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Bill Ramsey im Interview

Rückkehr zum Jazz

published: 08.04.2005

Bill Ramsey (Foto: Public Address) Bill Ramsey (Foto: Public Address)

Schlager wie "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" oder "Pigalle" sowie 28 Spielfilme, u.a. an der Seite von Caterina Valente, Peter Alexander und Bibi Johns machten ihn berühmt. Inzwischen ist Bill Ramsey, der am 7. April 1931 in Ohio geboren wurde und seit 1984 Deutscher ist, zum Jazz zurückgekehrt, der auch seine beruflichen Anfänge im Deutschland der 50er Jahre prägte. Die neue CD "Send In the Clowns" mit Jean-Louis Rassinfosse ist gerade erschienen.

Was ist das Besondere an Ihrem neuen Album "Send In The Clowns"?
Bill Ramsey: „Diese CD ist besonders, weil auf ihr nur Stimme und Kontrabass zu hören sind. Ich habe mit dem belgischen Kontrabassisten Jean-Louis Rassinfosse gearbeitet. Jean-Louis hat zehn Jahre lang mit Chet Baker gespielt. Ich habe ihn 1999 bei einem Konzert kennen gelernt. Wir haben zuerst gemeinsam improvisiert, das hat enorm viel Spaß gemacht. Ich habe gleich gesagt: ‚Wir sollten eine CD machen.’ Und dann hat er gesagt ‚Ja!’. Es hat fünf Jahre gedauert, bis wir beschlossen haben, dass ich das selber produziere, weil wir keinen Produzenten fanden."

Bill Ramsey (Foto: Public Address)Bill Ramsey (Foto: Public Address)

Eine Rückkehr zu den Wurzeln des Jazz?
„Ja, ich mache das seit Jahren - Jazz-Konzerte, oft mit Big Band, Quartett oder Trio. Viel Blues ist auch dabei, aber Blues ist ja eine der Wurzeln des Jazz.“

Wie anstrengend finden Sie es, herumzureisen und Konzerte zu geben?
„Das gibt mir einen natürlichen Adrenalinstoß. Allerdings merke ich es jetzt schon, wenn ich an zwei aufeinander folgenden Nächten Jazz-Konzerte mit Big Band hatte. Dann kann ich am nächsten Tag nicht mehr, bin sehr müde und muss ausschlafen. Aber ansonsten geht das gut. Ich bin zwei Stunden auf der Bühne - das ist endlich mal Sport (lacht)!“

Halten Sie sich auch sonst fit?
„Nein.“

No Sports?
„Ich bin leider ein Nicht-Sportler.“

Das kann man ja ändern, wenn man möchte.
„Nein, weil ich es nicht mag. Ich war noch nie freiwillig Sporttreibender. Ich habe das in der Schule, im Internat, machen müssen. American Football habe ich gespielt, Eishockey, Rudern. Tennis habe ich freiwillig gemacht, Golf freiwillig gemacht.“

Das ist ja eine ganze Menge.
„Das hat aber alles aufgehört, als ich zum Militär kam. Das war 1953, ist lange her.“

Aber mit Ihrem Hund gehen Sie doch spazieren?
„Ja. Der Hund ist eine Lady und heißt Ango. Sie ist benannt nach einer ganz lieben Nenntante meiner Frau, Ango Zepp, die hier in Hamburg zu Hause war. Ango ist leider schon lange tot. Ich habe sie gut gekannt: Sie hatte zottelige rostbraune Haare und war koboldhaft. Und das ist die Hauptbeschreibung des Cairn-Terrier. Die kommen ursprünglich aus Schottland und sind die Ur-Rasse für Westhighlands und Scotlands. Ango ist so ein wunderschöner, süßer Hund.“

Wie lange haben Sie Ango schon?
„Wir haben sie am 10. Oktober 2002 in Berlin geholt. Sie wird im Mai drei Jahre alt.“

