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Thievery Corporation im Interview

"Eine natürliche Evolution"

published: 07.03.2005

Thievery Corportion (Foto: Public Address) Thievery Corportion (Foto: Public Address)

Ende der 90er-Jahre veredelte das Washingtoner DJ-Duo Thievery Corporation den Downbeat mit seinen Dub- und Bossa-Elementen. Etwas später wurden Eric Hilton und Rob Gaza in Europa durch einen Beitrag zur berühmten „DJ-Kicks“-Serie bekannt. Für ihr neues Album „The Cosmic Game“ wühlten die Amerikaner ganz tief in ihrer Plattensammlung und beweisen, dass auch Rock und Pop zu ihren Einflüssen zählen.

Was ist der größte Unterschied zwischen „The Cosmic Game“ und den Vorgänger-Alben?
Rob: „Wir haben uns in den zweieinhalb Jahren einfach mehr entwickelt. Und wir haben uns auch von Rock und psychedelischen Sounds beeinflussen lassen. Auch im Songwriting haben wir uns verbessert und spielen jetzt mehr Instrumente. Das ist wie eine natürliche Evolution.“

Ihr habt im Vorfeld der neuen Platte gesagt, dass euch Bücher über Verschwörungstheorien inspiriert hätten. Was ist da dran?
Eric: „Wir sind von dem Begriff 'Verschwörungstheorie' fasziniert. Es scheint, als würde alles, was Fragen aufwirft, gleich 'Verschwörungstheorie' genannt werden. Und wir denken, dass diese Theorien näher an der Wahrheit sind als die Realität der Medien. Wir kennen uns jetzt ganz gut mit diesem Thema aus.“
Rob: „Wir haben Bücher von David Icke und Jim Mars gelesen. Auch viele Sachen über Hinduismus. Das war alles Inspiration für das Album.“

Kommt dort auch der Album-Titel her?
Eric: „Sicher. 'The Cosmic Game' stammt auch aus einem Buch. Dort geht es um Hindu-Theorien. Und darum, dass Gott die Welt nur so zum Spaß in verschiedene Stücke unterteilt hat. Stücke bedeutet in diesem Fall dich, mich und ihn. Wir sind alle wie Schauspieler in einem Theaterstück. Und nur so zum Spaß spielen wir mit im Drama des Lebens. Aber am Ende gehen wir alle zum gleichen Ursprung zurück.“

Rob, deine Mutter ist Mexikanerin. Hat das deine spirituelle Sichtweise beeinflusst?
Rob: „Ja. Ich bin in den USA in einer typischen weißen Umgebung aufgewachsen, in einer Kleinstadt. Meine Mutter kommt aus einer sehr armen und überbevölkerten Gegend in Mexiko. Auch wenn der Glaube derselbe ist, ist es ein Unterschied in Maryland in eine katholische Kirche zu gehen oder in Mexiko. Dort hat sich die Religion mit der indigenen Kultur gemischt. Die Jungfrau Maria ist dort ein Symbol für den aztekischen Erdgott. Also habe ich zwei verschiedene Seiten kennen gelernt.“

Es gibt so viele Bezeichnungen für die Art von Musik, die ihr macht. Neben Downbeat, TripHop, Ambient viele mehr. Welche Bezeichnung bevorzugt ihr?
Eric: „Gar keine. Wir probieren eine Bezeichnung zu vermeiden. Es ist aber ein bisschen was von allem. Wir machen in einer Minute brasilianischen Funk-Sound und dann Bossa und Jazz oder Dub und Rock. In welchem Fach die Musik landet, überlassen wir den Plattenläden und den Labels. Aber wir hassen die Bezeichnung 'Dancemusic'.“
Rob: „Bei 'Dancemusic' hat man MTV-Compilations im Kopf.

Ihr seid aus Washington D.C.. Wie würdet ihr die Musikszene dort beschreiben?

Eric: „Hardcore-Punk. Washington war immer für Punkmusik bekannt. Aber es gibt eine vielfältige Musikszene. Eigentlich von allem etwas. Einige großartige Folk-Musiker genauso wie House-Musik-Produzenten oder HipHop und Roots-Musik. Für mich ist das eine tolle Szene.“

Was denkt ihr über die politische Situation in den USA?

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