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Aviv Geffen im Interview

Ein gutes Beispiel

published: 17.01.2009

Der israelische Popstar Aviv Geffen setzt mit seinem Besuch in Deutschland ein positives Zeichen (Foto: Public Address) Der israelische Popstar Aviv Geffen setzt mit seinem Besuch in Deutschland ein positives Zeichen (Foto: Public Address)

Die blutige Realität des Nahost-Konfliktes erlebte Aviv Geffen hautnah. Am 4. November 1995 trat der junge Popstar bei einer Friedensveranstaltung unter dem Motto "Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt" auf. Auf dem Platz der Könige Israels in Tel Aviv sang er das Trauerlied "To Cry For You". Der damalige israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin umarmte Geffen noch, bevor er selbst die Bühne betrat.

Nur Minuten später sackte Rabin zusammen, tödlich getroffen von den Kugeln eines Attentäters. Der Schütze war ein jüdischer Extremist, dem die Verhandlungen mit den Palästinensern ein Dorn im Auge waren. Der Mord setzte vorerst einen Schlusstrich unter den Friedensprozess in Nahost. Ein Jahr zuvore hatten Rabin und der damalige Außenminister Schimon Peres zusammen mit dem Chef der palästinensischen Autonomiegebiete, Jassir Arafat, für ihr Engagement gegen Gewalt den Friedensnobelpreis erhalten.

Heute erscheint die Situation zwischen Israelis und Palästinensern verfahrener denn je. Während im Gaza-Streifen die Waffen sprechen, besucht der inzwischen 35-jährige Aviv Geffen Europa, um nicht nur für seine Konzerte zu werben, sondern vor allem für eine friedliche Lösung im Nahen Osten. Ein Besuch in Deutschland ist angesichts der schrecklichen Verbrechen, die hier gegen Juden begangen wurden, keine Selbstverständlichkeit.

Der Musiker gibt im Januar vier Konzerte in Deutschland (Foto: Public Address)Der Musiker gibt im Januar vier Konzerte in Deutschland (Foto: Public Address)

"Ich habe meinen Frieden mit Deutschland gemacht", sagt der Musiker, der hier vier Konzerte spielt. "Der Holocaust ist sicherlich der schwärzeste Punkt in der jüdischen Geschichte, aber ich kann die Deutschen von heute nicht für immer dafür schuldig sprechen, was Deutsche meinen Vorfahren angetan haben." Bei seinem Besuch in Berlin und Hamburg habe er viele nette Leute kennen gelernt. "Zusammen geben wir ein gutes Beispiel dafür, das alles ein gutes Ende nehmen kann."

Tourdaten
17.1.2009 Berlin/Postbahnhof
18.1.2009 Hamburg/Knust
20.1.2009 Köln/Luxor
22.1.2009 München/Muffatwerk/Ampere

"To Cry For You" ist für die Menschen in Israel zu einem ganz wichtigen Lied geworden. Was geht in Dir vor, wenn Du es live singst?
"Ursprünglich ging es um einen Freund, den ich bei einem Autounfall verloren hatte. Aber dann sang ich den Titel auf der Friedenskundgebung mit Jitzchak Rabin, an dem Tag, als er erschossen wurde. Ich wurde der Hauptzeuge des Anschlags. Dadurch wurde er Rabins Song, die inoffizielle Hymne für Rabin. Heute ist sie einer der erfolgreichsten Songs in Israel."

Für viele junge Menschen war Rabin eine Art Vaterfigur. Was war er für Dich?
"Ein toller Mensch. Als er alt war, sagte er: 'Schaut her, genug der Kriege. Lasst uns andere Wege gehen und versuchen, Frieden in der Region zu schaffen. Ich fand es sehr mutig von ihm, das zu sagen. Und weil er genau das gesagt hat, wurde er umgebracht."

Wie hat das Attentat auf Jitzchak Rabin Dein Leben verändert?
"Dieser Typ, der Jitzchak Rabin vor meinen Augen erschossen hat, hat nicht nur Rabin, sondern den ganzen Traum getötet, der schon greifbar war. Wir hatten damals das Gefühl, dass die Dinge sich ändern könnten. Aber als er ihn erschoss... und auch noch sagte, es sei der Wille Gottes.... Ich bin nach London geflogen, um erst einmal dort zu leben, weil ich wirklich die Nase voll hatte. Ich brauchte eine Auszeit."

Wann hast Du Dich entschieden, mehr als ein Musiker, nämlich ein Botschafter des Friedens zu sein?

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