Hat sich das Leben zu Hause seit Ango verändert?
„Ja. Das wussten wir und das haben wir geplant. Eigentlich sind die Änderungen sehr gut. Das einzige, was gestrichen ist, sind Kreuzfahrten. Die Bedingungen haben sich seit dem 1. Juli weltweit sehr geändert. Man darf wegen der Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr auf die Brücke. Das war einer unserer Hauptspäße bei solchen Fahrten, weil wir den Kapitän sehr gut kannten und den Besitzer, den Reeder. Wir hatten Zugang wie Offiziere. Wir sind immer auf dem gleichen Schiff gefahren. Wenn man in Sydney einfährt und die ganzen Manöver mitmachen darf und direkt neben dem Kapitän steht, ist das toll.“

Sie scheinen sich mit Ihrer Frau außerordentlich gut zu verstehen.
„Das stimmt. Wir sind 25 Jahre zusammen. Genau 20 Jahre sind wir verheiratet.“

Was ist der Schlüssel zu diesem Glück?
„Wahrscheinlich, dass wir beide erfahren sind. Sie war einmal verheiratet, ich war drei Mal verheiratet, vorher. Das erste Mal hatte ich Pech. Das war eine Amerikanerin und sie wollte nach Hause und Karriere machen. Das hat sie auch gemacht. Wir blieben in Kontakt. Leider ist sie inzwischen verstorben. Das zweite Mal war es eine Dänin. Da hat sie Pech gehabt, weil ich einfach nicht so schnell wieder hätte heiraten sollen. Das hat nur ein halbes Jahr gedauert. Wir stehen noch in gutem Kontakt mit ihr. Und das dritte Mal ging alles ziemlich schief. Aber es hat sehr lange gedauert. Es war eine Schweizerin. Und jetzt haben wir beide Glück. Meine Frau und ich verstehen uns enorm und sind so gut wie immer zusammen. Ich staune immer über Leute, die sagen: ‚Wir machen einmal im Jahr getrennt voneinander Urlaub.’ Das ist mir so was von gespenstisch, diese Idee! Also gut, wenn meine Frau einkauft, gehe ich nicht immer mit und wir gehen nicht 24 Stunden am Tag Hand in Hand durch die Gegend - aber so oft wie möglich. Wir wollen kein Tag auseinander sein.“

Ihre Frau ist Ärztin?
„Ja, aber sie praktiziert nicht mehr. Sechs Monate später habe ich sie als Managerin angestellt. Und seitdem ist es mir so was von angenehm! Ich muss das alles nicht mehr selber machen, diese Verhandlungen, Termine und so weiter. Sie kommt zu mir und fragt: ‚Willst du das machen oder nicht?’ und ‚Was willst du da singen?’. Ich muss mich nur noch um die Dinge kümmern, die künstlerisch wichtig sind.“

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Frau?
„Sie hat einen ganz trockenen, manchmal schwarzen Humor. Das gefällt mir sehr gut.“

Sie wohnen in Hamburg…
„Ja, seit 13 Jahren. Meine Frau ist hier geboren, ist aber in Wiesbaden aufgewachsen. Als wir dieses Angebot hatten, von Wiesbaden hierher zu ziehen, haben wir sofort ‚Ja‘ gesagt. Wir sind beide riesige Hamburg-Fans.“

Was mögen Sie an der Stadt?
„Den trockenen Humor, das Höfliche und dass man nie jemandem zu nahe tritt. Aber wenn man hier jemanden kennen lernt und mag und das klappt, dann sind das richtige Freunde. Das finde ich sehr, sehr wichtig. Und das Internationale mag ich an Hamburg. Es ist eine Hafenstadt und das ist immer reizvoll. Eine Altstadt haben wir leider keine, weil alles abgebrannt ist. Aber die Bäume! Jede Strasse hat viele Bäume und es gibt viele Parks und viel Grün. Man sagt oft: ‚Aber das Wetter in Hamburg!’ Nonsens. Das ist nicht schlechter als anderswo. Und wenn es schön ist, ist es richtig schön. So wie heute.“

Welcher Ihrer Hits ist Ihr Lieblingslied?

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