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The Tim im Porträt

Ein Handy voller Ideen

published: 22.09.2008

Klein, aber musikalisch: The Tim hat sein Debütalbum "Einszweiundsechzig" nach seiner Körpergröße benannt  (Foto: Public Address) Klein, aber musikalisch: The Tim hat sein Debütalbum "Einszweiundsechzig" nach seiner Körpergröße benannt (Foto: Public Address)

Sein Debüt-Album hat er nach seiner Körpergröße benannt: "Eins-zweiundsechzig". Tim Sebastian Haufe, der als The Tim musikalisch durchstarten will, hat keine Probleme damit, nicht größer gewachsen zu sein. "Bei der Musterung wollte die Bundeswehr mich gleich in ein U-Boot oder einen Panzer stecken", erzählt er. "Die waren ganz begeistert von mir. Ich habe dann aber doch lieber Zivildienst gemacht."

Seine Songs schreibt er auf Deutsch (Foto: Public Address)Seine Songs schreibt er auf Deutsch (Foto: Public Address)

Der 28-Jährige aus Uetersen bezeichnet sich generell als hilfsbereiten und sehr sozialen Menschen. "Ich arbeite seit vielen Jahren in einer Behinderten-Wohngruppe. Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt." Ansonsten habe er nicht nur gute Eigenschaften. Seine Freunde etwa nerve er oft, weil er sehr viel rede. "Und wenn ich betrunken bin, bin ich unausstehlich. Dann wiederhole ich einfach sinnlos Wörter", sagt Tim, der auch schon in einer geschlossenen Psychiatrie arbeitete.

Eine Tendenz zu viel Text ist auch in seinen Songs auszumachen. "Ich habe halt viel zu erzählen", meint Tim und schämt sich gar nicht dafür, "einen Hang zur dritten Strophe" zu haben – "plus noch eine Bridge oder ein C-Teil". Seit er 13 ist, schreibe er Lieder. "Eine andere Sprache als Deutsch kam mir dabei nie in den Sinn", sagt er. "Schließlich lege ich viel Wert auf Wortspiele." Besonders viele Ideen kämen ihm heute beim Busfahren. Dann schicke er sich seine Textideen selber als SMS. Wenn er einen Geistesblitz habe, während er abends unterwegs sei, gehe er aufs Klo und singe in sein Handy. "Wenn ich mein Handy verlieren würde, wäre ich quasi aller meiner Ideen beraubt."

Nordlicht Tim kommt aus Uetersen (Foto: Public Address)Nordlicht Tim kommt aus Uetersen (Foto: Public Address)

Beeinflusst habe ihn als Kind vor allem der Plattenschrank seines Vaters, der "von Milva bis Motörhead" alle Stilrichtungen enthalten habe. "Da waren auch so schräge Neue-Deutsche-Welle-Sachen drin wie FSK oder Trio. Ich vermute, dass auch daher meine Deutsch-Liebe kommt", so Tim. "Später habe ich dann Tocotronic super gefunden", erzählt er, aber damit sei jetzt Schluss. Zu komplizierte Texte finde er nicht so toll. "Was soll es, eine Aussage doppelt zu kodieren, damit sie niemand mehr versteht? Wieso singt man dann überhaupt, wenn man gar nicht verstanden werden will?"

Tims Texte sind da direkter. "Ich möchte, dass Amerika mein Zimmer angreift" heißt etwa ein Titel oder "Singen wie John Lennon". "Angelina Jolie" ist ebenso ein Hinhörer wie die erste Single "Dein Freund sieht aus wie ein Mädchen", während "Unter einer Decke" subtiler funktioniert. Das Album, das von Franz Plasa recht poppig produziert wurde, ist gerade erschienen. Im Herbst ist Tim mit Extrabreit live unterwegs.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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www.the-tim.de

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