-Jährigen Sohn der Hollywood-Legende Clint Eastwood zog es nach Stippvisiten beim Film eher ins Tonstudio als auf die Leinwand. Am Valentinstag erschien das aktuelle Jazz-Album "Paris Blue" des Musikers und Komponisten.

"Meine Eltern waren schon immer große Jazzliebhaber. Sie freuen sich, dass ich diese Leidenschaft mit ihnen teile. So kommt es auch, dass mein Vater und ich öfter miteinander arbeiten als man vielleicht glaubt", sagt Kyle Eastwood, der unter anderem mit seinem Vater an der Film-Musik zu den Oscar-prämierten Streifen "Mystic River" und "Million Dollar Baby" gearbeitet hat.

Auch sonst stehen sich die Eastwoods sehr nahe, wie der mittlerweile in London lebende Kyle im Interview verriet.

Was halten Sie von dem Zitat in einem Text Ihrer Plattenfirma, dass Kyle für die Musik bedeutet, was Clint Eastwood für den Film bedeutet?
"Das ist ein großes Kompliment. Aber ich weiß nicht, ob ich es so stehen lassen kann."

Setzen Sie solche Vergleiche mit dem Vater unter Druck?
"Man steht immer unter einem gewissen Druck. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken. Ich mache einfach, was ich mache und versuche, mich nicht darum zu kümmern, was für vorgefasste Meinungen die Leute haben könnten."

Mögen Sie es, mit Ihrem Vater verglichen zu werden?
"Es schmeichelt mir. Es ist zumindest ein angenehmer Vergleich. Wir machen natürlich verschiedene Dinge. Es ist ein Kompliment, aber ich versuche, das von mir wegzuschieben und mich auf meine Sachen zu konzentrieren."

Sie sehen Ihrem Vater sehr ähnlich. Ist das manchmal hilfreich, beispielsweise bei Frauen?
"Tja, es ist wie mit allen Dingen: So wie der Vater zu sein hat immer Vor- und Nachteile. Man muss halt die guten von den schlechten Dingen trennen und sich weiterentwickeln."

Was ist die häufigste Reaktion der Leute, wenn Sie ihnen als Kyle Eastwood vorgestellt werden?
"Normalerweise werde ich dann nach der Verwandtschaft gefragt. Man bekommt mehr Aufmerksamkeit und es kann vielleicht auch Türen öffnen. Es sorgt natürlich auch für Vorurteile - die Leute haben eine Vorstellung davon, wer du bist, bevor sie eigentlich wissen, wer du wirklich bist."

Haben Sie andere Gemeinsamkeiten mit Ihrem Vater außer der Leidenschaft für Filme und Jazz?
"Wir haben denselben Gang. Das wurde mir zumindest mal gesagt. Wir mögen beide Musik. Wir mögen beide Filme. Über Jahre hatte ich die Möglichkeit, mit ihm zu arbeiten. Ich habe auch die Musik zu seinem neuesten Film, „Million Dollar Baby“, gemacht. Wir sind uns auf irgendeine Art und Weise ähnlich und verstehen uns daher sehr gut."

Sie haben also ein enges Verhältnis?
"Ja, wir unterstützen uns gegenseitig sehr. Ich glaube, er steht hinter mir, egal was ich tue, solange ich es ernsthaft mache und mich darauf konzentriere. Er ist glücklich mit dem, was ich mir ausgesucht habe."

Sie sind 1982 bereits in seine Fußstapfen getreten, als Sie in dem Film „Honkytonk Man“ gespielt haben.
"Ja, ich habe ein wenig geschauspielert. Aber dann habe ich an der Uni angefangen, Filmmanagement zu studieren. Daran war ich wirklich interessiert. Die Schauspielerei war nicht wirklich meine Leidenschaft. Ich fühlte, wenn ich in der Richtung weitermachen will, dann ist Regie eher mein Ding. Also ging ich zur Filmhochschule, studierte auch Musik und machte zunehmend selber Musik. Dann entschied ich mich, eine Auszeit von der Uni zu nehmen und mit der Musik weiterzumachen."

Woher hatten Sie das Selbstvertrauen, Musik zu machen?
"Ich habe in der Highschool schon etwas Musik gemacht, aber nicht ernsthaft. Ein paar Freunde haben in einer Jazzband gespielt. Viele Freunde waren Musiker. Ich habe etwas Klavier gespielt und später Bass. Mit 18 oder 19 habe ich mich dann ernsthafter mit der Musik beschäftigt."

Glauben Sie von sich selbst, ein guter Musiker zu sein?
"Ich glaube, ich bin ein guter Musiker. Ich bin meist mein schlimmster Kritiker. Ich meine immer, ich müsste härter arbeiten. Ich hoffe, dass ich mich als Musiker und Komponist ständig weiterentwickle. Ich glaube nicht, dass man aufhört zu wachsen."

Als Musiker stehen Sie auf der Bühne. Ein Konzert dauert oft nur für den Moment, während ein Film etwas für die Ewigkeit ist. Sind Sie ein Typ, der für den Augenblick lebt und nicht unbedingt die Sicherheit anstrebt?
"Was ich am meisten liebe, ist natürlich live zu spielen. Aber die Studioarbeit und das Aufnehmen mag ich genau so. Als ich für einige Jahre in Los Angeles gelebt habe, habe ich in erster Linie Studiomusik gemacht. Ich habe Filmmusiken geschrieben, aber am meisten mag ich es live."

Das Musikgeschäft ist für Anfänger sehr hart. Hatten Sie immer genug Geld, um zu überleben?

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Amazon

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung