Bo Flower im Porträt

"Positiv durchs Leben"

published: 01.12.2008

Hätte Bo Flower mit den Plattenfirmen verhandeln sollen?  (Foto: Public Address) Hätte Bo Flower mit den Plattenfirmen verhandeln sollen? (Foto: Public Address)

Für den guten Zweck tut Bo Flower viel. Nicht nur, dass der Hamburger Rapper sein musikalisches Talent in die Waagschale wirft, wie jüngst bei einer Pro-Organspenden-Kampagne von EMI und der Techniker Krankenkasse, bei der der Song "Von Mensch zu Mensch" entstand. Für die Hilfsorganisation "Viva Con Agua" nahm Bo, der eigentlich Florian Bauer heißt, sogar an einer 40-tägigen Reise teil und legte dabei die Strecke von Hamburg nach Basel zurück. Zu Fuß, versteht sich. "Das war wirklich eine extreme Erfahrung, die mir viel über das Leben gezeigt hat. Wenn man mit einer positiven Einstellung losgeht, bekommt man das auch zurück", ist er sich heute sicher. Bei dem Marsch suchten sich alle Teilnehmer am Ende einer Tages-Etappe spontan eine Unterkunft. Dabei übernachtete die Truppe sogar in Kirchen und Fußball-Umkleidekabinen.

Egal, ob es um das Thema Kindesmissbrauch geht, dass er in einem seiner Songs aufgreift, oder das Engagement für Hamburger Clubs, die von der Schließung bedroht sind: Bo Flower hat für alles ein offenes Ohr. Als politisch engagierter Mensch sieht sich Bo aber nicht: "Ich würde mich eher als emotionalen und sozialen Menschen bezeichnen. Das bin ich auch in meinem Umfeld. Wenn ich das ausweiten kann, mache ich das gerne."

Bo Flower hat gerade sein Label aufgelöst (Foto: Public Address)Bo Flower hat gerade sein Label aufgelöst (Foto: Public Address)



Bei so viel gesellschaftlichem Engagement bleibt für die eigene Karriere manchmal zu wenig Zeit. "Das Label gibt es nicht mehr", ist dann auch die Nachrichten, die er als erstes verrät. Schmuf Records, die eigene Plattenfirma des HipHoppers, wurde eingestellt. Vor allem aus Zeitgründen. Nach seinem Musik-Studium arbeitet Bo nun in den renommierten TAO-Studios in Hamburg als Produzent. Da bleibt für ein eigenes Label zu wenig Zeit. Vor allem, wenn man seine Songs wie Bo über das Internet vertreibt und sich selbst darum kümmern muss.

Ob er sich manchmal über die vertane Chance des großen Plattendeals ärgert, den er nach "Tötet Sw***ty" ablehnte? "Ich sage nicht, dass ich das bereue. Aber aus der Distanz betrachtet und dem Wissen, das ich heute habe.... Vielleicht hätte ich mit denen wenigstens mal richtig verhandeln sollen", sagt er und lacht.

Denn dass Bo Flower mit seiner Musik etwas verändern kann, glaubt er auf jeden Fall. "Künstler haben einen viel krasseren Einfluss, als sie denken. Ich glaube, dass sich die meisten dessen gar nicht bewusst sind." Bo Flower ist sich dessen sehr bewusst.

[Jörg Römer]

Links

www.boflower.de
www.music-for-life.de
www.organspende2008.de

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung